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18.05.1990 - 

IBM bleibt CASE-Werkzeug für AS400 schuldig

Ein CASE-Tool von Synon soll die AD/Cycle-Lücke schließen

MÜNCHEN (hv) - Die Synon Ltd. in London wird als neuer Business-Partner der IBM im Rahmen des AD/Cycle-Konzeptes Anwendungsentwicklungs-Werkzeuge für die AS/400 liefern. Big Blue konnte seine Pläne einen eigenen Code Generator für die Midrange-Ebene anzubieten nicht verwirklichen. Die Lücke, die ursprünglich ein CSP-Tool von IBM schließen sollte, wird nun das CASE-Produkt "Synon/2" ausfüllen.

War das AD/Cycle-Konzept bisher weitgehend auf die Micro-Mainframe-Welt begrenzt, so soll jetzt die Midrange-Ebene integriert werden - allerdings nicht, wie ursprünglich vorgesehen, mit einem IBM-eigenen Produkt. "IBMs AD/Cycle-Ankündigungen im September 1989 bezogen sich auf die Betriebssysteme MVS und PS/2. Die strategische Richtung war was die Midrange-Ebene angeht, ziemlich unklar", kommentiert Simon Williams, Geschäftsführer der Synon Ltd., die zerfahrene Big-Blue-Strategie.

Das CASE-Tool "Synon/2" ist IBM-Anwendern längst bekannt: Bereits seit 1988 wird es unter dem IBM-Logo vermarktet. "Früher gab es bei IBM bestenfalls eine vage Empfehlung: Wer auf der AS/400 Stand-alone entwickelt, könnte möglicherweise auch mit Synon/2 arbeiten. Das war uns natürlich nicht deutlich genug", erläutert James D. Ryan, Synon Product Manager bei der Darmstädter Servocomp GmbH, einem der deutschen Vermarkter des CASE-Produktes Heute empfehle die IBM ausschließlich Synon/2 für die Anwendungsentwicklung im Midrange-Bereich.

In einem sogenannten "Business Partner Vertrag" wurde festgelegt, daß Synons CASE- Produkt einen ähnlich bedeutenden Stellenwert im AD/Cycle-Konzept erhält wie zuvor die Produkte von Bachman Information Systems Inc., Index Technology Corp. und Knowledgeware Inc. Die Case-Tools dieser Anbieter können mit Hilfe des "AD/Cycle-Interfaces" mit dem Synon-Produkt verbunden werden.

Anwender wirkten auf IBMs CSP-Produkt

Ob Big Blue - ähnlich wie bei den anderen CASE-Partnern - Anteile der Synon Ltd. erwerben wird, ist nach Angaben von Jacqueline Jones, International Network Territory Manager bei Synon, nicht ausgeschlossen, steht aber derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Offensichtlich war vielen eingefleischten AS/400-Anwendern lange nicht klar, welchen Weg IBM einschlagen wollte: Insider sprechen von einigen Anwender-Unternehmen, die IBMs 4GL-Tool Cross System Product (CSP) - in Erwartung des angekündigten CSP-Produktes - gerne in den Mittelpunkt ihrer AS/400-CASE-Umgebung gestellt hätten. Sie seien von diesem Synon-Commitment überrascht worden.

"Bisher sah man für das Generieren von AS/400-Anwendungen auch CSP vor. Die Programme wurden am Großrechner entwickelt und dann als Runtime-Module auf die AS/400 heruntergeladen", erläutert Servocomp-Mitarbeiter Ryan die traditionellen Verfahren. "Mit CSP gab es dabei große Performance-Probleme. Sogar die IBM selbst hat kürzlich davon abgeraten, CSP in den derzeit vorhandenen Ausführungen für die AS/400 einzusetzen", so der Produkt-Experte. Trotzdem haben eine Reihe von Unternehmen mit diesem Werkzeug gearbeitet, um die kurze Zeit bis zur Auslieferung des neuen IBM-Produktes zu überbrücken.

Synon/2 ist ein Paket für die Anwendungsentwicklung, inklusive Design, Codierung, Dokumentation und Wartung. Planungs- und Analysephase müssen mit anderen Werkzeugen bewältigt werden. Mit dem Produkt läßt sich AS/400-Sourcecode in RPG und in Cobol generieren.