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27.06.1975 - 

Die Argumente der Vertriebsbeauftragten (EDV-Hersteller):

Eigen-Anlage als bessere Lösung

Rechenzentren bemühen sich um Erstanwender mit dem Argument, daß "Datenverarbeitung außer Haus" das geringere Risiko gegenüber der eigenen Anlage bedeute, weil kein geschultes Personal erforderlich sei, keinerlei Probleme mit der Erstellung der Programme entstünden, keine Investitionen notwendig seien und sich ein Rationalisierungseffekt kurzfristig einstelle.

MÜNCHEN - Wenn die Akquisitionserfolge freier Rechenzentren bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, so liege das nach Ansicht der Verantwortlichen in der Service-Branche daran, daß die "übermächtigen" EDV-Hersteller mit teilweise unsachlichen Argumenten gegen Datenverarbeitung außer Haus vorgehen.

Zugegeben: Wenn sich mehr Firmen für eine eigene Anlage entscheiden als für Verarbeitung im Service, dann heißt das noch lange nicht, daß für ein eigenes System die besseren Argumente sprechen. Alles auf die unsachliche Beratung der Vertriebsbeauftragten der EDV-Hersteller zu schieben, wäre genauso falsch. Polemik ist fehl am Platze, - richtig ist allemal, daß Erstanwender unsicher sind, daß sie sich schwer von Althergebrachtem trennen wollen und nichtkalkulierbare Risiken nicht schätzen.

Da wirken die Argumente der RZ-Leute schnell.

Bequemlichkeit?

Nur nicht ins kalte Wasser springen, wird gesagt, - der Kunde solle doch erst einmal lernen mit der neuen Materie vertraut zu werden: das Service-Rechenzentrum als der bequemste Weg, in die Datenverarbeitung hineinzuwachsen.

Es sollte jedoch nicht übersehen werden, daß der Benutzer erst die notwendigen Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum schaffen muß. Hierfür sind umfangreiche Vorarbeiten in der eigenen Organisation notwendig. Gerade diese Tätigkeiten werden oft unterschätzt. Bedenkt man, daß die Vorbereitungen im Betrieb einschließlich der Programmbeschreibungen den größten Teil der Datenverarbeitung ausmachen, dann hat das Argument von der Bequemlichkeit nur noch geringes Gewicht. Worin besteht sie denn? Bei der Fahrt ins Rechenzentrum? Beim Warten auf Auswertungen?

Die Datenerfassung als Arbeitskomplex verbleibt ohnehin beim Benutzer. Die Belege müssen hin- und hertransportiert werden und die entstehenden Wartezeiten auf die Ergebnisse verzögern terminliche Entscheidungen.

Keine Programmierung?

Daß der Benutzer nicht programmieren muß, dieses Argument "pro Rechenzentrum" stimmt allerdings, dafür hat er jedoch die anteiligen Kosten der Programme zu bezahlen. Auch bei einer eigenen Anlage kann man sich alle Programme von Betriebsfremden schreiben lassen. Dadurch entfällt allerdings der Vorteil, daß auch wirklich alle Erfordernisse des eigenen Betriebes berücksichtigt werden. Darüber hinaus können Änderungen nicht vorgenommen werden, weil sich ja keiner in den fremden Programmen auskennt.

Geringeres Risiko?

Hinzu kommt, daß das Rechenzentrum konfektionierte Programme anbietet und als Wirtschaftsunternehmen eine Lösung sucht, die Profit bringt: möglichst viele Firmen sollen die gleichen Programme benutzen. Im Rechenzentrum ist der Benutzer nur einer unter vielen. Es wäre sogar schlecht, wenn es anders wäre. Denn nur von seinen Kunden lebt ein freier Servicebetrieb.

Man begegnet auch dem Argument, daß die bestehende Organisation des Kunden nicht geändert werden muß. Das wird oft verwechselt mit "keine Programmierung". Anpassungen und organisatorische Änderungen sind auch für den RZ-Benutzer unumgänglich. In den Fällen, wo die angebotene Organisationsform komplett übernommen werden kann, bräuchte auch bei Einsatz einer eigenen Anlage nur wenig geändert werden. Ist aber nicht geändert werden. Ist aber nicht gerade die Umstellung auf die elektronische Datenverarbeitung eine willkommene Gelegenheit, alte Zöpfe abzuschneiden?

Sicherheit?

Schließlich wird von Rechenzentrums-Verkäufern behauptet, daß die Fremdverarbeitung sicher sei. Dabei sind gerade im Service fehlerhafte Auswertungen eher denkbar, denn nur die eigenen Mitarbeiter des Kunden wissen genau, was als Ergebnis möglich ist und was nicht. Das Rechenzentrum verarbeitet die angelieferten Daten nach einem festen Programm, so daß Fehler in den Daten nicht bemerkt werden können. Die Bediener im Rechenzentrum sind nur an schneller Verarbeitung interessiert.

Ist es das Ziel des Unternehmers, einen klaren Einblick in seinen Betrieb zu gewinnen, die Chancen der schnellen Verfügbarkeit von Informationen zu nutzen, effektiver zu führen - in Kenntnis der Fieberkurven des betrieblichen Geschehens - und längerfristige Einsparungen anzustreben, so spricht eben doch mehr für die eigene Anlage.