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25.04.1986

Ein Chip-Wunder, das keines ist

Die Japaner haben ihn, Siemens ist halb schwanger: Der Streit um die Erstgeburt des 1-MBit-Chips nimmt neue Formen an. Vor allem, so scheint es, hat der High-Tech-Zwist viele Medienleute aktiviert, die lukrative Auflagengeschäfte wittern.

Slogans und Marketing-Blabla enthält denn auch die Diskussion über Miniaturisierungsfragen in der Wirtschaftspresse: kaum ein Magazin, in dem nicht Serien über High-Tech auf dem Chip-Felde laufen. Einschlägige Aktivitäten der Computerhersteller bekommen ungebührliche Resonanz. Dies muß man sich vor Augen halten, wenn man liest, daß die IBM ,Megachips bereits in den 3090-Prozessoren verwendet.

Das landläufige Bild vom Chip-Wunder ist nach zwei Richtungen hin verzeichnet. Computer-Scientists sehen nur das technisch Machbare. Von anderer Seite wild der wirtschaftliche Nutzen herausgestellt. Beide Zeichnungen sind richtig. Falsch werden sie erst, wenn man nur eine der beiden betrachtet und vor der anderen die Augen verschließt.

Macht man sich von technologischem Ballast frei, der sich mit Kürzeln wie "VLSI" oder "MOS" verbindet, so bleibt ein Bewertungskriterium übrig: der Markt.

Ein Beispiel: Als die IBM 1978 das Informationssystem 8100 auf den Markt brachte, verband sie die Ankündigung mit einer Technik-Premiere - erstmals wurden 64-KBit-Chips in einem Serienprodukt eingesetzt. Der Abteilungsrechner erwies sich bekanntlich als nahezu unverkäuflich - die Kunden kamen mit dem Betriebssystem nicht zurecht.

Interessant ist, und hier hätten wir das Fazit, daß künftig nicht mehr technische Verbesserungen bei der Hardware die Entwicklung der DV-Anwendung bestimmen, sondern daß durch die mittlerweile höchst komplexen Softwaresysteme die Grenzen des Machbaren abgesteckt sind. Und Wunder auf diesem Gebiet dauern nun mal etwas länger.