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02.11.2004

Ein Preis, den keiner will

Wer andere ausspioniert, erhält den Big-Brother-Award.

Der "Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs" Foebud hat die Big-Brother-Awards für das Jahr 2004 verliehen. Die Auszeichnungen, die bereits zum fünften Mal in Deutschland vergeben wurden, gehen an "Firmen, Organisationen und Personen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen". Unglückliche Gewinner sind dieses Jahr: Justizministerin Brigitte Zypries ("Großer Lauschangriff"), Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ("Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung"), die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit ("Antragsformular ALG II/Langzeitarbeitslose"), die Universität Paderborn ("Video-Überwachung von Rechnerräumen und Hörsälen"), die Supermarktkette Lidl ("Überwachung von Filialen"), die Firma Armex ("Handy-Ortungsdienst Track your Kid") sowie Tchibo direkt ("Weitergabe von Kundendaten an Dritte").

In der Kategorie Technik siegte der Elektronikkonzern Canon, weil seine Geräte Farbkopien mit einer - ohne technische Hilfsmittel unsichtbaren - Kennnummer versehen, so die Begründung der Jury. Dieses optische Merkmal ermögliche es, das Kopiergerät zu identifizieren, auf dem die Kopie angefertigt wurde. Das Verfahren soll von Canon bereits seit Jahren angewendet worden sein. "Was für die Strafverfolgung noch gerechtfertigt erscheinen mag", hieß es im Manuskript der Laudatio für den Sieger, "ist eine Gefahr für die Informationsfreiheit."

Datensammlern auf der Spur

In der Jury für den Big-Brother-Award sitzen unter anderem die Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR), der Chaos Computer Club (CCC) und die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD). Zu den Preisträgern zählten im Vorjahr die Metro AG für den Einsatz von RFID-Funketiketten sowie die Gebühreneinzugszentrale GEZ, sozusagen für ihr Lebenswerk. (ajf)