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13.03.1998 - 

Microsoft-Server verliert deutlich gegen Netscape-Konkurrenz

Ein Proxy schützt vor Mängeln nicht

Microsoft hat seinen Proxy-Server in der Version 2.0 zu einer halben Firewall ausgebaut. Er offeriert beispielsweise Paketfilteroptionen und ein IPX/IP-Gateway. Zusätzlich wurden die Cache-Funktionen ähnlich wie bei Netscapes Proxy-Server 3.5 aufgebläht.

Die CW-Schwesterzeitschrift Network World nahm beide Produkte unter die Lupe. Anhand historischer Nutzertrends versucht der Microsoft-Server vorherzusagen, welche Seiten die User an welchen Tagen wahrscheinlich anwählen. Diese werden dann im vorhinein aus dem Web gesaugt. Netscape verfolgt eine ähnliche Strategie, zwingt allerdings den Anwender, entsprechende Seiten manuell einzugeben. Zudem ermöglichen beide Hersteller die Zusammenfassung einer Gruppe von Proxy-Servern mit gegenseitiger Cache-Abfrage. Allerdings darf der Sinn dieser Einrichtungen in einer Business-Umgebung bezweifelt werden, da der Zeitvorteil gering ist und meist nur Einzelpersonen davon profitieren.

Netscapes Proxy-Server kann als Stand-alone-Produkt mit verschiedenen Betriebssystemen zusammenarbeiten. Microsoft dagegen legt sich auf den eigenen "Internet Information Server" (IIS) unter Windows NT fest. Damit ist der Nutzer bei Microsoft an die NT-Benutzerverwaltung gebunden, während Netscape ihm die Wahl zwischen dem eigenen System oder einer Anbindung mit dem Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) läßt.

Microsoft patzt bei der Konfiguration

Der Proxy-Server aus Redmond schwächelt auch bei solchen Basisfunktionen wie der Autokonfiguration. Sie dient dazu, Präferenzen und Optionen für die einzelnen Browser leichter einzustellen. Dazu wird eine Datei erzeugt und gespeichert, in der sämtliche Proxy-Server des Netzwerks samt ihrer Regeln erfaßt sind. Für diese Datei erstellt das System eine URL, die mit den Browsern einmalig aufgerufen werden muß. Anschließend nehmen die Clients bei jedem Start eine automatische Prüfung der Autokonfigurationsdaten vor. Aufgrund eines Kommunikationsproblems zwischen dem IIS und dem Proxy-Server hat Microsofts Produkt die entsprechende Datei nie an die Browser ausgeliefert. Netscapes Autokonfigurations-Feature funktionierte dagegen im Testbetrieb einwandfrei.

Keine zeitlichen Zugangsregeln

Der Proxy-Server 3.5 aus Mountain View erlaubt zudem weitreichendere, bis auf den einzelnen Nutzer heruntergehende Zugriffsbeschränkungen sowie die Blockade bestimmter Web-Sites mit Hilfe einer Access Control List (ACL). Zeitliche Zugangsregelungen sucht man bei beiden Herstellern vergebens. Netscapes Server ist dafür voll ausgestattet mit Optionen, unerwünschte Inhalte wie Mime-Sendungen (Mime = Multipurpose Internet Mail Extension), Java-Applets oder Active-X-Seiten herauszufiltern sowie hereinkommende Dateien auf Viren zu prüfen. Microsoft verfolgt hier eine Politik zum Teil kostenpflichtiger Extras.

Die Gates-Company muß beim Proxy-Server auch Punkte für eine unzureichende Dokumentation und instabile Management-Features abgeben. Cache-Hit-Raten, Antwortzeit-Messungen, Nutzer-Ebenen und ähnliches waren dem Netscape-Produkt im Testlauf wesentlich leichter zu entlocken als dem System des Erzrivalen. Obwohl also beide Server mit unnötigen Funktionen überfrachtet wurden, stellt Netscape in der aktuellen Proxy-Version ein deutlich besser zu handhabendes und stabileres System vor.