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08.08.2006 - 

Kolumne

Ein PC ist ein PC ist ein PC

Neulich habe ich es getan: einen PC gekauft. Nach zwei Jahren der privaten Abstinenz. Nun gehöre ich einer schrumpfenden Gemeinschaft an. Der deutsche PC-Markt hat im zweiten Quartal vier Prozent gegenüber dem Vorjahreswert verloren. Das hat es schon mehrere Jahre nicht mehr gegeben. Die nächste Krise für die Hersteller ist da, soviel ist sicher.

Im Grunde genommen bin ich ganz zufrieden mit meinem Rechner. Er ist knapp zwei Monate in Betrieb und nicht einmal abgestürzt. Leicht und schnell ist er auch - womöglich fühlt er sich mit Word und Web latent unterfordert. Seine Akkulaufzeit ist mir egal, zwei Stunden reichen immer. Die Festplatte fasst 160 GB, das sind rund 140 GB mehr als ich brauche. DVDs kann ich, will ich aber nicht brennen. Einmal habe ich die Media-Center-Oberfläche aufgerufen, etwas herumgeklickt und danach das Icon gelöscht. An den Fernseher habe ich den Rechner auch noch nicht angeschlossen, obwohl mir der Händler ein passendes Kabel geschenkt hat. Er riet mir auch von einem größeren Prozessor ab ("vier Prozent Leistungszuwachs - theoretisch"). Und für Word und Web sei eine 3D-Grafikkarte überflüssig, sagte er (die habe ich zur Sicherheit dann doch genommen, falls Word eines Tages dreidimensional wird).

Neben meiner Marke werden in dem Geschäft auch Apple-Rechner verkauft. Die weitaus überwiegende Mehrzahl dieser Kunden bezahlt laut Aussage des Verkäufers lächelnd 15 Prozent mehr für ein spezielles Notebook, wenn es ein schwarzes statt eines weißen Standardgehäuses hat. Während wir kopfschüttelnd die Apple-Kunden belächelten, fiel mir der wahre Grund ein, wieso ich mich für meinen Notebook-Hersteller entschieden habe: weil der Rechner besser aussieht als alle anderen Geräte, die ich während der Suche in die Hand genommen habe. Im Gegenzug war ich nämlich auch bereit, 20 Prozent mehr zu bezahlen.

Sowohl die Privatanwender als auch die Unternehmenskunden haben genug vom klassischen PC-Modell, die Zahlen zum zweiten Quartal sprechen eine eindeutige Sprache. Benchmarks und Billigpreise interessieren nur noch eine begrenzte Käuferschar, und die Reife des Marktes hat unterschiedliche Zielgruppen entstehen lassen. Wer diese nicht persönlich anspricht, wird ein Problem bekommen. Wie immer muss an dieser Stelle die Autoindustrie herhalten: für jede Nische ein Wagentyp, eine differenzierte Markenkommunikation, eine technische Plattform. Es wird höchste Zeit für ein wenig mehr Emotion im PC-Segment. Vielleicht entwickelt ja jemand das Rechnerpendant eines Cabrios.