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Das Ziel ist ein einheitlicher Methodenstandard

EG-Projekt harmonisiert die Software-Entwicklung in Europa

10.08.1990

MÜNCHEN (qua) - Das von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften geförderte Softwareprojekt "Euromethod" geht in die zweite Runde. Ziel der Unternehmung ist, die im EG-Raum eingesetzten Methoden der Software-Entwicklung miteinander in Einklang zu bringen.

Auslöser für das 1989 in Angriff genommene Standardisierungsprojekt war die Tatsache, daß die öffentlichen Auftraggeber ab 1993 ihre Vorhaben auch im Bereich Informationstechnik europaweit ausschreiben müssen. Um die Angebote vergleichen zu können, bedarf es eines gemeinsamen Methodenstandards, unter dessen Dach sich die unterschiedlichen Software-Entwicklungsmethoden vereinen lassen .

In einigen EG-Staaten haben sich bereits nationale Normen durchgesetzt; dazu zählen Merise in Frankreich, SSADM in Großbritannien, Dafne in Italien und Mein in Spanien. Die Marktdominanz des Anbieters Volmac hat dazu geführt, daß sich in den Niederlanden die Methode SDM als Quasi-Standard etablieren konnte.

Die Bundesregierung hat noch nicht eingegriffen

Andere Länder hingegen kennen keine Standardmethode. So existieren in der Bundesrepublik beispielsweise Petri-Netze, Jackson-Methode und Yourdon-Ansatz sowie anwendereigene Entwicklungsmethoden quasi gleichberechtigt nebeneinander, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, daß sich die Bundesregierung bislang jeglichen Eingriffs enthalten hat.

In der ersten Euromethod-Phase haben Regierungsvertreter der zwölf EG-Staaten die unterschiedlichen Strukturmodelle gesichtet und bewertet. Nunmehr ist die europäische Software-Industrie gefordert, den Umfang der Euro-Methode zu definieren, einen Plan für die Methodenentwicklung aufzustellen und Empfehlung für die Durchsetzung des Standards zu erarbeiten.

Die Durchführung dieses zweiten Abschnitts hatten die EG-Kommission und die für öffentliche Beschaffungen zuständige Public Procurement Group (PPG) bereits im Herbst vergangenen Jahres ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt jetzt ein aus elf Unternehmen bestehendes Konsortium, das sich auf Anregung der europäischen Sema Group zusammenfand.

Zu dieser Software-Elf zählen unter anderem die Münchner Softlab GmbH, das Volmac Facility Center mit Sitz im niederländischen Heerlen sowie British Telecom, CGI (Frankreich), Data Centralen (Dänemark), Eria/Ceninsa (Spanien), Finsiel/Italsiel (Italien) und das portugisische Instituto Nacional de AdministraçÒo.

Die jetzt angelaufene Projektphase wird voraussichtlich zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. In seinem dritten Abschnitt sieht der Plan die Spezifikation eines Methoden-Prototyps vor, der dann in der vierten Phase implementiert werden soll. Der dritte und der vierte Projektabschnitt werden jeweils gesondert ausgeschrieben - sofern sich das Vorhaben nicht als undurchführbar erweist.

Wie Karl-Heinz Weiler, Vertriebsleiter der Softlab GmbH, betont, erhoffen sich die beteiligten Unternehmen von dem zunächst nur für die Anwender im öffentlichen Bereich relevanten Projekte auch Auswirkungen auf den kommerziellen Markt. Potentielle Interessenten sind alle europaweit operierenden Unternehmen; und deren Zahl steigt kontinuierlich.