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27.06.1975 - 

Neuartige Kombination von Inforex-Datensammelsystem 1303 und Kleindienst-Belegleser DL 1000

Ein Anwender geht neue Wege

KASSEL - Rund 130 000 Bege werden bei der Elektrizitäts - Aktiengesellschaft Mitteldeutschland (EAM) in Kassel jeden Monat an zwei

Arbeitstagen erfaßt: Die Kombination aus einem Inforex-Datensammel-System

1303 und einem Optischen Belegleser DL 1000 der Augsburger Firma Kleindienst ist für das Stromversorgungsunternehmen - wie Armin Emmertz, Leiter des Rechnungswesens, erläutert - "der wirtschaftlichste Weg, diese Aufgabenstellung zu bewältigen." Die EAM arbeitete bis vor einem Jahr mit Univac-Schreiblochern und Markierungslesern von Bull (Fotolecteur). Zentrale EDV-Anlage ist seit 1974 eine Univac 9480 Band/Platte-Konfiguration, die eine Karte/Band-Anlage des gleichen Herstellers ablöste.

Laute Locher

Mit dieser Umstellung ergab sich auch die Notwendigkeit, von der Lochkarte wegzugehen. EDV-Leiter Günter Düvel nennt die Gründe: "Wir hatten uns bei der EAM das Ziel gesetzt die Laufzeiten des Systems zu verkürzen, die Belegorganisation zu verbessern und eine Prüfziffernkontrolle einzuführen." Aber auch das Arbeitsklima in der Abteilung Datenerfassung spielte eine nicht unwichtige Rolle: "Mit den lauten Lochern waren unsere Damen nicht mehr so recht glücklich", berichtet Düvel. Nach einer umfassenden Marktuntersuchung entschied sich EAM für die neuartige Kombination aus einem Inforex-Datensammelsystem mit 8 Plätzen und einem Kleindienst-Leser. Bei den Akquisitionsverhandlungen stellte sich heraus, daß das Magnetband - Aufzeichnungsgerät am DL 1000 zu langsam war während für das Bandgerät des Datensammelsystems nur eine geringe Auslastung gegeben war. Das brachte Düvel auf die Idee, beide Systeme miteinander zu kombinieren. Bei den Herstellern stieß er auf "Gegenliebe": das Interesse an der Schaffung eines Interfaces für den Belegleser und das DSS war - so Kleindienst-Verkaufsleiter Hofmann - bei beiden Unternehmen bereits vorhanden. Das Hauptproblem der Entwicklung der Anschlußstelle lag darin, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der beiden Systeme aufeinander abzustimmen.

Nach den üblichen Anlaufschwierigkeiten erfüllt das "Verbundsystem" (Inforex/Kleindienst-Werbung) heute nach Aussagen von Düvel die Anforderungen sowohl zeitlich als auch qualitativ. Die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland setzt die Kombination in den Bereichen Zählerablesung und Materialwirtschaft ein. Als Belege für die Erfassung der Zählerstände dienen in OCR-A-Schrift vorgedruckte Formulare, die von insgesamt 1300 Ablesern strichmarkiert werden. Mit einer Leistung von 18 000 bis 20 000 Belegen in der Stunde werden sie vom DL 1000 gelesen, der "online" an das Datensammelsystem angeschlossen ist. Die Systemfunktionen des OCR/Markierungs-Lesers werden über den Supervisorplatz des DSS gesteuert. Die Lesefunktionen laufen im Background ab, so daß ein paralleles Arbeiten von Belegleser und Datenstationen des Sammelsystems möglich ist.

0,2 Prozent Reject-Rate

Die Reject-Rate ist gering: im ersten Lauf weist der Leser nur zwei bis drei Prozent der Zählerstandsmeldungen zurück. Nach einem Wiederholungslauf müssen durchschnittlich etwa 250 Belege (0,2 Prozent von 130 000) nachmarkiert werden, wobei 95 Prozent der Fehler im Markierungsteil und nicht im OCR-Teil liegen. "Wenn man bedenkt, daß für die Zählerablesung keine festen Mitarbeiter sondern überwiegend Hausfrauen und Rentner beschäftigt werden, dann können wir mit der Fehlerrate zufrieden sein", sagt Günter Düvel. Er nennt als Vorteile des "Verbundsystems":

- Kosten für das Bandaufzeichnungsgerät am Belegleser in Höhe von 30 000 Mark entfallen,

- die Geschwindigkeit des Beleglesers wird nicht durch ein langsames Bandaufzeichnungsgerät blockiert,

- auf einen Lochkartenstanzer am EDV-System kann verzichtet werden,

- Änderungen und Korrekturen sind über das Datensammel-System leicht möglich.

Für die Inforex-Kleindienst-Gemeinschaftsentwicklung interessieren sich nach Angaben beider Hersteller inzwischen ändere Elektrizitätswerke, Sparkassen aber auch Industriebetriebe.