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24.10.1975 - 

Anwender-Bericht: Tagesanzeiger Zürich

Ein Datenbank-Test für die Kapazitäts-Planung

24.10.1975

ZÜRICH - Trotz langjähriger EDV- Erfahrung begeben sich die meisten Anwender beim Aufbau von Datenbanksystemen auf Neuland. Für die neue Aufgaben. - Konzeption des Systems, Auswahl der Software, Beurteilung der hardwaremäßigen Konsequenzen, fehlen meist präzise Kenntnisse der modernen Datenbank-Technologie und Erfahrungen im Einsatz komplexer Sofware-Systeme.

Der Tagesanzeiger in Zürich, einer der großen Schweizer Verlage, hatte deshalb einen empirischen Weg eingeschlagen, um sein Abonnenten-Informationssystem (Abonis) auf sichere Daten zu gründen- einen Test. Mit einer Musterdatenbank sollten diese Aufgaben gelöst werden:

1. Ermittlung der voraussichtliche Computerbelastung und Planung der notwendigen Hardware

2. Günstige Struktur der Abonnenten- Datenbank

3. Erfahrung mit der Handhabung und Programmierung komplexer DB-Systeme zu gewinnen

Anders als Großunternehmen konnte der Tagesanzeiger in einen solchen Test nicht beliebig Personal und Maschinenzeit investieren. Der Aufwand mußte vertretbar bleiben. Deswegen wurde das DB- System Isogen von Zeda ausgewählt. Die Teoretische Untersuchung zeigte, daß das System eine Vielzahl moderner Technologien anbietet und flexible DB-Systeme ermöglicht.

Ein Monat Probeinstallation genügte

Mit der Durchführung des Tests waren im wesentlichen zwei Mitarbeiter betraut. Wie geplant wurde folgender Ablauf eingehalten:

1. Schulung und Installation. Wegen der einfachen Handhabung des Standard-Paketes genügte eine dreitägige Schulung der Mitarbeiter.

2. Datenbank-Entwurf. In Vorarbeiten waren die zu speichernden Daten und die Informationsanforderungen untersucht worden. Das Datenbank-Design benötigte nur wenige Tage. Für die Testdatenbank wurde gleiche eine komplexe Struktur gewählt (siehe Abbildung), die viele Varianten enthält:

- mehrstufige Hierarchien

- ausgeprägte Netzstruktur

- mehrere logische Beziehungen zwichen Satzarten, dargestellt über Mehrfachverkettung.

Eine Besonderheit von Isogen wurde ebenfalls ausgenutzt: die Indizierung. Durch vorgeschaltete Index-Dateien können Datenbestände unabhängig von ihrer eigentlichen Speicherung nach einem Schlüssel direkt oder sequentiell verarbeitet werden. Der Einstieg über den Index ist an jeder beliebigen Hierarchie möglich. Durch Mehrfachindizierung (wie beim Datenbestand Adressen") ist es möglich, über mehrere Schlüssel direkt zuzugreifen oder ohne zu sortieren nach verschiedenen Ordnungskritieren sequentiell abzuarbeiten.

3. Extraktion von Originaldaten zum Test. Für repräsentative Meßwerte sollten größere Datenmengen geladen werden. Zum Beispiel 50 000 Adressen, 20 000 Abonnements, 1 1 000 offene Posten etc.

4. Performance-Test. Isogen wurde vom 1. bis 30. April 1975 eingesetzt. Neben dem Laden der Bestände sollten die verschiedenen Verarbeitungswege gemessen werden. Isogen ist so einfach zu handhaben, daß 2 Mitarbeiter insgesamt 20 Tests durchführen konnten. Die Programme dazu enthielten natürlich nur wenig Verarbeitungslogik, aber die notwendige Datenbank-Steuerung. Erfahrungsgemäß erreicht bei kommerzieller Anwendung der Computer seine Kapazitätsgrenze nicht beim Rechnen, sondern über Kanalaktivität. Deswegen war es eine zusätzliche Erschwernis, daß alle 16 Dateien der Test-DB auf einer Platte liegen mußten.

Die Auswertungen der vielen Meßdaten und das EDV-Konzept bis zur Hardware-Auswahl nehmen einige Zeit in Anspruch. Neben der Erfahrung, daß die DB-Struktur für die tägliche Praxis einfacher gehalten werden kann, ergibt sich eine wichtige Folgerung:

Mit der bisherigen Computer-Kapazität - 2X IBM 360-40 mit je 256 K unter DOS - kann das vorgesehene Online-Informations-System noch realisiert werden. Dies ist besonders bedeutsam, weil beide Anlagen gekauft sind.

Dabei spielen zwei Gründe eine entscheidende Rolle:

- Isogen benötigt keine eigene Partition (auch im Multi-User-Betrieb),

- die Datenbanksoftware von Isogen belegt wenig Speicherplatz. Die generierten Module bewegen sich bei DOS zwischen 5 und 20 KB.

B.Meier ist EDV-Leiter beim Tagesanzeiger, Zürich

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