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02.07.1976 - 

DV im Aachener Sonnenhaus

Ein Mini "lebt statistisch"

AACHEN - "Es ist heute schon sicher, daß die Warmwasserversorgung durch Sonnenenergie in der Bundesrepublik wirtschaftlich wäre und daß - eventuell in Verbindung mit Wärmepumpen - auch die Heizung gut isolierter Häuser ohne Gas, Öl, Kohle und Strom möglich ist", erklärte Bundesforschungsminister Hans Matthöfer in Aachen bei der Besichtigung des "Sonnenhauses". Das von Philips errichtete Einfamilienhaus, in dem ein Mini Familienleben simuliert (CW Nr. 35 vom 29. August 1975 "Computer führt normales Familienleben"), war vor einem Jahr bezogen worden.

Jetzt wurden die ersten Zwischenergebnisse dem Minister vorgeführt, aus dessen 9,8-Millionen-Mark-Sonnenenergie-Forschungsprogramm auch das unbewohnte Haus in Aachen finanziert wurde. Matthöfer: "Wir wollten einer Familie nicht zumuten, statistisch zu leben." Deswegen ist einer der beiden P-855-Minis, die in dem Gebäude installiert sind, dazu bestimmt, morgens die Dusche laufen zu lassen, ein Ei zu kochen, die Gute-Morgen-Sendung einzuschalten - und so fort bis zum Ausschalten von TV und Licht am Abend. Der Rechner sorgt dafür, daß in genau den Mengen und Zeitabständen Energie verbraucht wird, wie es eine deutsche Durchschnittsfamilie tun würde.

"Wir haben vor einem Jahr mit nichts angefangen - die Simulation befindet sich noch im Versuchsstadium", erläutert Philips. Bei dem insgesamt dreieinhalb Jahre laufenden Projekt soll nicht nur die Simulation perfektioniert werden, um zu möglichst wirklichkeitsnahen Verbrauchsdaten zu kommen. Es werden auch in Minutenabstand - natürlich computerunterstützt - die 150 Meßstellen in dem Versuchshaus abgefragt und die Daten auf Band zur späteren Auswertung im Rechenzentrum gespeichert. Außerdem - dafür ist im Versuchshaus noch ein zweiter Philips-Mini mit 64 K installiert - werden verschiedene Strategien durchgespielt: Bei welcher Hausgröße und Isolierung, bei wieviel Fenstern und welchen Bewohnern sind wieviel Sonnenkollektoren und welche zusätzlichen Energiemengen nötig? Endziel dieser Arbeiten: Software zur Planungshilfe, Wirtschaftlichkeits- und Heizkostenberechnung zu erstellen, wenn eines Tages die Architekten im Keller Wassertanks und auf dem Dach statt Ziegeln Kollektoren vorsehen. Philips hat bereits mit dem Fertighaushersteller Streif einen Kooperationsvertrag geschlossen: Nach erfolgreichem Abschluß der Versuche sollen die Solar-Energie-Systeme in das Neckermann-Fertighausprogramm integriert werden.