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09.10.1998 - 

Wie E-Bay an der Wall Street Furore macht

Ein Flohmarkt im Internet fasziniert die Geldmärkte

Von Goldman Sachs & Co. an die Börse geführt, schüttete E-Bay 3,5 Millionen Anteile zum Preis von 18 Dollar unters Volk. Am Abend des ersten Handelstages betrug der Schlußkurs 47,375 Dollar - ein Plus von 163,2 Prozent konnten die auf Internet-Versteigerungen spezialisierten Unternehmer verbuchen. Nur wenige Unternehmen, darunter Broadcast.com, Doubleclick, Verisign, Broadcom, Inktomi und Internet Security Systems, starteten in letzter Zeit ähnlich gut.

Insgesamt existieren 39,7 Millionen E-Bay-Aktien, knapp ein Zehntel davon gelangte in den öffentlichen Handel. Alle Anteile eingerechnet, erreichte die Firma schon am ersten Tag einen Marktwert von 1,9 Milliarden Dollar. Der schärfste Rivale Onsale war am Tag des Börsengangs von E-Bay nur 350 Millionen Dollar wert.

Warenverkauf zwischen Privatpersonen

Wer ist die Company, die Anlegern weltweit den Kopf verdreht? E-Bay ist das vermutlich größte Auktionshaus im Internet, das den Warenverkauf zwischen Privatpersonen ermöglicht. Der Dienst ist ein Paradies für Online-Surfer, die aus zweiter Hand einkaufen wollen. Es gibt nichts, was man auf dieser Site nicht findet - von elektronischen Geräten über Bücher und CDs bis hin zu Autos und Antiquitäten.

Wichtiger noch ist aus Sicht des Unternehmens die Tatsache, daß die Adresse www.ebay.com unter Sammlern von Briefmarken, Münzen, Antiquitäten, Fanartikeln oder anderen Liebhaberstücken als erste Adresse gilt.

Der Geldmarkt konnte angesichts dieser Perspektive auf einen Markt ohne Grenzen die nötige Phantasie für eine außerordentliche Bewertung entwickeln. Finanzanalysten begründen den Erfolg aber auch damit, daß die erst dreijährige Company zu den wenigen Internet-Titeln gehört, die bereits schwarze Zahlen schreiben. Im vergangenen Jahr wurden 874000 Dollar Gewinn verbucht, bei einem Umsatz von 5,7 Millionen Dollar. Das liegt unter anderem daran, daß Verkäufer eine geringe Grundgebühr zu entrichten haben und des weiteren zur Kasse gebeten werden, wenn sie ihr Angebot auffällig plazieren wollen. Electronic Commerce von Privatperson zu Privatperson ist ein Geschäft mit Risiken. Niemand vermag mit hundertprozentiger Sicherheit zu sagen, ob ein ersteigerter Gegenstand auch bezahlt beziehungsweise geliefert wird. Der Company wurde bereits von einem US-Staatsanwalt mitgeteilt, daß untersucht werde, ob E-Bay für Betrugsfälle auf der Auktionsseite haftbar gemacht werden könne. Zwar erklärt der Anbieter auf seiner Homepage, keine Garantie für die korrekte Geschäftsabwicklung zu übernehmen, doch möglicherweise reicht dieses Statement nicht aus, um sich jeglicher Verantwortung zu entledigen.

Ungeachtet dieser Vorbehalte erfreut sich E-Bay einer außerordentlichen Beliebtheit, wie kürzlich eine Online-Umfrage von CBS belegte. "Es ist der größte Flohmarkt aller Zeiten", freut sich dort ein Händler. (Ein Verzeichnis vieler kleiner, zum Teil noch im Aufbau befindlicher Auktionsseiten aus Deutschland ist unter http://www.phone-soft.de/cyber-world/0335d.htm zu finden.)