Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.04.1981

"Ein bißchen rechnen"

Im Anschluß an seine Simultanvorstellung sprach CW-Mitarbeiter Ivan Kühnmund mit Boris Spasskij über Schachcomputer.

CW: Welche Stärken und Schwächen offenbarte Ihrer Meinung nach das von Ihnen besiegte Schachprogramm?

Spasskij: Ich meine, daß die größte Schwäche aller derartigen Schachprogramme darin liegt, daß sie die Prinzipien des positionellen Spieles nicht berücksichtigen. Sie können ein bißchen rechnen, aber darüber hinaus nicht viel mehr.

CW: Glauben Sie, daß ein Computerschachprogramm eines Tages fähig sein wird, etwa auf dem Gebiet der Eröffnung etwas Neues zu bringen?

Spasskij: Nein, ich glaube nicht, daß ein Computerschachprogramm je fähig sein wird, ähnlich wie ein Großmeister analytisch vorzugehen. Ich glaube, daß die Chance der Schachprogramme in der Vergrößerung der rein praktischen Spielstärke liegt.

CW: Wird ein Computer jemals in der Lage sein, den weltbesten Schachspieler in einem Match zu besiegen?

Spasskij: Ich möchte vorausschicken, daß ich kein Fachmann auf dem Gebiet der Programmierung bin. Ich kann nur die Spielstärke der jeweiligen Computer beurteilen, gegen die ich selbst schon gespielt habe. Und sie waren bisher "furchtbare Patzer".

CW: Könnten so starke Schachspieler wie Sie zur Schachprogrammierung wesentlich beitragen?

Spasskij: Diese Frage ist für mich schwierig. Ich nehme an, daß für die erfolgreiche Schachprogrammierung sowohl das Können eines guten Programmierers und Mathematikers als auch das eines guten Schachspielers erforderlich ist. Und ich bin kein Mathematiker.

CW: Ist Ihnen bekannt, wie weit der Ex-Weltmeister Dr. M. Botwinnik in der Entwicklung seines neuartigen Programmes "Pionier" fortgeschritten ist?

Spasskij: Mir liegt darüber keine Information vor. Ich weiß nur, daß manche Fachleute in der UdSSR dieser neuen Idee von Botwinnik skeptisch gegenüberstehen .

CW: Würden Sie unter Umständen bereit sein, zu einem Match mit einem stärkeren Schachprogramm wie etwa "Belle" anzutreten.

Spasskij: Im Prinzip ja, es ist für mich eine terminliche und finanzielle Frage.

CW: Wir bedanken uns für das Gespräch.

Spasskij: Keine Ursache.