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18.01.1980

Eigene Organisationsstruktur bestimmt Wirkungsgrad der DV-Abteilung

Den besten Wirkungsgrad erreicht eine EDV-Abteilung erst dann, wenn sie direkt der Geschäftsleitung unterstellt ist, hieß es zu einem Zeitpunkt, als sich das Bewußtsein der DV-Leute noch jenseits von echter "Servicementalität" bewegte. Inzwischen wird die EDV immer mehr in den großen Topf herkömmlicher Fachbereiche geworfen - wird mehr und mehr Mittel zum (Unternehmens-)Zweck. Am hierarchischen Aufbau des DV-Bereichs hat sich dadurch nichts geändert. Vier EDV-Chefs schildern die Organisations-Struktur ihrer Abteilung. ha

Herbert Grawe, EDV-Leiter, Marbert GmbH, Düsseldorf

Die DV-Abteilung in unserem Unternehmen ist aufgehängt in der Verwaltungsleitung, die Verwaltungsleitung wiederum in direkter Linie zur Geschäftsleitung. Entscheidungsbefugnisse der DV-Projekte liegen in dem Gremium EDV-Leitung, Verwaltungsleitung und Geschäftsleitung. Hier werden auch die Prioritäten der einzelnen Arbeitsgebiete beziehungsweise der Projekte festgelegt.

Der DV-Leitung unterstehen das Rechenzentrum, die Programmierung und Organisation. Diese drei Bereiche werden von Gruppenleitern geführt, die der Weisungsbefugnis des EDV-Leiters unterliegen. Wir haben keine eigene Organisationsabteilung. Die Organisation ist innerhalb der Datenverarbeitung integriert. Künftig soll ein "Organisationsmitarbeiter", der sowohl für EDV-Projekte als auch für andere Organisationsstrukturen innerhalb des Unternehmens zuständig ist eingesetzt werden. Prinzipiell wird dieser Mann immer mit der Datenverarbeitung zusammenarbeiten weil im Unternehmen die meisten Projekte die Datenverarbeitung tangieren. In diesem Fall ist geplant, daß der Organisationsmitarbeiter der Datenverarbeitung unterstellt ist und mit den DV-Leuten die Projekte realisiert.

Wir arbeiten derzeit mit einer IBM 370/115, haben jedoch eine Zwischenlösung mit einer 370/138 angestrebt, um im nächsten Jahr eine 4341 mit vier Megabyte zu installieren.

In der Programmierung arbeiten wir demnächst mit vier Programmierern, denen ein Leiter übersteht, der allerdings auch Organisationsprogrammierung betreibt. Das Rechenzentrum leitet ein Gruppenführer, dem ein Arbeitsvorbereiter und drei Operatoren sowie sechs Damen in der Datenerfassung unterstehen.

R. Owen Gardner, EDV-Leiter, Daimon GmbH, Köln

In einer DV-Abteilung mittlerer Größe ist eine Aufteilung in Funktionsgruppen aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeiten unumgänglich. Eine Trennung nach Datenerfassung, Operating und Organisation/Programmierung sollte daher immer vorhanden sein. Die Qualifikationsbedürfnisse dieser drei Gruppen sind sehr verschieden. Dies kann bereits für eine kleine Abteilung (die zum Beispiel mit einer MDT-Anlage arbeitet), wo nahezu sämtliche Funktionen von einer oder zwei Personen ausgeübt werden müssen, sehr problematisch sein.

In größeren DV-Abteilungen werden einzelne Gruppen wegen der Kontrollierbarkeit noch weiter unterteilt.

Die Struktur der DV-Abteilung ist maßgeblich für deren Stellung im gesamten Unternehmen:

1.Der DV-Leiter, der aktiv am Entscheidungsprozeß der Firma beteiligt ist, kann nicht ohne Hilfe alle Funktionen seiner Abteilung überwachen. Das heißt, die täglichen Entscheidungen müssen delegiert werden.

2.Etablierte DV-Abteilungen mit zeitkritischen, aber schon realisierten Anwendungen, erfordern eine andere Organisation als jene, die sieh noch in der Expansionsphase befinden. Eine Tatsache, die manchmal zu spät erkannt wird.

Durch die verschiedenen Anforderungen sind die Bereiche Operating und Programmierung grundsätzlich zu trennen. Bedeutsam ist die Frage, ob die Datenerfassung dem EDV- oder Operating-Manager unterstehen soll. Wichtig ist ebenfalls die Entscheidung, ob die Organisation oder Systemanalyse von der Programmierung getrennt werden soll. Diesbezügliche Antworten sind sowohl von den relativen Größen dieser Gruppen als auch von der Stellung des Operating-Managers abhängig. Letztere wird in ihrer Wichtigkeit oft unterschätzt.

Der Operating-Manager ist für die korrekte Bedienung der Anlage (meistens Schichtarbeit) sowie für Arbeitsvorbereitung verantwortlich. Gleichzeitig muß er nicht selten als Arbeitsvorbereiter fungieren.

Eine Möglichkeit, DV-Leiter sowie Operating-Manager zu entlasten, liegt darin, der Datenerfassung mehr Selbständigkeit zu gewähren und die Verantwortung für die Sammlung der Eingabedaten in diesen Bereich zu verlagern.

In der klassischen EDV-Abteilung bilden Systemanalytiker und Programmierer zwei getrennte Gruppen. Aber moderne Entwicklungen, wie beispielsweise höhere Sprachen bei TP-Anwendungen und computergestützte Projektplanung, haben die Notwendigkeit dieser Trennung vermindert.

Der Projekteinsatz eines Organisationsprogrammierers, der von der Visibility-Studie bis zum Systemtest voll verantwortlich ist, hat gewisse Vorteile. Für größere Vorhaben hingegen sollten Projektteams gebildet werden. Ein Projektleiter, der die gesamte Durchführung koordiniert, muß ernannt werden. Die Mitarbeit an solchen Projekten bietet gute Trainingsmöglichkeiten für auszubildende Programmierer.

Achim Pegel, EDV-Leiter, Armstrong Cork International GmbH, Münster

Die Armstrong Cork International GmbH in Münster ist das deutsche Tochterunternehmen eines amerikanischen Konzerns. Armstrong Cork (ACI) hat in Münster Produktionsbetriebe für vier unterschiedliche Produktbereiche. Wir haben Verkaufsfilialen in Frankreich und Italien und ein Verkaufsbüro in Süddeutschland mit etwa 1200 Beschäftigten.

In den etwa zehn Jahren, seitdem automatische Datenverarbeitung im eigenen Hause durchgeführt wird, sind sowohl die benutzte Hardware als auch die entwickelten Anwendungssysteme, nicht zuletzt auch die interne Organisation der EDV, mit den jeweiligen Bedürfnissen und Aufgaben des Unternehmens gewachsen. Generell wird der EDV im gesamten Konzern ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. In unserem amerikanischen Mutterhaus ist die EDV beispielsweise in den Direktionsbereich eingegliedert und untersteht einem Vice-President.

Bei ACI in Münster ist die EDV Abteilung direkt dem Generalmanager Management Information unterstellt, welcher Mitglied der Geschäftsleitung ist.

Die EDV-Abteilung ist in zwei Fachbereiche gegliedert, deren Bereichsleiter direkt dem Leiter der EDV-Abteilung unterstellt sind.

Ein Fachbereich beinhaltet die Entwicklung und Wartung von Anwendungssystemen. Dazu gehören drei Systemanalytiker. Einer davon ist für Verwaltungsprojekte zuständig, ein anderer für Produktionsprojekte. Der dritte im Bunde fungiert quasi als Springer. Ferner sind ein Chefprogrammierer, fünf Anwendungsprogrammierer in der Form von Organisationsprogrammierern und ein Sachbearbeiter für die Verwaltung der zentralen Dokumentation eingesetzt.

Der zweite Fachbereich umfaßt das Rechenzentrum sowie die Systemsoftwareentwicklung und -wartung. Die Besetzung: ein Systemprogrammierer, ein Chefoperator, der auch als Arbeitsvorbereiter fungiert, vier Maschinenoperatoren, vier Datentypistinnen sowie; zwei Sachbearbeiter für die Kontrolle der Out-Daten und deren Verteilung.

Das Rechenzentrum wird im Closed-Job-Verfahren in zwei Schichten betrieben.

Wir benutzen zur Zeit eine IBM 370/138 mit einem 1 MB-Hauptspeicher, Magnetplattenspeicher mit einer Kapazität von 418 Millionen Bytes, Bandstationen und der übrigen IO-Peripherie. Ferner sind zur Zeit 14 Terminals und zwei TP-Drucker lokal angeschlossen.

Für die Genehmigung von EDV-Projekten, zum Beispiel Neuentwicklungen, Erweiterungen oder Änderungen von vorhandenen Projekten, die einen bestimmten Arbeitsaufwand überschreiten, ist ein sogenanntes "EDV-Steering-Komitee" zuständig, das sich aus den Mitgliedern der Geschäftsleitung zusammensetzt. Entsprechende Analysen sind Basis für die Entscheidung, ob ein Projekt genehmigt wird und welche Priorität es erhält. Sich hieraus ergebende Erweiterungen oder Ergänzungen der Hardware (sofern sie einen bestimmten Kostenaufwand überschreiten) bedürfen der Genehmigung unserer Muttergesellschaft.

Die gegenseitige Organisation unserer EDV-Abteilung ist nach Gesichtspunkten der strikten Trennung von Aufgabenbereichen festgelegt. Hiermit erreichen wir eine bessere Kontrolle und eine größtmögliche Sicherheit. Eine klare organisatorische Trennung einzelner Sachgebiete ermöglicht eine klare Definition von Aufgabenbereichen, Verantwortlichkeiten oder Jobdiskriptionen. Nicht zuletzt ist eine exakte Abgrenzung von Aufgaben auch wichtig für das reibungslose Funktionieren einer Organisation und für das gute Arbeitsklima innerhalb eines Teams.

Clemens Römer, Leiter Organisation und EDV, Rasselstein AG, Neuwied

Die Rasselstein AG unterhält zwei örtlich voneinander getrennte Kaltwalzwerke. Eines davon stellt Weißbleche, das andere Feinbleche her.

Wir unterhalten zwei Datenverarbeitungsanlagen, von denen die eine dem kaufmännischen und die andere dem technischen Vorstandsressort untersteht. Eine Verbindung, beziehungsweise Koordinierung, zwischen beiden DV-Anlagen wird durch eine gemeinsame Programmierung erreicht.

Die kaufmännische Datenverarbeitung, ist dem Bereich kaufmännische Stabsabteilungen angegliedert. Unsere Organisation und Datenverarbeitung ist in drei Abteilungen aufgeteilt: 1. Organisation und Systemanalyse, 2. Programmierung und 3. Datenverarbeitung (Operating). Jede Abteilung wird von einem Abteilungsleiter geführt, der dem Gesamtabteilungschef (Leiter ORG und EDV) unterstellt ist.

Die einzelnen Abteilungen sind wiederum in Arbeitsgruppen unterteilt, die von Gruppenleitern geführt werden. In der Organisation und Systemanalyse beschäftigt sich jeweils eine Gruppe mit Organisation (5 Mitarbeiter) oder Systemanalyse (6 Mitarbeiter).

Die Programmierung besteht aus zwei Gruppen, die verschiedene Arbeitsgebiete betreuen. Ein Arbeitsgebiet bezieht sieh auf kaufmännische und das andere auf technische Anwendungen.

Die Abteilung Datenverarbeitung ist in die Gruppen Datenerfassung Arbeitsvorbereitung und Operating gegliedert. Nur die Arbeitsvorbereitung verfügt über einen Gruppenleiter, während die beiden anderen Bereiche der Abteilungsleitung unterstellt sind. Im technischen Rechenzentrum verfügen wir über eine Abteilung Systemanalyse und eine Abteilung Operating. Die Systemanalyse erteilt die Aufträge an die Programmierung.