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08.08.1975 - 

Prozeßrechner überwachen Betriebsklima und Stromkosten

Ein Dutzend Super-Hausmeister

BONN - Beim Zigarettenhersteller Reemtsma in Hannover schaltet ein Prozeßrechner die Drehzahl der Ventilatoren im Kühlraum je nach benötigter Kühlleistung so um, daß der Betrieb optimal läuft. Bei der Pharmafabrik Schering AG in Berlin verhindert ein "Spitzenlastprogramm" die Überschreitung der mit dem Versorgungsunternehmen vereinbarten Grenzwerte für den Energieverbrauch und in Bonn sorgt ein Computer für gutes Betriebsklima in drei Ministerien.

Insgesamt 13 solcher "Super-Hausmeister" arbeiten derzeit in Deutschland. "Geazent" hat sie der Hersteller AEG genannt - "zentrale Leittechnik" heißt das System im Baubehörden-Deutsch. Von der "Pflanzdach-Bewässerung bis zur Desinfektionseinrichtung" überwachen Prozeßrechner die gesamte Haustechnik.

Kosten: 1,4 Millionen

Einen 1,4-Millionen-Mark-Hausmeister haben beispielsweise die Bundesministerien für Forschung und Technologie, Bildung und Wissenschaft sowie Justiz. Sie belegen zwei, 150 Meter voneinander entfernte Hochhäuser in Bonn sowie vier Nebengebäude, in denen Kantine und andere Versorgungseinrichtungen untergebracht sind. 3000 Gefahrmeldestellen an Klimaanlage, Heizung, Sanitär und Elektroinstallation, Aufzug, Aktentransportanlage und Notstromaggregat überwacht automatisch eine Zentrale Geazent 110, die von einem Prozeßrechner 60-10 gesteuert wird. Sie überprüft außerdem ständig 600 Meßstellen für Temperatur, Strom, Druck und Feuchtigkeit.

Spar- und Reaktionsprogramme

Seit zwei Jahren entlastet die zentrale Leittechnik das technische Personal, sorgt für umfassende Dokumentation und spart Energie. Eine automatische Zeitplansteuerung schaltet je nach Tageszeit und Wochentag nur so viele Energieverbraucher ein, als tatsächlich benötigt werden. Die Zentrale verfügt außerdem über Reaktionsprogramme, die bei Stromausfall die Notstromversorgung und bei Ausbruch von Feuer die Ablüftung zum "Entrauchen" einschalten.

Üblicherweise übernehmen die Leitzentralen eine "zyklische Analogwertüberwachung". Wenn im Programm vorgegebene Grenzwerte überschritten werden - beispielsweise die Bürotemperatur über 25 Grad steigt - wird ein Signal gegeben. Eine rechnergesteuerte Regelung erfolgt nur in Einzelfällen und stellt eine Zusatzaufgabe dar.

Störstatistik fürs ZDF

Die größte bisher von AEG realisierte Anlage mit 6700 Informationspunkten und zwei Prozeßrechnern für Haupt- und Notbetrieb steht in Mainz. Beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) liefert sie unter anderem Störungsstatistiken und Energieverbrauchsbilanzen und druckt Wartungshinweise aus, wenn beispielsweise ein Motor nach tausend Betriebsstunden geschmiert werden muß.

Bei der größten geplanten Installation handelt es sich freilich um einen Auslandsauftrag: die Gebäudeleitzentrale der Universitätsklinik Uppsala . (Schweden) wird im Endausbau 10 000 Informationspunkte erfassen.