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01.10.1982 - 

Investitionsvorhaben bestimmt den richtigen Leasingpartner:

Ein Mietsatz allein macht noch keine Kondition

Hat sich ein Anwender erst einmal durch den recht unübersichtlichen Markt der DV-Anbieter durchgekämpft und endlich für sein spezielles Anwendungsproblem die optimale Anlage gefunden, stellt sich häufig noch die Frage der Finanzierung. Fällt die Entscheidung dann für Leasing, ist es oft so, daß die Sucherei von vorn losgeht. Denn in der Bundesrepublik gibt es weit über 500 Leasinggesellschaften. Wie man nun den richtigen Leasingpartner findet, kann nur in Abhängigkeit vom Investitionsvorhaben geklärt werden.

Eine Leasinggesellschaft muß in der Lage sein, bezogen auf die Investitionen und vor dem Hintergrund der raschen technologischen Innovation, die richtige Laufzeit, die reibungslose Einbeziehung von Aufrüstungen und Austauschen zu gewährleisten. Es müssen Mietmodelle kalkuliert werden können, die auf die Projektionen des Unternehmens abgestellt werden. Dieses können zum Beispiel degressive oder progressive Mietzahlpläne sein. Bei bestimmten Großrechnern ist die Übernahme von Restwertrisiken durch die Leasinggesellschaft relevant.

Gerade hier ist eine ausführliche Beratung durch einen Computer-Leasingfachmann notwendig. Es muß die vom Kunden gewünschte Laufzeit mit den Restwertkalkulationen, Restwertrisiken und Vermarktungsmöglichkeiten in Einklang gebracht werden. Auch steuerliche Vorteile, die in den USA genutzt werden, können im Einzelfall den Anwender in den Genuß günstiger Mieten bringen, wie Investment Tax Credit und Tax Benefit Transfer.

US-Steuervorteile für deutsche Anwender

Die amerikanische Steuergesetzgebung ermöglicht es der deutschen Leasinggesellschaft, spezielle Abschreibungsmöglichkeiten oder Verlustvorträge durch Anlegergruppen zu realisieren. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß die Leasinggesellschaft auf dem internationalen Markt "zu Hause" ist. Voreilige Zusagen, was die Gestaltung der Mietpreise auf einer derartigen Kalkulationsbasis anbelangt, müssen jedoch sehr vorsichtig beurteilt werden. Denn: Nicht alles was in dem Pionierland der Computer- und Leasingindustrie machbar ist, läßt sich auf unseren deutschen Markt transferieren.

Spezialisierung notwendig

Die Vielzahl von Vertragsmodalitäten, die beim Computerleasing zum Tragen kommen können, zeigt bereits, daß hier eine Spezialisierung der einzelnen Leasinggesellschaften notwendig wurde.

Abhängig von der Art des Geschäftes ist die Organisation und der Abwicklungsverlauf und damit der Service der einzelnen Leasinggesellschaften.

Eine Leasinggesellschaft, die sich zum Beispiel im Bereich der mittleren Datentechnik spezialisiert hat, wird sich bei der Finanzierung einer Großanlage sicherlich schwertun. Genauso kann eine Gesellschaft, die in der Regel Großrechner finanziert, bei der mittleren Datentechnik häufig nicht den notwendigen Service bieten.

Auch die Mietpreisgestaltung ist von Gesellschaft zu Gesellschaft sehr unterschiedlich. So kann es durchaus passieren, daß eine Leasingfirma, die dem Anwender als preisgünstig empfohlen wurde, für sein spezielles Investitionsvorhaben nicht konkurrenzfähig anbieten kann. Daraus ist jedoch nicht grundsätzlich abzuleiten, daß es sich hier um eine "teure" Leasinggesellschaft handelt. Genau dieselbe Firma kann bei einem Spezialprojekt, wo es sich vielleicht um eine äußerst diffizile Vertragskonstruktion handelt, Top-Konditionen bieten.

Erste und zweite Klasse

Es gibt mit Sicherheit Leasinggesellschaften erster und zweiter Klasse. Jedoch kann man nicht davon ausgehen, daß Gesellschaften, die Großprojekte finanzieren, erstklassig, Gesellschaften, die sich im mittleren oder kleinen Bereich engagieren, zweitklassig sind.

Der Anwender, der den für ihn richtigen Leasingpartner finden will, sollte die Angebote der einzelnen Leasinggesellschaften sehr sorgfältig prüfen.

Nicht nur ein Mietpreisvergleich ist wichtig, sondern auch die Frage nach Service, Flexibilität, Know-how und Background. Fragen nach der steuerrechtlichen Beurteilung der angebotenen Vertragskonstruktion müssen von den Leasingfirmen eindeutig beantwortet werden. Bei Unsicherheit sollte man nicht davon scheuen, sich Referenzen nennen zu lassen.

Der Leasingpartner muß, genauso wie ein neuer Mitarbeiter, zu dem jeweiligen Unternehmen "passen". Man muß hier eine ähnliche Sorgfalt walten lassen; denn dem Leasingpartner kann nicht nach Ablauf der Probezeit gekündigt werden - der mit ihm abgeschlossene Mietvertrag läuft in der Regel einige Jahre.

Brigitte Steden Produktmanager Computer bei der Boston Leasing Division der Boston Bank.