Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.09.2001 - 

E-Learning wird zum Serviceinstrument

Ein Konzept für zweimal Weiterbildung

Elektronisches Lernen hat in den Unternehmen längst Einzug gehalten. Dort geht man immer mehr dazu über, nicht nur die eigenen Mitarbeiter zu trainieren, sondern die gesammelten Erfahrungen auch Kunden und Geschäftspartnern zur Verfügung zu stellen. Von Gabriele Müller*

"Learningspace", dieser Begriff hat für die Mitarbeiter der Deutschen Goodyear GmbH in Köln eine ganz besondere Bedeutung. Für sie ist es nicht nur irgendein auf Lotus Notes basierendes System - sondern der Inbegriff für elektronisches Lernen und für konkrete Arbeitserleichterung. "Unser Ansatz war von Anfang an möglichst einfach, mit so wenig Aufwand wie nötig, aber so effektiv wie möglich, praxisnahe Weiterbildung zu betreiben", beschreibt Oliver Kim, bei Goodyear Manager Training, den Ansatz des Unternehmens. Die Entscheidung fiel schließlich für Learningspace, weil das System, so Kim, "diesen Anforderungen am besten gerecht wurde und weil wir im Unternehmen ohnehin häufig mit Lotus arbeiten".

Start mit 25 MitarbeiternIm Gegensatz zur herkömmlichen Nutzung sollen jedoch nicht nur die eigenen Mitarbeiter von der neuen Form des Lernens profitieren. Auch den Goodyear-Partnern, also dem Handel, muss das Weiterbildungskonzept zugute kommen. Dahinter steht bei dem traditionsreichen Reifenhersteller die Überlegung, dass technische Neuerungen, neue Produkte oder Innovationen ja nicht nur im eigenen Haus vermittelt werden müssen, sondern auch demjenigen, der diese Produkte an den Endkunden verkauft - dem Reifenhandel.

Herkömmliche Präsenztrainings setzen einen hohen organisatorischen Aufwand voraus. "Alle Interessenten zu einer Schulung zusammenzubekommen ist fast unmöglich", weiß Oliver Kim aus Erfahrung. Mit E-Learning aber ist das kein Problem mehr - das Lernen mit der Maus macht zeitlich und räumlich unabhängig. Als interne Tester fungierten 1999 erstmals 25 Goodyear-Mitarbeiter, die in einem auf vier Wochen angelegten Kurs ein Excel-Aufbauseminar absolvierten. "Die Erfahrungen waren von Anfang an so positiv, dass wir unser Kursangebot ständig weiter ausgebaut und mittlerweile schon über 400 Mitarbeiter geschult haben", berichtet Kim.

Längst ist es nicht bei Excel geblieben: Inzwischen reicht das Angebot von virtuellen Schulungen für Außendienstmitarbeiter bis hin zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen für Einsteiger und umfasst insgesamt 14 Kurse.

Inhalte in EigenregieGeblieben ist bei den Beteiligten die Begeisterung für diese neue Art des Lernens vor allem aus zwei Gründen: Lernen am Arbeitsplatz ist im Unternehmen voll akzeptiert - dank einer fast einjährigen Vorbereitungs- und Einführungsphase. Zudem erleichtert die neue, elektronische Art, sich Wissen anzueignen, die zwingend notwendige Fortbildung zum Beispiel im technischen Bereich ganz erheblich.

"Neue oder veränderte Produkte, die wir auf den Markt bringen, erfordern nun mal eine intensive Beschäftigung und Auseinandersetzung", sagt Kim. Viele notwendige Informationen lassen sich per Klick, Grafik und Animation schneller, besser und einprägsamer vermitteln.

Unverändert geblieben ist von Anfang an die Konzeption der Lernplattform mit vier Datenbanken als Kernstück. Unter "Zeitplan" verbergen sich die Kursinhalte und zeitlichen Vorgaben, im "Media-Center" gibt es wie in einer Bibliothek Hilfen aller Art in multimedialer Form, der "Course-Room" ist das virtuelle Klassenzimmer, und in der Profile-Datenbank sind nicht nur die Teilnehmer gespeichert, sondern auch Kompetenzen, Wissensschwergebiete oder sonstiges, was für die Lerner interessant sein könnte. "Eine Einteilung, die sich bewährt hat", glaubt Kim. "Denn ein nicht zu unterschätzender Faktor für den Lernerfolg ist der Austausch der Lerngruppe untereinander - und da ist die Profile-Datenbank besonders hilfreich, um für Fragen die passenden Antworten von jemandem zu bekommen, der auf diesem Gebiet fit ist."

Der Datenschutz bleibt übrigens streng gewahrt: Zwar bekommt der Teilnehmer eine Auswertung seiner Lernergebnisse, doch zwei Tage nach Ende eines jeweiligen Kurses werden seine Daten komplett gelöscht. Befragungen unter den Mitarbeitern haben die Zufriedenheit mit dem Lernsystem und seiner Struktur bestätigt. Aber auch das Unternehmen Goodyear hat Grund zur Freude. Dank der Möglichkeit, die Inhalte für die Trainings selbst zu erstellen und zu verwalten, fällt die Kosten-Nutzen-Analyse sehr positiv aus. Eine sechsstellige Summe haben die Kölner bislang bei Schulungen eingespart.

*Gabriele Müller ist freie Journalistin in Wuppertal.