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26.01.1996 - 

Vor der Auslagerung Prozesse identifizieren

Ein Oligopol beherrscht den deutschen Outsourcing-Markt

Allerdings macht das Muenchner Redaktionsbuero Luenendonk oligopolistische Strukturen im deutschen Outsourcing-Markt aus. Grossanbieter dominieren und lassen nur wenig Raum fuer eine Anzahl kleiner, regional oder branchenspezifisch taetiger Aussenseiter. Bei den dominierenden Firmen handelt es sich oft um ausgegruendete IT- Organisationen grosser Konzerne, die auch jetzt noch die Haelfte ihres Umsatzes unternehmensintern erzielen. Hinzu kommen die grossen Hardware-Anbieter und Beratungsunternehmen, die ihre Angebotspalette um Facilities Management und Systemintegrations- Services ergaenzen.

Ein Ranking des deutschen Outsourcing-Marktes haelt Thomas Luenendonk, der seine Untersuchungen gemeinsam mit dem Kommunikationsbuero Streicher in Hamburg durchfuehrt, solange fuer unmoeglich, wie die Grosskonzerne den Outsourcing-Anteil an ihrem Gesamtumsatz nicht ausweisen. Allerdings vermuten Streicher und Luenendonk, dass die Ruesselsheimer Opel-Tochter EDS und das zum Daimler-Konzern gehoerige Debis Systemhaus hierzulande die Nase vorn haben. Beide duerften Outsourcing-Umsaetze von rund einer Milliarde Mark erzielen - allerdings ueberwiegend in den eigenen Konzernen.

Auch die IBM mischt mit diversen Tochtergesellschaften kraeftig mit im Facilities-Management-Geschaeft - sie erwirtschaftet in diesem Business eigenen Angaben zufolge zehn Prozent ihres Gesamtumsatzes, also ebenfalls mehr als eine Milliarde Mark. Vom Siemens-Konzern, der in dieses Geschaeft erst kuerzlich ueber die neue Tochtergesellschaft Siemens Business Services (SBS) eingetreten ist, wird bereits im ersten Geschaeftsjahr ein Milliardenumsatz erwartet.

Wie rasant sich dieser Markt derzeit entwickelt, verraet ein Blick in den aktuellen Isis Firmen Report von Nomina: Von 360 Beratungs- und Software-Unternehmen, die dort vertreten sind, nennen 20 Prozent das Outsourcing als Bestandteil ihrer Leistungspalette.

Probleme verschwinden nicht wie von Zauberhand

Obwohl der Markt boomt, herrscht in vielen Unternehmen Unsicherheit darueber, ob und in welchen Bereichen sie auslagern sollen. Dennis Torkko, Partner bei Arthur Andersen & Co., empfiehlt Geschaeftsfuehrern und Managern in einem Beitrag der CW- Schwesterpublikation "Network World", zunaechst einmal die wichtigsten Prozesse im Unternehmen zu identifizieren. Welche Funktionen sind fuer den Geschaeftserfolg unverzichtbar und bringen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil?

Beispielsweise kam die DirecTV Inc., Anbieter von Services im Bereich des Satellitenfernsehens, zu dem Schluss, dass ihre sehr personalintensive Abrechnungsabteilung keineswegs Teil des Kerngeschaefts ist. Dasselbe gilt in diesem Unternehmen fuer das RZ- Management und den Hardware-Support. Diese Funktionen wurden an die Digital Equipment Corp. uebertragen. Aehnlich resolut geht Microsoft bei der Auslagerung ganzer Prozesse vor. Es sei ein Vorteil, nicht-strategische Funktionen an ein Unternehmen zu uebertragen, fuer das diese Bereiche Teil des Kerngeschaefts seien, meint Chief Financial Officer Michael Brown.

Doch nicht jeder Bereich, der nicht unmittelbar zum Kerngeschaeft gehoert, ist reif fuer die Auslagerung. Es gibt Funktionen, die zwar nicht unmittelbar das Kerngeschaeft beruehren, aber dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie beispielsweise einen optimalen Kundenkontakt ermoeglichen.

Outsourcing ist ebenfalls ungeeignet, wenn es lediglich darum geht, Bereiche wie den Netz-Support oder das RZ-Management herauszugeben, weil man selbst nicht damit fertig wird. "Oft existiert der Glaube, man koenne ein Problem wie von magischer Hand verschwinden lassen, indem man es einem Dritten anvertraut", berichtet Jerry Cooperman, Vice-President und Forschungsdirektor der Gartner Group. Diese Strategie fuehre aber generell zu keinem Erfolg, weil der Kunde keine Zeit darauf verwende, die zugrundeliegenden Geschaeftsprozesse zu ueberdenken.

Die strategisch wichtigen Prozesse zu identifizieren ist nur eine Voraussetzung fuer erfolgreiches Outsourcing. Ebenso wichtig ist es, den richtigen Servicepartner zu finden. Die Entscheidung haengt nach Ansicht von Andersen-Berater Torkko von Ausmass und Komplexitaet der auszulagernden Funktion ab. Wird der Netzbetrieb ausser Haus gegeben, ist eine andere Dimension der Betreuung noetig, als wenn der PC-Support fremdbezogen wird.