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05.03.1993

Ein Placebo gegen den OSI-Kater

Schoene offene Welten versprechen die Anwendervereinigungen den Usern seit Jahren. Die einen liessen sich mit dem Beelzebub der proprietaeren Hersteller ein und wunderten sich ueber die Folgen: Ausser einem XPG4-Guide ist ihnen wenig geblieben. Fuer die Anwender im X/Open-Konsortium kletterten die Kosten aufgrund des nachlassenden finanziellen Engagements der Hersteller in schwindelerregende Hoehen.

Die anderen, beispielsweise Ositop, bauten in ihren Szenarien auf die Wunderdroge OSI und prophezeiten den geplagten Netzanwendern eine offene DV-Welt. Doch der vermeintliche Shooting-Star OSI verlor schnell an Wirkung. So mancher Hersteller, der mit einem OSI-Kater aufwachte, zog Bilanz und nahm enttaeuscht seine OSI- Praeparate vom Markt, da sich die Nachfrage der Kunden - vorsichtig formuliert - in Grenzen hielt.

Doch fuer die Prediger der neuen offenen Systemwelten ist dies offensichtlich kein Problem: Das Herunterspielen der nach wie vor nicht ausgeraeumten Nebenwirkung, naemlich des Migrationsproblems, wird reumuetig zugegeben, doch im gleichen Atemzug propagiert man OCI - ein Placebo? - als neuen Super-Tranquilizer, der den Anwender, gestuetzt auf ein neues OSI-Modell, nun wirklich mit der offenen Welt begluecken soll. Wer immer noch nicht daran glaubt, dem verspricht die oekumenische Allianz der Glaubensgemeinschaften Ositop und X/Open, kuenftig gemeinsam gegen den Beelzebub der proprietaeren Hersteller vorzugehen.

Dem Chronist draengt sich allerdings die Vermutung auf, dass hinter den edlen Absichten ganz profane Gruende stecken: Entweder sucht X/Open in der neuen Kampfgemeinschaft nur eine frisch zu melkende Cash-cow als Ersatz fuer den ausgebliebenen Geldsegen, oder Ositop versucht den abgestumpften Glanz der OSI-Idee durch die Reputation von XPG4 aufzupolieren.

CW-Mitarbeiter Juergen Hill