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14.11.1997 - 

Classic und MMX gleichermaßen betroffen

Ein Befehl schickt den Pentium ins Nirwana

Der Chipgigant selbst gibt sich vorerst zurückhaltend, arbeitet aber unter Hochdruck an der Angelegenheit. Intel-Sprecher Heiner Genzken räumt ein: "Wir haben mittlerweile erkannt, daß das Problem alle Pentium-Chips betrifft. Wir bemühen uns, binnen einer Woche einen Workaround bereitzustellen, der das Problem dann hoffentlich aus der Welt schafft. Glücklicherweise sind der Pentium Pro, Pentium II und auch der ältere 486er nicht betroffen." Der publik gewordene Bug hört auf den Namen "Pentium FO". Intel selbst will erst am vergangenen Freitag über das Internet davon erfahren haben.

Diese Aussage erscheint zahlreichen Teilnehmern der daraufhin im Internet entbrannten Kontroverse als Schutzbehauptung. Robert Collins etwa, Betreiber der angesehenen Web-Site "Intel Secrets" (www.x86.org), will von dem Bug bereits seit Monaten gewußt haben. "Meiner Ansicht nach gibt es keine Entschuldigung dafür, daß sie [Intel] ihn noch nicht entdeckt haben", so Collins, der Intel zweimal ohne Erfolg in der Angelegenheit kontaktiert haben will. Und eine mögliche Erklärung liefert er gleich mit: "Wer weiß, vielleicht sagen sie sich ,Der Pentium ist sowieso schon tot, warum sollen wir uns noch Sorgen um irgendwelche Bugs machen.È"

Gleichzeitig streiten sich die Experten, ob man die Details des Fehlers veröffentlichen darf. Dies wäre ein leichtes, handelt es sich doch laut Collins lediglich um eine einzige Instruktion.

Diese sei allerdings nicht erlaubt und dürfte daher von handelsüblichen Compilern niemals erzeugt werden. Dadurch unterscheidet sich der Fehler grundlegend von früher bekanntgewordenen.

Andererseits lasse er sich in ein paar Zeilen C-Code packen und dann von jedem mißbrauchen, der irgendwo Programme ausführen dürfe. So könnte etwa jemand seinen Internet-Provider anwählen, das Programm hochladen und anschließend den Server des Dienstleisters abschießen, so Collins. Mit Pentium-Pro-CPUs ausgerüstete High-end-PC-Server lassen sich dem Vernehmen nach nicht auf dieselbe Weise terminieren.

PENTIUM FO

- Fehler in allen Pentium-Prozessoren (Classic und MMX)

- Pentium II, Pro und der i486 sind laut Intel nicht betroffen

- bringt System komplett zum Stillstand

- besteht aus einer einzigen Instruktion

- wird nicht durch normale Anwendungen aufgerufen

- bietet dennoch weitreichende Möglichkeiten zur Sabotage