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10.07.1998 - 

Kolumne

"Ein hartes Stück Arbeit"

Die hohen Zuwachsraten von Oracle im Service- und Applikationsgeschäft dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Software-Anbieter ein hartes Stück Arbeit vor sich hat, wenn die Direktive des Gründers Larry Ellison verwirklicht werden soll. Er will Oracle nach der SAP weltweit zur Nummer zwei im Anwendungssoftware-Markt machen.

Ein ehrgeiziges Ziel, für dessen Erreichen Ellison als neuer Chef der Applikations-Entwicklung seit kurzem selbst geradesteht. Einerseits unterstreicht das die Ernsthaftigkeit des Versuchs, andererseits ist es ein Beweis dafür, daß Oracle mit dem bisherigen Verlauf des Applika- tionsgeschäftes nicht zufrieden ist.

Heute machen die dort erzielten Umsätze - trotz der eingerechneten Support-, Consulting- und Education-Einnahmen - nicht mehr als ein Drittel der Gesamteinkünfte aus. Die restlichen zwei Drittel werden mit den sogenannten Kerntechnologien Datenbanken, Tools, Data-Warehouse und Entscheidungsunterstützung realisiert. Dabei dürfte auf das klassische Datenbankgeschäft der Löwenanteil entfallen. Schaut man auf das Wachstum der gesamten Lizenzeinnahmen - also inklusive Datenbanken -, konnte Oracle im vergangenen Geschäftsjahr nur um gut zehn Prozent zulegen. Das spricht nicht gerade dafür, daß sich die Standardsoftware des Unternehmens verkauft wie warme Semmeln. Allerdings ist die neue Version 11 der Oracle Applications im angelsächsischen Sprachraum erst seit kurzem auf dem Markt. In Deutschland wird sie ab September verfügbar sein. Mit diesem Release legt Oracle zum ersten Mal ein funktional und architektonisch konkurrenzfähiges Anwendungspaket vor.

Doch reicht das, um Marktanteile zu gewinnen? Viel zu lange hat sich Oracle auf das Datenbank- und Tool-Geschäft verlassen. Erst jetzt, da sich in diesem Markt Sättigungstendenzen bemerkbar machen, der Absatz objektrelationaler Datenbanken weit hinter den Erwartungen zurückbleibt und Microsoft mit dem SQL Server im unteren Segment sehr erfolgreich wildert, konzentriert sich Ellison auf den bereits besetzten Anwendungsmarkt. Durch dieses Vorgehen und die NC-Eskapaden der Vergangenheit darf Oracle deshalb beim Anwender nicht mit einem Vertrauensvorschuß rechnen. Außerdem werden sich SAP und Co. nicht kampflos die Butter vom Brot nehmen lassen.