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Endbenutzer kann DV-Grenzmauer mittels Werkzeug überwinden:


27.11.1981 - 

Eigene Anwendungsentwicklung von Vorteil

Anwender hat sich fast daran gewöhnt, daß die Preis-/Leistungsentwicklung der DV-Hardware im Verlauf der letzten Jahre die wirtschaftliche Erschließung Immer neuer Bereiche durch den Einsatz der Datenverarbeitung möglich machte, die Programmierung all dieser Aufgaben mit bedeutend langsamerer Schrittgeschwindigkeit bremste die Nutzung jedoch erheblich. Dieses Dilemma ist hinreichend bekannt. Einen Lösungsansatz stellt die Anwendungsentwicklung durch den Endbenutzer dar.

Basis dieser Endbenutzer-Anwendungsentwicklung ist eine nicht-prozedurale Sprache, in der der Anwender dem System sagt, was zu tun ist. Dazu gehört beispielsweise Daten speichern, Dateien aufbauen oder Ergebnisse übermitteln.

Die Vorteile der Anwendungsentwicklung durch den Endbenutzer in eigener Person liegen auf Hand:

- Nur der Endbenutzer selbst kennt am besten alle Details seiner Anwendungen.

- Die direkte Anwendungsentwicklung durch den Endbenutzer ist bei dem Vorhandensein geeigneter Werkzeuge schneller als der Weg über die DV-Abteilung und konventionelle Programmierverfahren.

- Durch die Einbeziehung der Endbenutzer in die Anwendungsentwicklung wird der Anwendungsstatschneller abgebaut.

- Spontan entstehender Bedarf für spezifische Kleinanwendungen kann ebenso spontan abgedeckt werden.

Die hier genannten Vorteile kommen aber nur dann zum Tragen, wenn der Endbenutzer die klassische Grenzmauer zum DV-System mit Hilfe des ihm zur Verfügung gestellten Werkzeuges überwinden kann.

Das bedeutet:

- Die dem Endbenutzer übergebene Software zur Anwendungsentwicklung muß auf die Belange eines DV-Laien zugeschnitten und leicht und in kurzer Zeit erlernbar sein.

- Der Verbindungsaufbau zwischen Endbenutzer und dem DV-System muß einfach und verständlich sein.

- Die für einen Arbeitsbeginn benötigten Grundkenntnisse sollten so gering wie möglich sein.

- Die Kommunikation mit dem DV-System sollte ohne das Einprägen von vielen Kürzeln oder das Einhalten vorgegebener Formate oder Abläufe durchgeführt werden können.

- Es dürfen keine Situationen eintreten, in denen der Benutzer nicht erkennen kann, was der nächste Schritt ist.

- Fehler müssen als solche dem Endbenutzer erkennbar gemacht werden und behebbar sein.

- Die Antwortzeiten müssen ausreichend gut sein.

- Die verwendbaren Funktionen müssen auf Abruf erklärt werden.

Unterstützend sollte die Ausbildung des Endbenutzers an dessen Fähigkeiten orientiert sein:

- Die Ausbildung und die verwendeten Ausbildungsunterlagen sollten sich detaillierter technischer Beschreibungen enthalten.

- Die Ausbildung sollte als eine Zielsetzung die möglichst schnelle Heranführung des Endbenutzers an die eigene Praxis haben.

Mit Sicherheit erfordert die Abkehr von den traditionellen Programmiermethoden bei der Entwicklung von Anwendungen ein Umdenken.

Herkömmliche Ablage

Mapper beispielsweise ist ein interaktiver Anwendungsgenerator für Systeme der Serie 1100 von Sperry Univac. Konzipiert als Entwicklungsinstrument für Endbenutzer bietet Mapper die Möglichkeit, eine große Anzahl von Funktionen, wie sie in der kommerziellen Datenverarbeitung anfallen, durch den Anwender selbst realisieren zu lassen.

Mapper arbeitet mit einer integrierten Datenbank, deren Aufbau man analog einem herkömmlichen Ablagesystem sehen kann. In dieser Datenbank ist die kleinste Organisationseinheit der Daten ein Report" (vergleichbar einem Hängeregister); mehrere "Reports" sind in einem "Typ" zusammengefaßt (vergleichbar einer Schublade); mehrere "Typen" wiederum bilden einen "Modus" (vergleichbar einem Karteischrank). Von diesen "Modi" kann eine beliebige Anzahl in dem System existieren.

Ein Report kann im Einzelfall nur wenige Daten oder auch große Mengen enthalten. Ebenso enthält ein Typ eine beliebige Anzahl von Reports. Jeweils acht Typen bilden eine "Modus". Der erste Typ enthält unformatierte Daten, die restlichen sieben enthalten Reports, die pro Typ das gleiche Format besitzen.

Auf diese Reports kann nun der Endbenutzer zugreifen, wobei Schutzmechanismen wie zum Beispiel Terminal- und Benutzerkennung mißbräuchliche Zugriffe verhindern helfen. Der einem Benutzer oder Benutzerkreis zugeordnete Modus besitzt zwei Nummern, eine grade und eine ungerade. Gerade Nummern erlauben das Lesen und Schreiben, ungerade nur den lesenden Zugriff auf einen Report.

Die einzelen Reports können in den vom Benutzer vorgebbaren Formaten auf dem Bildschirm dargestellt werden. Dabei kann der Benutzer die Reports, die größer sind als ein Bildschirm, nach rechts und links oder nach oben und unten verschieben, er kann Blätterfunktionen durchführen oder gezielt einzelne Zeilen ansprechen.

Jeder dargestellte Report enthält eine Standardkopfzeile mit Datum und Uhrzeit der letzten Änderung, den Namen dessen, der die Änderung durchführte und den Zeitpunkt des erstmaligen Aufbaus dieses Reports und seine Kennziffer (RID).

Der Bildschirm enthält eine weitere Kontrollzeile, mit der die Positionierung der darzustellenden Reports gesteuert wird.

Beispiel für die Funktionsweise von Mapper:

Suchen in einem Report

Aufgabe: Suchen und Anzeigen aller Zeilen, die die in einer Funktionsmaske spezifizierten Zeichenfolgen enthalten.

Ablauf: S eingeben und übertragen ("S" für "Suchen") Auf dem Bildschirm erscheint die der Suchfunktion zugeordnete Maske.

In diese Maske trägt der Benutzer die Nummer des gewünschten zu durchsuchenden Reports und Typs ein.

Nun erscheint die dem zugehörigen Format entsprechende Funktionsmaske. Sie besteht aus den Kopfzeilen dieses Reports und einer Zeile von Sternchen, die die Feldgrößen und Positionen beschreiben.

In diese Maske trägt der Benutzer ein, in welchem Feld er nach welchen Zeichenfolgen suchen möchte. Als Ergebnis erscheinen die bei dem Suchvorgang gefundenen Zeilen dieses Reports; voran geht die Anzahl der gefundenen Zeilen und der Suchbegriffe.

Auf dieses Ergebnis können dann andere Mapper-Funktionen Sortieren. Summieren, Ausdrucken, Duplizieren oder Abspeichern in einem neuen Report angewendet werden.

Die Mapper-Funktionen ermöglichen die Ausführung einer Vielzahl von Aufgaben unterschiedlicher Komplexität. Es liegt nahe, für wiederholt ablaufende Folgen von Funktionen die Möglichkeit, zu schaffen, diese mit nur einem Aufruf zur Ausführung zu bringen. Zu diesem Zweck kann der Benutzer Mapper-Funktionen in einem Report als sogenannten "Run" unter einem eigenen Namen ablegen. Die Ansprache des Runs unter diesem Namen führt dann zum Ablauf der dort vorgegebenen Kommandos.

Der Anwendungsgenerator Mapper kann zur Erstellung der üblichen kommerziellen Online-Anwendungen eingesetzt werden. Da er außerdem über eine Batch-Schnittstelle verfügt, läßt er sich auch als Online-Treibersystem für Batch-Umgebungen verwenden.

*Dr. H. J. Adler. Product Manager Serie 1100 Sperry Univac, Sulzbach/Ts.