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07.12.1990 - 

Marktforscher: Dreifacher Bedarf bis zum Jahr 2000

EG macht DV-Anbietern in Europa Zukunftshoffnungen

BRÜSSEL/PARIS (CW/IDG) - Trotz aller Grabgesänge: Die europäische DV-Industrie, wird nicht verschwinden. Internationalisierung und "Survival of the fittest" sind die Schlagworte, mit denen die der Alten Welt unter den Bedingungen des Europamarktes nach 1992 zutreffend beschrieben werden kann. Zu diesem Schluß kommt die EG-Kommission in einem jetzt vorgelegten Report.

Die DV-Industrie gehört nach Ansicht der Brüsseler Kommissare zu den Marktsektoren, die am härtesten von der Marktzusammenführung betroffen sein werden. Nicht nur die innereuropäische Konkurrenz dürfte den Ausleseprozeß forcieren, sondern auch der erleichterte Zugang zu den hiesigen Märkten für die amerikanischen und - vor allem - japanischen Hard- und Software-Anbieter werde zu einem signifikanten Strukturwandel in der europäischen High-Tech-Landschaft führen.

Die Restrukturierung des Marktes, davon ist EG-Finanzkommissar Michael Emerson überzeugt, komme jedoch keiner Revolution gleich. Vielmehr werde sie bereits jetzt davon bestimmt, ob sich die einzelnen Anbieter adäquat auf die veränderten Bedingungen einstellen und ein höheres Maß an Effizienz erreichen könnten. Neben hohen Risiken für jedes einzelne Unternehmen repräsentiere Europa nach 1992 auch große Entwicklungschancen.

Nicht alle EG-Mitgliedsstaaten haben nach Einschätzung der Kommission die gleichen Startvoraussetzungen. In den wirtschaftlich leistungsstärkeren nördlichen Ökonomien des Kontinents werde sich der Wettbewerb verschärfen, heißt es in dem Report. Dagegen stünden die jüngeren Mitgliedsstaaten im Süden, also Griechenland, Spanien und Portugal, vor der Wahl, entweder die Qualität ihrer Produkte zu steigern, uni in den Hochtechnologie-Wettbewerb mit der nördlichen Hemisphäre eintreten zu können, oder weitgehend von Importen und Akquisitionen überrollt zu werden.

Die Anzahl von Akquisitionen und Kooperationen hat bereits rapide zugenommen, wie die Kommission feststellt: Von 1985 bis 1989 habe sich die Zahl von 208 - meist nationalen Joint-ventures und Übernahmen erhöht auf 492, wovon bereits 40 Prozent ans grenzübergreifenden Beteiligungen bestanden hätten.

Was die mittel- bis langfristige Entwicklung des DV-Bedarfs in Europa (und den USA) angeht, hält das britische Marktforschungsunternehmen Ovum Ltd. Ermunterndes für die Anbieter bereit: Nach dem Ende der gegenwärtigen Rezessionsphase werde der Markt bis zu Jahr 2000 um durchschnittlich elf Prozent pro Jahr wachsen, so daß die Umsätze zum Jahrtausendwechsel dreimal so hoch seien wie 1989. Drei dieser elf Prozent würden die auf der Anwendungsseite technologisch am weitesten fortgeschrittenen Großunternehmen beitragen, indem sie massiv in die Integration ihrer verteilten DV-Landschaften investierten. Mittelgroße Anwendungsunternehmen müßten und würden mit DV-Innovationen nachziehen und auf diesem Wege für ein Branchenwachstum von durchschnittlich fünf Prozent sorgen. Die verbleibenden drei Prozent Zuwachs, so die Ovum-Forscher, werde die allgemeine Konjunkturentwicklung generieren.

Die Computerhersteller müssen dennoch die Zeichen der Zeit erkennen, folgt man den Auguren: Der Marktanteil der Hardware werde - von derzeit 33 Prozent - zugunsten von Software und Kommunikationsprodukten auf 27 Prozent des gesamten DV-Marktes schrumpfen. Die Ovum-Ergebnisse basieren auf einer Befragung europäischer und amerikanischer Großanwender.