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Anwenderbericht E. Merck, Darmstadt:

Ein einfaches Mittel für komplexe TP - Anwendungen

12.05.1978

DARMSTADT - Für die weltweit operierende Unternehmensgruppe Merck kam es nach der Entscheidung, die Niederlassungen mit dialog - orientierten Bildschirmanwendungen auszustatten, darauf an, eine einheitliche softwaretechnologische Grundlage für alle Tochter - und Beteiligungsfirmen zu schaffen. So vergab man an die auf Cobol -Dialoganwendungen spezialisierte "Gesellschaft für Problemlösungen durch angewandte Informatik mbH Software Partner", mit der bereits bei einem Anlagenbuchhaltungs -DV- Projekt gute Erfahrungen gemacht wurden, Auftrag, ein herstellerunabhängiges Hilfsmittel zur Erstellung komplexer TP - Anwendungen zu entwerfen.

Das Software Partner - Konzept eines "Allgemeinen Systems für Standardisierung und Strukturierung" (SP/ ASS) erschien den Merck -DV- Experten am ehesten geeignet, ihre Forderungen nach Kompatibilität und Portabilität für die Anwendungssoftware zu erfüllen. So entwickelte ein gemischtes Software Partner / Merck - Team ein TP - Instrumentarium, das dem potentiellen Anwender von dialogorientierter Software Hilfen zur Verfügung stellen soll, die

- Entwurf und Realisierung solcher Software vereinfachen,

- für verallgemeinerbare Programmläufe vorgefertigte Programmbausteine bereitstellen,

- auch für Dialoganwendungen ein Maximum an Hardware beziehungsweise Herstellerunabhängigkeit ermöglichen,

- sicherstellen, daß ein modulares Anwendungssystem zustande kommt.

"SP/ASS" - Dialogsteurung geht von der Forderung aus, formularähnliche Formate auf Bildschirmen darzustellen. Eine Systematik bezeichnet die Elemente des Bildschirms, die für den Dialogverkehr mit dem Bediener notwendig sind.

Das Gesamtpaket umfaßt:

- einen Algorithmus, mit dem der Ablauf der Dialog - Programmsegmente vom Bildschirmbediener oder vom Programmsegment selbst gesteuert

- Regeln für die Gestaltung der Bildschirmformate

- ein Schema, nach dem die den Formaten zugeordnet Programmsegmente zu programmieren sind.

Hinzu kommen die Software - Komponenten "Nachrichten - Interface" und "Datei / Datenbank - Interface" sowie der Programmgenerator "S / Unip" mit dem Bibliothekssystem "S / LIB". Die "Nachrichten - und Datei - Datenbank - Interfaces" übernehmen die Steuerung des Ablaufs der Programmsegmente. Der Generator "S/Unip" unterstützt den Anwender bei der Erstellung der Programmsegmente, von denen unter Umständen mehr als 50 Prozent maschinell erzeugt werden können.

Das Funktionsschema von "SP / ASS"- Dialogsteuerung ist kompatibel zu den TP - Monitoren CICS (IBM), IMS (Univac) sowie STP (Honeywell Bull). Es ist aber auch als eigenständiger TP - Monitor einsetzbar, der unmittelbar mit den Netzwerk - Zugriffsmethoden BTAM, TCAM, VTAM(IBM), ICAM (Univac), Cobol-Communication-Interface (Honeywell Bull) und ETSII, MTS (ICL) kommuniziert.

Die "SP / ASS - DS" - Dateischnittstelle geht von den Zugriffsmöglichkeiten aus, die für ANS - Cobol 1974 definiert wurden. Für komplexere Anwendungen können hierarchische Datenbanken eingesetzt werden. Um hierbei Kompatibilität sicherzustellen, kann das File -Interface mit einem "DA - Modul" ausgestattet werden, der praktisch die Möglichkeiten der IBM - DLI - (...)DAM - Technik verfügbar macht. In Kombination mit dieser DA - Technik ist herstellerseitig aber eine indexsequentielle Speicherorganisation notwendig, wie sie mit VSAM (IBM) ISAM (Univac, ICL) anzutreffen sind. Durch eine entsprechende Interface - Ausstattung ist auch der direkte Anschluß an IBM's DLI möglich.

Das Gesamtinstrumentarium wird heute bei Merck in sechs Installationen bei fünf Gesellschaften eingesetzt. Es läuft auf IBM 370 -145 / 148, Univac 90 / 30, ICL 2904. Die Anwendungssoftware, die auch auf Univac und ICL läuft, wurde in Darmstadt auf der IBM 370 entwickelt. Die Programme sind dort in ungenerierter Form, das heißt in einer Mixtur aus Cobol-Statements und Aufrufen für den Generator "S / Unip", in einer zentralen Bibliothek gespeichert. Jedem Compilierungslauf geht eine Generierung voraus, die aus den ungenerierten Programmen ein auf der jeweiligen Zielmaschine (IBM, Univac, ICL) compilierfähiges Programm erzeugt.

Klaus Kollmann, Leiter der Merck - Abteilung Systemplanung und Programmierung, faßt die bisherigen Erfahrungen mit "SP / ASS - DS" so zusammen: "Wir haben ein hervorragendes Hilfsmittel zur einfachen und schnellen Erstellung von komplexen TP - Anwendungen geschaffen, bei dem die Organisatoren und Programmierer nicht in erster Linie TP -Spezialisten sein müssen, sondern sich von auf die Anwendung konzentrieren können. Zusätzlich haben wir das für viele Großanwender interessante Problem der Herstellerunabhängigkeit für TP - Anwendungen gelöst."