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17.12.1993

Ein erster deutscher Anwender stellte sich vor Version 2.0 der Amdahl-Umgebung Huron laeuft unter AIX und Solaris

AMSTERDAM (qua) - Die juengste Ausfuehrung der Anwendungsentwicklungs-Umgebung "Huron" adressiert auch Anwenderunternehmen, die ihre Applikationen auf RS/6000- oder Sun- Sparc-Workstations entwickeln wollen. Mit der Freigabe von Huron 2.0 haben sich die Anbieter Amdahl und EDS das Ziel gesetzt, innerhalb eines Jahres die bislang erst 50 Unternehmen umfassende Kundenbasis zu verdoppeln.

Neben der Unterstuetzung weiterer Plattformen zeichnet sich die aktuelle Version der bei Amdahl entwickelten Umgebung insbesondere durch eine verbesserte Performance aus. Dafuer ist unter anderem ein neuer interner Sort verantwortlich. Wie Keith Cheshire, Huron- Produkt-Manager bei Amdahl Europa, erlaeutert, basiert das aktuelle Huron-Release darueber hinaus auf einem ueberarbeiteten Metamodell. Es enthaelt - in Anlehnung an den derzeitigen Stand der Technik - Klassen und Objekte, die sich allerdings nicht vom Anwender definieren lassen.

Bis dato ist Huron 2.0 nur unter MVS lieferbar. Die Aufuehrungen fuer das Amdahl-eigene Unix-Derivat UTS, fuer das PC-Unix von SCO sowie fuer die Unix-Derivate AIX und Solaris werden voraussichtlich im ersten Quartal des kommenden Jahres zu haben sein. Mit Versionen fuer Windows, OS/2 und Windows NT ist nicht vor Ende 1994 zu rechnen. Ob die Entwicklungsumgebung auf die AS/400 portiert werden soll, wird noch diskutiert.

Von den weltweit 50 Huron-Kunden haben 21 ihren Sitz in Europa. Erstes deutsches Anwenderunternehmen ist das Grossversandhaus Klingel in Pforzheim, das auch im Hardwarebereich auf Amdahl setzt. Anlaesslich einer Pressekonferenz in Amsterdam erlaeuterte Horst Schneider, Direktor fuer Informationstechnik bei dem baden- wuerttembergischen Handelsunternehmen, warum er sich fuer die Entwicklungsumgebung seines Mainframe-Lieferanten entschieden hat. Als sich Schneider nach einer Alternative zu Cobol umsah, legte er eigenen Angaben zufolge besonderen Wert darauf, dass die in Frage kommenden Entwicklungswerkzeuge aus einer Hand stammten. Von Konzepten, wie sie die IBM mit AD/Cycle propagiert habe, halte er nichts. Das Pflichtenheft fuer die neue Entwicklungsumgebung umfasste ausserdem die Kriterien zentrales Repository und Portabilitaet der Anwendungen nach Unix.

Huron ist seit Maerz 1991 am Markt verfuegbar. Im vergangenen Juli uebertrug Amdahl die Weiterentwicklung des Produkts der Antares Alliance Group, Dallas, an der der Hardware-Anbieter selbst mit 80 Prozent, das Service-Unternehmen EDS mit 20 Prozent beteiligt sind.

Die Mitgift der General-Motors-Tochter bestand in drei Softwarewerkzeugen mit der Bezeichnung Incase, Apache und Source Code Analyzer (SCI). Dabei handelt es sich um Tools fuer die fruehen Phasen der Anwendungsentwicklung beziehungsweise fuer das Re- Engineering von bestehenden Applikationen. Inwieweit sich diese Produkte mit Huron integrieren lassen, ist noch nicht spruchreif. Amdahl leugnet jedoch nicht, dass der Mangel an Upper-CASE-Tools vielfach als eine Schwachstelle von Huron angesehen wird. Immerhin stellte der Anbieter bereits Schnittstellen zu Fremdprodukten wie ADW, IEF, Excelerator und Oracle CASE bereit.

Allerdings laesst sich Huron von seiner Konzeption her kaum mit den gaengigen CASE-Ansaetzen vergleichen. Mit Hilfe eines Online- Repositories, eines Regel-Editors und eines integrierten Datenbank-Management-Systems soll die Amdahl-Umgebung einen evolutionaeren Entwicklungsprozess ermoeglichen, bei dem die Endanwender einbezogen sind. Die Trennlinie zwischen Upper- und Lower-CASE wird dadurch teilweise verwischt.