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28.02.1997 - 

CW-Studie: Deutschlands Consulter sind nicht gerade billig

Ein Berater muß pro Stunde 200 Mark einbringen

Zu 49 Prozent setzt sich die Mitarbeiterschaft der Consulting-Firmen aus IT-Fachleuten und zu 30 Prozent aus Beratern zusammen. Dabei ist die Zuordnung zu den beiden Kategorien vielfach Definitionssache. Die restlichen Mitarbeiter verteilen sich auf Support, Verwaltung, Vertrieb und Management. In Deutschland gehören im Durchschnitt rund 15 Prozent des Personals zum Support und rund sechs Prozent zum Management.

Abweichungen von diesen Durchschnittswerten ergeben sich aus den unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkten. So braucht man zum Beispiel für Aktivitäten im RZ-Bereich mehr Support- und Vertriebspersonal. IT-Berater und Software-Unternehmen, die Individualsoftware entwickeln, sind mehr auf entsprechende Spezialisten angewiesen.

Von den Geschäftsfeldern der Unternehmen hängt auch die Ausbildungsstruktur der Mitarbeiter ab. Naturgemäß sind bei Consultern mit Schwerpunkt Fertigung und Logistik Ingenieure häufiger anzutreffen, während für Experten in Office-Kommunikation oder Finanzdienstleistung mehr Betriebswirte gebraucht werden.

Im Durchschnitt hat gut ein Drittel der Berater in den deutschen IT-Consulting-Unternehmen Informatik studiert, ein knappes Viertel sind Wirtschaftswissenschaftler. Je ein Fünftel haben ein Ingenieurstudium oder eine andere Fachausbildung hinter sich.

Die Branche steckt in einem Dilemma: Einerseits braucht sie gut ausgebildete und praxiserfahrene Mitarbeiter, andererseits sollen diese möglichst jung, flexibel, mobil und lernfähig sein. Nach einer Faustregel ist ein Unternehmensberater erst nach drei Jahren Praxis effektiv einsetzbar. Geht man von einem abgeschlossenen Hochschulstudium aus, so kann es eigentlich keine IT-Berater geben, die jünger als 30 Jahre alt sind.

Jeder zweite Berater in den deutschen IT-Consulting-Unternehmen in Deutschland ist denn auch 35 bis 39 Jahre alt (50 Prozent). Jünger, das heißt 30 bis 34 Jahre, sind 30 Prozent und älter 20 Prozent, wobei es - nach Angaben der Unternehmen - bei ihnen so gut wie keine über 50jährigen Berater gibt.

Im direkten Verhältnis zum Alter steht die Berufserfahrung. 42 Prozent der Befragten haben fünf bis neun Jahre Beratererfahrung, 37 Prozent sind zehn bis 14 Jahre in diesem Geschäft und weitere acht Prozent 15 Jahre und länger.

In der Gesellenphase, also mit drei bis vier Jahren Erfahrung, befinden sich 13 Prozent der in IT-Consulting-Unternehmen beschäftigten Berater.

Gestandene Professionals müssen die Berater und IT-Spezialisten in den IT-Consulting-Unternehmen sein, da von ihnen Leistungen erwartet werden, die - auf alle Firmenmitarbeiter gerechnet - zu einem Pro-Kopf-Umsatz von etwa 250000 Mark im Jahr führen. Bedenkt man, daß rund ein Fünftel der Kolleginnen und Kollegen als Manager und Supportmitarbeiter keinen Umsatz generieren können, so bedeutet das eine Pro-Kopf-Leistung für operative Mitarbeiter von rund 312000 Mark im Jahr. Mit anderen Worten: Mit der normalerweise verfügbaren Jahreskapazität von neun Mann-Monaten muß jeder Professional in einem Beratungshaus pro Stunde mindestens 200 Mark einbringen.

Aus den Basisdaten Umsatz und Beschäftigtenzahl lassen sich der Pro-Kopf-Umsatz jedes einzelnen Unternehmens und der Durchschnitt aller Pro-Kopf-Umsatzzahlen errechnen. Mit 234000 Mark lag dieser Durchschnitt im Jahr 1995 genauso hoch wie 1994. Die Schwankungsbreite ist allerdings enorm: Sie reicht von einem tiefsten Wert um 120 000 Mark bis zu einem Spitzenwert von fast 550 000 Mark.

56 Prozent der Befragungsteilnehmer lagen unter und 44 Prozent über dem Durchschnitt von 234 000 Mark. Dabei ist interessant, daß fast 45 Prozent der Unternehmen einen Pro-Kopf-Umsatz von weniger als 200 000 Mark erwirtschaften. Unter Berücksichtigung der Personalausgaben und der übrigen Kosten, die von Unternehmen zu Unternehmen nicht allzu stark differieren, gilt im IT-Geschäft die 200000-Mark-Grenze als Rentabilitätsmarke, ab der Gewinne erwirtschaftet werden.

Die Personalsuche gehört zu den schwierigsten Aufgaben der IT-Consulting-Unternehmen in Deutschland. Immerhin stieg die Mitarbeiterzahl im Jahr 1995 um rund zwölf Prozent, ein statistischer Durchschnitt, der durch Einzelwerte mit enormer Streuung zustande kommt. Fünf bis sieben Prozent der neuen Mitarbeiter wurden zusammen mit ihren Unternehmen übernommen.