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08.05.1981 - 

Datagraphix bei der Vereins- und Westbank, Hamburg:

Eigene COM ist als Haben zu verbuchen

Ab Anfang 1978 wurde der gesamte Druck-Output der Vereins- und Westbank, Hamburg, zentralisiert und im Rechenzentrum der Hamburger Datenverarbeitungs-GmbH erstellt. Durch diese Zentralisierung, durch Geschäftsexpansion der Bank und durch neue EDV-Anwendungen nahm das Listvolumen erheblich zu, so daß der Gedanke, EDV-Listen durch COM-Mikrofiche zu ersetzen, konkretisiert wurde.

Die ersten Erfahrungen mit dem für die Bank neuen Informationsmedium COM wurden in Zusammenarbeit mit einem Hamburger COM-Service-Büro gewonnen. Jedoch entschied man sich bald für eine eigene Anlage aus folgenden Gründen:

1. die pünktliche Ablieferung der verfilmten Daten für die 265 Geschäftsstellen muß garantiert sein,

2. es handelt sich in erster Linie um Daten, die besonders vertraulich sind,

3. die für die Startphase vorgesehenen ersten Anwendungen mit monatlich zirka 300 000 Datenseiten rechtfertigen aus Kostengründen den Einsatz eines eigenen COM-Systems.

Um eine Übersicht über die am Markt angebotenen COM-Recorder zu erhalten, wurde von der Organisationsabteilung der Vereins- und Westbank ein Anforderungskatalog entwickelt, der unter anderem nachstehend aufgeführte wichtige Leistungsmerkmale beinhaltete:

- Offline-Kompaktsystem mit integrierter Entwicklung und eigener Intelligenz zur COM-Aufbereitung von normalen Druckbändern,

- höchste Schärfe bei der COM-Aufzeichnung,

- die von einem unabhängigen Institut festzustellende Archivqualität der integriert entwickelten Masterfiches,

- eine aussagefähige Titel- und Indexgestaltung,

- die Möglichkeit der IBM-Standardlabelverarbeitung und des Blockcounts,

- die Möglichkeit der leicht austauschbaren Optiken,

- Formulardiajustage mit "stehenden" Originaldaten vom Druckband,

- bei Störungen Responsezeit des technischen Services von wenigen Stunden,

- Techniker-Stützpunkt Hamburg,

- für den Back-up-Fall hardware und softwarekompatible Ausweichanlagen in Hamburg.

Installation außerhalb des RZ

Diese Auswahlkriterien führten zur Auftragsvergabe an Datagraphix. Installiert wurde schließlich die Konfiguration nicht im Rechenzentrum, da die mögliche Staubentwicklung bei Einsatz von Vesicular-Dupliziermaterialien zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lesbarkeit der COM-Daten führen kann.

Es wurde dafür gesorgt, daß gleichzeitig mit Beginn der Aufnahme der COM-Produktion grundsätzlich alle verfilmten Anwendungen (Original und ein Duplikat) zentral archiviert wurden.

Durch eine Arbeitsanweisung werden folgende Punkte geregelt:

- Aufbau und Inhalt der Mikrofiche - Bedienung der Lesegeräte,

- die Produktion der Mikrofiche,

- Versand der Mikrofiche,

- Eingangskontrolle, Art der Aufbewahrung und Rückgabe der nicht mehr benötigten COM-Fiche,

- die zentrale Verwaltung im Mikrofilmarchiv.

Gleich zu Beginn der COM-Verarbeitung, nach der organisatorischen Vorarbeit, konnten schon 283 750 verfilmte Datenseiten pro Monat erstellt werden.

Welche Abteilungen der Bank waren die Erstanwender?

a) Belegbearbeitung und Zahlungsverkehr

- mit Datenträgeraustausch,

- mit verschiedenen Beleglesungslisten,

- mit dem Umsatzjournal der Gesamtbank.

b) Die Geschäftsstellen

- mit den monatlichen Kontoblättern. Als weitere wichtige Verfilmung kamen gleich die Jahresabschlußarbeiten für 1978 hinzu:

- mit den Jahres-Depotblättchen

- mit den Jahres-Sparblättchen,

- mit diversen anderen Listen

Es folgten Auftrage aus den verschiedenen Abteilungen. Hier die wichtigen Anwendungen:

Die RZ-internen Listen wie Syslog, SMF (Verrechnungsdaten), Sysout, JCL und Betriebssystemgenerierungen werden ebenfalls verfilmt. Unser COM-Volumen stieg dadurch auf über eine Million Datenseiten pro Monat.

Neue geplante Projekte wie zum Beispiel:

- Spar-Halbjahresblättchen,

- Halbjahresstaffel-Ratenkredite,

- verdichtete Spar-Umsätze,

Ratenkredite-Dispositionsliste, tragen dazu bei, daß schon Ende 1980 das COM-Volumen auf monatlich zwei Millionen Datenseiten, das heißt zirka 10 000 Original-Fiche, gesteigert wird.

Dazu kommt auch die gute Verfügbarkeit der Datagraphix-Geräte, die rückblickend für unseren Zweischichtbetrieb mit 95 Prozent für den COM-Recorder und annähernd 100 Prozent für den 73 Duplizierer genannt werden kann. Während der COM-Produktion ist ein wichtiges Anliegen die Datensicherheit bei der Verfilmung der Druckbänder:

Durch die Labelverarbeitung ist die Gefahr, daß Blocks oder Sätze überlesen werden könnten, ausgeschlossen. Durch Labelverarbeitung wird gewährleistet, daß zum Zeitpunkt der Verfilmung das richtige Band eingelegt ist, die richtige sequentielle Folge vorhanden ist und die Anzahl der gelesenen und verfilmten Blöcke protokolliert wird.

Wodurch ist eine derartige Volumensentwicklung möglich?

0 Das Informationsmedium des COM-Fiche an sich.

2) Durch Aufbau eines COM-Teams.

Dieses Team hat folgende Aufgaben:

- COM-Service zur Verfügung zu stellen,

- Fachbereiche innerhalb der Organisationsprogrammierung zu beraten, und zu betreuen. Dies heißt zum Beispiel eine COM-Parameterliste zu entwickeln, abgespeichert auf der Diskette der Mini-AutoCOM, die es gestattet, in Ausgabesatz mit 172 Zeichen 20 Stellen für den COM-Service zu nutzen, welche VON: BIS: -Begriffe Indexschlüssel und Breakkonditionen definieren. Darüber hinaus wird festgelegt, ab welcher Schreibstelle bis zu welcher Schreibstelle die Titel

Informationen übernommen werden sollen.

- Verfilmungsprogramme nach Vorgaben erstellen,

- Erarbeiten und Durchsetzen von Richtlinien,

- Marktbeobachtung bezüglich COM betreiben,

- Beratung bei der Beschaffung von weiteren COM-Geräten bieten,

- Beratung bei der Beschaffung und Entsorgung von COM-Verbrauchsmaterialien.

Ganz besonders aber ist Aufklärung, Beratung und Betreuung der Sachbearbeiter zu betreiben:

- indem die COM-Anlage in der Praxis demonstriert wird,

- der COM-Fiche parallel zur Liste mitgeliefert wird,

- der Sachbearbeiter bei der Gestaltung des Fiche-Aufbaues mit einbezogen wird.

Die zirka 4500 bis 5000 Masterfiche und zirka 15 000 Duplikate pro Monat werden vor dem Versand auftragsbezogen mit Leitkarte versehen und in Plastiktütchen eingeschweißt. Dadurch sind die Belange der Datensicherheit gewahrt und Verschmutzungen während des Transportes nicht möglich. Durch Verwendung von Leitkarten mit Job-Name und Empfänger-Bezeichnung ist die Gefahr des Verlustes ausgeschlossen.

Informationen: Hamburger Datenverarbeitungs-GmbH, Alter Wall 12, 2000 Hamburg 11, Tel.: 040/370 05-265.

*Hans-Joachim Junge, Organisator bei der Vereins- und Westbank, Hamburg; Hans Schuppart, COM-Verantwortlicher bei der Hamburger Datenverarbeitungs-GmbH.

Die Verains- und Westbank Hamburg ist mit einer Bilanzsumme von 8,3 Milliarden Mark per Ende 79 die größte Regionalbank Norddeutschlands und hat in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen 265 Geschäftsstellen.

Sämtliche EDV-Arbeiten werden von der 1969 gegründeten, 100 prozentigen Tochter, der Hamburger Datenverarbeitungs-GmbH, durchgeführt. Derzeit ist das Rechenzentrum ausgestattet mit einer IBM 3033, 12 MB unter dem Betriebssystem MVS/SE. Die COM-Konfiguration besteht aus einer Mini-AutoCOM mit Integriert Nichtumkehrenwicklung, Wechseloptikelnrichtung für 42fache und 48fache Verkleinerung und einem 73 Mikrofische Vesicular-Duplizierautomaten.

_AU:Von Hans-Joachim Junge und Hans Schuppart