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11.12.1981

Ein Jahr Datex-P Zwischenbilanz

11.12.1981

Jürgen Bohm, Bundespostministerium

Unter der Überschrift "Care-Pakete für Datex-P" setzte sich die COMPUTERWOCHE (Nr. 43/81) kritisch mit diesem Dienst der Deutschen Bundespost auseinander und fordert eine Zwischenbilanz der Post.

Hierzu nun gleich einige Stellungnahmen:

Stand

Im August 1980 führte die Deutsche Bundespost Datex-P den paketvermittelten Datenübermittlungsdienst, als Teilnehmer-Probebetrieb ein. Am 26. August 81 wurde dieser Probebetrieb in den Regelbetrieb übergeführt. Das Dienstleistungsangebot umfaßt die Dienste Datex-P10 und Datex-P20. Datex-P10 bietet Einfach- und Mehrfach-Anschlüsse für intelligente Datenendgeräte die der CCITT-Empfehlung X.25 entsprechen. Datex-P20 erlaubt den Anschluß von Start/Stop-Datenendgeräten entsprechend den CCITT-Empfehlungen X.28, X.3 und X.29 sowie Einwählzugänge aus dem Fernsprech- und dem Datex-L-Netz. Beide Datex-P-Dienste bieten feste und gewählte Verbindungen sowie weitere Leistungsmerkmale zum Beispiel Teilnehmerbetriebsklasse.

Verbindungen zu Anschlüssen in paketvermittelten ausländischen Netzen können von deutschen Teilnehmern genutzt werden (USA seit September 81, Frankreich seit Oktober 81).

Die Nachfrage stieg seit der Dienstaufnahme stetig an und erreichte am 1. November 81 870 Anschlüsse, die von rund 350 Anwendern beantragt waren. Das Wachstum lag im Jahre 1981 bisher bei acht Prozent.

Erwartungen

Jedes neue Angebot braucht von seiner Ankündigung bis zur weitverbreiteten kommerziellen Anwendung einige Zeit. Je nach Angebot kann dies bis zu mehreren Jahren dauern.

Die EDV-Hersteller haben zwischenzeitlich eine breite Palette von X.25-Endgeräten angekündigt. Die Nachfrage der Anwender übertraf in vielen Fällen - besonders zu Dienstbeginn - die Liefermöglichkeiten.

Die Deutsche Bundespost kann die Mitte 1979 für Mitte 1980 in Auftrag gegebenen technischen Einrichtungen nutzen. Schon Anfang 1981 waren Erweiterungsmaßnahmen erforderlich. Der Netzausbau geschieht bedarfsentsprechend.

Die Erwartungen der Deutschen Bundespost bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden im wesentlichen erfüllt. Nach etwas über einem Jahr sind 350 Anwender aus allen wichtigen Bereichen der Wirtschaft sowie von Wissenschaft und Verwaltung ein gutes Ergebnis, auch im internationalen Vergleich. Zu den Anwendern gehören Unternehmen aus den Bereichen Versicherungen, Banken, Sparkassen, Handel, Dienstleistung, Touristik, Maschinenbau, pharmazeutische Industrie, Bauindustrie und so weiter. Viele dieser Anwender haben zu erkennen gegeben, daß sie umfangreiche Datenfernverarbeitung mit Datex-P planen. Daher enthält die erreichte Anwenderzahl ein erhebliches Wachstumspotential für Datex-P.

Mitarbeit

In der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) tätige Anwender- und Hersteller-Verbände wurden 1978 gefragt, ob sie einen paketvermittelten Datenübermitllungsdienst als zusätzlichen Dienst der Deutschen Bundespost benötigen. Die Verbände haben mit ihren Mitgliedern darüber beraten. Die Deutsche Bundespost erhielt die Empfehlung Datex-P als Erweiterung des Datenübermittlungs-Dienstleistungsangebots einzuführen. Bei der dann folgenden Festlegung des Dienstleistungsangebots 1979 und 1980 wurde derselbe Weg beschritten.

Um mit den Datex-P-Teilnehmern des ersten Betriebsjahres einen unmittelbaren Informationsaustausch zu ermöglichen, wurde der Teilnehmerarbeitskreis Datex-P gegründet. Er fand ein reges Interesse und eine starke Beteiligung von zirka 60 bis 100 Teilnehmern je Sitzung. Die Arbeit dieses Kreises wurde von den Anwendern so geschätzt, daß sein Mandat im Herbst 1981 fast einstimmig verlängert wurde. Der Teilnehmerarbeitskreis ist das einzige für Datex-P neu gegründete Gremium.

Standardisierung

Für die Datenkommunikation ist der Fortschritt bei kompatiblen, herstellerneutralen Datenübermittlungsprotokollen wichtig. CCITT, die von den Fernmeldeverwaltungen getragene Normenorganisation, hat die Normung der drei unteren Ebenen des 7-Ebenen-Architekturmodells übernommen. Die ISO hat die Normung der höheren Ebenen übernommen. Verabschiedete Normen für die drei unteren Ebenen liegen mit der CCITT-Empfehlung X.25 seit 1976 vor. Der Fortschritt im Normungsfeld ist mühsam und erfordert die Beteiligung vieler Gremien. Die Fernmeldeverwaltungen haben ihren Teil beigetragen und werden dies auch in Zukunft tun, damit herstellerneutrale, kompatible Protokolle für die offene Kommunikation entstehen. Da aber noch keine Normen für die höheren Ebenen vorliegen, müssen hier Verfahren der Datenverarbeitungshersteller oberhalb von X.25 eingesetzt werden, wo Normen vorliegen.

Zukunft

Datex-P ist ein Dienst für kommerzielle Kunden und wird daher nie Anschlußzahlen wie der Fernsprechdienst erreichen. Er ist Teil einer internationalen Entwicklung, da alle wichtigeren Industrieländer paketvermittelte Netze eingeführt haben oder kurz-bis mittelfristig einführen werden. Daher bietet Datex-P eine Datenübermittlungsinfrastruktur für nationalen und internationalen Verkehr. Darüber hinaus läßt das bisherige stetige Wachstum sowie die heutige hohe Zahl von Anwendern ein kräftiges künftiges Wachstum bei Anschlüssen und Verkehr erwarten.