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13.11.2006 - 

Karl Astecker x Magna Steyr IT Second Ten x CIO des Jahres

Ein Konzept für viele Standorte

Michael Schweizer ist freier Autor in München.
Wer fast alle großen Autofirmen beliefert und auch selbst ganze Fahrzeuge baut, braucht eine vielschichtige IT und einen IT-Chef, der für stabile Abläufe sorgt.

Die IT, über die Karl Astecker wacht, muss man sich sehr komplex vorstellen. Magna Steyr entwickelt für große Autofirmen ganze Fahrzeuge, wie zum Beispiel den Audi TT, oder fertigt sie, wie etwa für Daimler-Chrysler den Mercedes G, den Jeep Cheerokee und den 300C. Beim Saab 9-3 Cabrio und beim BMW X3 kamen Entwicklung und Fertigung zusammen. Die über 10000 Mitarbeiter erwirtschafteten zuletzt einen Jahresumsatz von 4,14 Milliarden Dollar. Das Unternehmen ist eine Tochtergruppe der Magna International Inc., die weltweit 224 Fertigungsstätten sowie 60 Entwicklungs- und Technologiezentren unterhält.

Zur Person

• 2001: Director Magna Steyr IT;

• 1991: Abteilungsleiter Softwareentwicklung;

• 1989: IT-Organisator PDM und Logistik;

• 1984: Fachbereichs-Organisator Engineering PDM.

Erfolgsbausteine

• Durchgängiges IT-Konzept für Produktionsbetriebe an externen Standorten;

• Auslagern von Standardservices;

• unternehmensübergreifendes Projekt-Management.

Magna Steyr operiert von Graz und 16 anderen Standorten aus. Damit auch neue Produktionsbetriebe die Erfahrungen nutzen können, die in der Zusammenarbeit mit Partnern bereits gewonnen wurden, müssen die IT-Abläufe kostengünstig standardisiert werden. Die Vorbereitungen dazu laufen unter dem Projektnamen "Phoenix" und werden für derzeitige Fahrzeuge schon berücksichtigt.

Gemeinsame Sprache gefunden Einheitlicher gestaltete der Director IT auch die IT-Prozesse, die Magna Steyr gemeinsam mit Partnern betreibt. So wird die IT des Kunden über einen EAI-Layer (Enterprise Application Integration) mit den eigenen Systemen verbunden, damit werksintern wieder hauptsächlich mit den bewährten Prozessen und Systemen gearbeitet werden kann. Kleinere und größere Verständigungsschwierigkeiten sind dabei Projektalltag. Hat man sich in solchen Fällen schließlich auf einen gemeinsamen Wortgebrauch geeinigt, müssen unter Umständen Arbeitsabläufe und IT entsprechend geändert werden.

Die 140 IT-Mitarbeiter bekommen externe Unterstützung. Standardisierte Funktionen, die nicht unmittelbar zum Kerngeschäft gehören, lagert Astecker aus Kostengründen gerne aus. Das betrifft zum Beispiel die Telefonie und den Helpdesk. Produktionskritische Server dagegen lässt der IT-Chef von den eigenen Leuten betreuen, "da verlasse ich mich sonst auf niemanden". Den Betrieb des Rechenzentrums hat ein Dienstleister übernommen, nicht aber seine Infrastruktur.

Astecker schildert stolz eine technische Leistung, zu der die IT des Hauses beigetragen hat: Die Wagen der Mercedes-M-Klasse und ein Chrysler-Jeep wurden auf ein und demselben Band produziert. Zu dieser Zeit hatten Daimler und Chrysler aber noch nicht fusioniert. Magna Steyr schaffte es also, auf einem Band komplette Autos für zwei verschiedene Auftraggeber zu fertigen - als damals einziger Hersteller der Welt. Michael Schweizer