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23.09.1983 - 

Bei Danet wird schon über Btx hinaus gedacht:

EHKP6-Implementierung offen für Zukünftiges

Wenn der neue Bildschirmtextdienst mit der IBM-Zentralentechnik startet, wird die Datenkommunikation im externen Rechnerverbund nach festgeschriebenen Vorschriften ablaufen. Die Post wird nur externe Rechner zulassen, die bestimmte Rechnerverbund-Protokolle beherrschen. Das OSI-7-Schichtenmodell der ISO ist weitgehend die Grundlage der RV-Protokolle EHKP4 und EHKP6. Im folgenden beschreibt Richard Spreizenbarth von der Danet GmbH, Darmstadt, eine Implementierung des EHKP6- Protokolls für den Btx-Rechnerverbund. Grundlegende Zielsetzung dieser EHKP6-lmplementierung ist es demnach zukünftige Applikationen, zusätzlich zu Btx zu unterstützen.

Das Einheitliche Höhere Kommunikationsprotokoll der Ebene 6 (EHKP6) ist die Empfehlung des Bundesinnenministeriums für die Ebene 6 des Open-System-Interconnection-(OSI) Modells der International Standardization Organization (ISO). Das EHKP6-Protokoll wird im Bildschirmtext-Rechnerverbund der Bundespost eingesetzt.

Die Ebene 6 des OSI-Modells wird auch als Präsentationsschicht bezeichnet. EHKP6 basiert auf dem Konzept des Presentation Image (PI). Das PI ist die Beschreibung des augenblicklichen Kommunikationszustandes beziehungsweise der vereinbarten Datenstruktur, das heißt, es enthält alle Informationen, die für die Kommunikation zwischen den zwei Applikationsprozessen notwendig sind. Alle Nutzdaten, die zwischen Anwendungen übertragen werden, sind zumindest für eine gewisse Zeit im PI gespeichert. /1/

Das PI ist aus Strukturelementen (SEs) aufgebaut. Will ein Prozeß seinem Kommunikationspartner eine Nachricht zukommen lassen, so stellt er diese in sein Abbild (PI) des Kommunikationszustandes und läßt über Service-Dienste der Ebene 6 das PI beim Partner auf den gleichen Stand bringen.

EHKP6-Service-Dienste (Service Primitive) sind zum Beispiel Create (Erzeugen eines SE), Update (Belegen eines SE mit neuem Inhalt).

Welche Forderungen muß eine EHKP6-Implementierung erfüllen, die änderungsfreundlich sein soll und die neue Applikationen unterstützen kann?

(1) Unabhängigkeit von der Systemumgebung

{2) Möglichkeit zusätzlicher Service-Dienste

(3) Unabhängigkeit von der physischen Speicherung des PI

(4) Unabhängigkeit von Btx-spezifischen Einschränkungen für EHKP6.

Abstrakte Datentypen

Der Implementierung liegen Überlegungen des Modular Design /2/ zugrunde.

Im Modular Design werden Module nach bestimmten Vorschriften definiert. Diese Module stehen in einer hierarchischen Beziehung untereinander. Die Verständigung zwischen Modulen findet über Schnittstellen statt, die die Implementierung der

Module unabhängig voneinander macht.

Kriterien zur Bildung von Modulen sind:

- Information hiding, das heißt Information, die für andere Module uninteressant ist, wird verborgen.

- Data capsulation, das heißt Daten sind strikt einem bestimmten Modul zugeordnet.

Solche Module werden auch als abstrakte Datentypen bezeichnet. Sie umfassen den Datentyp mit den zugehörigen Zugriffsfunktionen.

Protokolländerungen

Gemäß den vier erkannten Forderungen sind vier Module in drei Hierarchiestufen realisiert.

(1) Der Modul A (Steuerung- + Schnittstellen) überführt die Darstellung an externen Schnittstellen in die interne Darstellung. Dadurch werden die nachfolgenden Module systemunabhängig.

(2) Zusätzliche Service-Dienste werden durch die Aufnahme von neuen Funktionen in den Modul B (Service Primitive) ermöglicht.

(3) Unabhängigkeit von der physischen Speicherung des PI wird durch Zugriffsfunktionen des Moduls C (PI - Zugriffsfunktion) gelöst.

(4) Unabhängigkeit von Btx-spezifischen Einschränkungen für EHKP6 erreicht man durch die Funktion des Moduls D (Btx-lntegrity-Funktionen).

Für ein Softwaregebiet, welches so sehr im Fluß ist, wie Protokoll-Standardisierung und -Anwendung, und deren Softwarerealisierung so aufwendig ist, ist es notwendig Implementierungsmethoden einzusetzen die Änderungen im Protokoll leicht nachvollziehen können und für neue, jetzt noch unbekannte Anwendungen vorbereitet sind. Weiter sollen zumindest Teile der Implementierung portabel sein.

Bei der Realisierung der beschriebenen EHKP6-Implementierung standen diese Überlegungen im Vordergrund.

Literatur:

/1/ Einheitliche Höhere Kommunikationsprotokolle Ebene 6, Bundesministerium des Inneren, August 1982

/2/ R. Schaede, Eine Methode zum modularen Systementwurf, Software Technik Trends, Heft 1-2, 1981