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10.10.2008

Ein Prozent plus: IT-Spezialisten müssen sich bescheiden

Der Gehaltszuwachs für IT-Spezialisten ist in diesem Jahr nur noch minimal. Wer überdurchschnittlich verdienen will, sollte nach Frankfurt am Main, München oder Düsseldorf ziehen.

Trotz Fachkräftemangels und abnehmender Menge an Informatikabsolventen wachsen die Gehälter der IT-Fachkräfte in diesem Jahr nur geringfügig. Während sich IT-Experten mit einem Plus von einem Prozent begnügen müssen, dürfen sich IT-Führungskräfte über zwei Prozent Aufschlag freuen. Dabei stagniert das Grundgehalt, aber der variable Anteil steigt ein wenig. Wichtigste Einflussfaktoren auf die Verdienstmöglichkeiten sind Ort, Branche, Art der Qualifikation und Hierarchiestufe.

Frankfurt am Main ist der Spitzenreiter unter den Städten und Regionen, wenn es um die Höhe der Vergütung geht. 16 Prozent über dem Durchschnitt liegen die Einkommen der Datenverarbeiter in der Hessen-Metropole, was sicher auch mit dem starken Bankensektor zusammenhängt. Dort wurde ungeachtet der andauernden Finanzkrise stets gut verdient. Zum hohen Gehalt trägt die Konzernstruktur bei - Banken sind nun mal anders organisiert als der Mittelstand. Zudem spielt die Dauer der Unternehmenszugehörigkeit eine wichtige Rolle - in der Banken-IT ist die Fluktuation gering, was ebenfalls zu überdurchschnittlichen Gehältern führt. Unter den Städten mit den höchsten IT-Gehältern folgt an zweiter Stelle München. Hier liegen die Bezüge um 13 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die nächsten Plätze belegen die Rheinmetropole Düsseldorf mit zehn Prozent und Stuttgart mit sieben Prozent. Hamburg, die reiche Hafenstadt im Norden, begnügt sich mit einem Aufschlag von fünf Prozent auf die IT-Durchschnittsgehälter und belegt einen Platz im Mittelfeld. Nach wie vor Aufholpotenzial hat Berlin. Obwohl immer wieder Firmen in der Hauptstadt entstehen, bedeutet das nicht unbedingt blühende Hightech-Geschäfte.

Berlin hinkt hinterher

Insider meinen, der Wandel von einer Behörden- zu einer Hightech-Stadt brauche eben seine Zeit. Die Gehälter liegen sieben Prozent unter dem Durchschnitt. In Dresden, das sich gerne als Silicon Valley des Ostens bezeichnet, beträgt das Defizit sogar 14 Prozent - aus Sicht der Arbeitgeber also ein attraktiver Standort. In anderen Regionen Ostdeutschlands, in denen die IT keine große Rolle spielt, fallen die IT-Gehälter sogar um ein Viertel gegenüber dem Bundesdurchschnitt ab. Tim Böger, Geschäftsführer der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt, erklärt das Stadt-Land-Gefälle: "Gründe dafür sind die größere Konkurrenz unter den Unternehmen im Vergleich zu ländlichen Gebieten und die höheren Lebenshaltungskosten." Es gibt aber auch Unternehmensberatungen, die beispielsweise den Einsteigern bundesweit das gleiche Gehalt bezahlen - unabhängig davon, ob sie in Cottbus oder in München arbeiten. Solche Firmen argumentieren, dass Berater - erst recht die jungen - deutschlandweit, oft sogar weltweit im Einsatz sind, so dass der Wohnort für die Höhe der Vergütung keine Rolle zu spielen habe.

In der zum neunten Mal organisierten Studie hat Personalmarkt nach der Auswertung von insgesamt 16 293 Datensätzen errechnet, dass eine IT-Führungskraft heuer durchschnittlich 84 000 Euro, eine Fachkraft hingegen 48 000 Euro im Jahr nach Hause nimmt.

Die Wachstumskurve flacht ab

Die Gehälter der IT-Führungskräfte haben sich mit dem zweiprozentigen Plus deutlich moderater entwickelt als in den vergangenen Jahren. 2007 machte der Zuwachs noch 4,9 Prozent aus, und vor zwei Jahren konnten sich Führungskräfte in der IT-Branche über Gehaltssteigerungen von immerhin 4,5 Prozent freuen. Die Saläre von IT-Fachkräften dagegen, die um ein Prozent gestiegen sind, haben sich auch letztes Jahr nur um ein halbes Prozent verbessert. 2006 gab es noch einen Aufschlag von 3,8 Prozent.

"Der Fachkräftemangel in der IT-Wirtschaft wirkt sich auf die Gehälter kaum aus", stellt Böger fest. Er prophezeit für nächstes Jahr keine Veränderung. Auch der Hamburger Personalberater Dwight Cribb ist zurückhaltend: "Große Gehaltssprünge werden meist nur bei einem Jobwechsel erzielt und können in internen Gehaltsrunden häufig nur unter Androhung eines solchen verhandelt werden."

Auch werde die unsichere Konjunktur IT-Profis davon abhalten, in den nächsten Monaten riskant um höheres Gehalt zu pokern. Zu unsicher seien die Auswirkungen der Finanzkrise auf das kommende Jahr.

Die IT-Unternehmen geben sich in Bezug auf ihre Gehalts- und Personalplanung für das nächste Jahr noch optimistisch. "Derzeit spüren wir keine Nachfrageschwäche und ändern auch nicht unsere Personal- und Gehaltsplanung", sagt etwa Consol-Geschäftsführer und Firmengründer Ulrich Schwanengel. "Wir bleiben unserer Linie treu: Unabhängigkeit und finanzielle Solidität sind Grundelemente unserer Firmenphilosophie." Neben einem fixen Basisgehalt, das gemäß Inflations- und Marktgegebenheiten moderat angepasst wird, bietet Consols Beteiligungsmodell eine Belohnung in direktem Bezug zum Firmenergebnis. Schwanengel räumt aber ein: "Wir werden uns mit Einschränkungen auseinanderzusetzen haben, wenn nicht binnen zwei Monaten aus gesamtwirtschaftlicher Sicht im Bankenumfeld wieder Stabilität einkehrt."

Marion Berkmann, Personal-Managerin bei Network Appliance, erinnert daran, dass es unabhängig von den Turbulenzen in der Finanzwirtschaft "auf die Qualifikation, die Leistung und das Potenzial des Einzelnen" ankomme. Sie verweist darauf, dass ein Tunnelblick auf die Vergütung die Gefahr berge, die "Entwicklungschancen der Mitarbeiter und das betriebliche Umfeld" zu wenig zu berücksichtigen.

Um mit seinen Gehältern richtig zu liegen, stellt Microsoft regelmäßig Vergleiche mit anderen Unternehmen an. Das helfe, rechtzeitig auf Veränderungen zu reagieren, kommentiert Personal-Manager Michael Moschovis. Grundlage bleibe aber die Geschäftsjahres-Planung.

Projektleiter vorne

Zu den Spitzenverdienern unter den IT-Fachkräften zählen wie schon in den Vorjahren die IT-Projektleiter. Wer gar hoch komplexe IT-Projekte managt, kann bis zu 200 000 Euro jährlich verdienen. In diesen Vergütungsregionen ist die Luft verständlicherweise sehr dünn. "Derart hohe Gehälter werden in der Regel nur bei schwierigen Projekten mit entsprechender Team- und Budgetverantwortung gezahlt", so Böger. Der Durchschnittsverdienst eines IT-Projektleiters liegt bei rund 66 000 Euro im Jahr - im Vorjahr waren es 64 500 (siehe Grafik "IT-Gehälter 2008").

Die Einkommen von Web-Experten sind im Vergleich zum vergangenen Jahr durchschnittlich um 4,6 Prozent gestiegen. Auch System- und Netzwerkadministratoren dürfen sich über ein überdurchschnittliches Plus von zwei Prozent freuen.

Stagnation müssen dagegen in diesem Jahr die IT- und SAP-Berater hinnehmen. "Allerdings kann man hier eher von einer Konsolidierung auf hohem Niveau sprechen", stellt Personalmarkt-Chef Böger klar. Nach wie vor gehörten IT- und SAP-Berater neben den Projektleitern zu den Spitzenverdienern der Branche.

Wohl dem, der in einem großen Unternehmen arbeitet, denn dort sind die Verdienstmöglichkeiten besser: IT-Fachkräfte können in Betrieben mit mehr als 1000 Mitarbeitern mit rund 20 Prozent mehr Gehalt rechnen, als im Durchschnitt über alle Firmengrößen gezahlt wird. Dagegen zahlen Firmen mit bis zu 100 Mitarbeitern um rund 13 Prozent niedrigere Gehälter.

Positiv auf das Salär wirkt sich auch Berufserfahrung aus: Wer drei bis sechs Jahre Praxis vorweisen kann, kommt im Durchschnitt auf rund 43 600 Euro jährlich. Bei einer Berufserfahrung von sieben bis zehn Jahren liegen die Gehälter bei 52 350 Euro. Wer mehr als zehn Jahre im Geschäft ist, kassiert im Schnitt 57 600 Euro jährlich. An das Gehaltsniveau von Führungskräften reichen IT-Fachkräfte aber trotz aller Berufserfahrung nicht heran: IT-Chefs mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung gehen mit rund 30 000 Euro mehr im Jahr nach Hause.

Leistung zahlt sich aus

Die Zunahme von variablen Vergütungskomponenten ist auch in der IT-Industrie eindeutig erkennbar. Immer häufiger sollen auch Mitarbeiter ohne Führungsaufgaben Vereinbarungen zu variablen Gehaltszahlungen schließen. So erhalten rund 37 Prozent aller an der Studie beteiligten IT-Fachkräfte Prämien, die sich an der persönlichen Leistung und am Geschäftsergebnis des Unternehmens orientieren. Damit erweitert sich der Kreis der IT-Fachkräfte mit variablen Gehaltsanteilen gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent. Der Anteil selbst macht etwa neun Prozent des Grundgehalts aus und beläuft sich auf rund 4000 Euro jährlich. Daneben sind auch Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge und der Firmenwagen weiterhin wichtige Bestandteile des Gesamtvergütungspakets. Knausrig zeigen sich die Arbeitgeber indes, wenn es um die Vergütung der Überstunden geht: Nur sieben Prozent aller IT-Fachkräfte genießen eine Überstundenregelung, die einen monetären Ausgleich vorsieht. Wer eine solche Regelung hat, steigert sein Gehalt dadurch im Schnitt noch einmal um rund 2400 Euro im Jahr.

Ohne Hochschulabschluss geht wenig

Der Blick auf die Abschlüsse der IT-Mitarbeiter zeigt einen klaren Trend zur Höherqualifizierung. Rund 70 Prozent der Studienteilnehmer haben einen Hochschulabschluss - und werden entsprechend gut bezahlt. IT-Fachkräfte mit einem Universitätsdiplom erhalten rund 60 000 Euro, Absolventen mit einem Master-Abschluss dagegen nur 52 800 Euro. Master-Absolventen liegen mit ihren Gehältern momentan noch auf gleichem Niveau wie Fachhochschulabsolventen, die im Schnitt ebenfalls 52 800 Euro verdienen. Der Bachelor-Abschluss wird mit 45 000 Euro entlohnt. Absolventen von Berufsakademien oder Fachschulen mit staatlich anerkanntem Abschluss kommen immerhin auf knapp 47 500 Euro. Wer eine betriebliche Ausbildung absolviert hat, verdient allerdings nur knapp 40 000 Euro.

Wie Sie mehr Geld bekommen

Wer verhandelt, verdient mehr. Personalberater wissen, dass Mitarbeiter, die regelmäßig mit dem Vorgesetzten über ihr Gehalt sprechen, zehn bis 50 Prozent mehr verdienen als zurückhaltendere Kollegen. Mit Leistung hat das erst einmal nichts zu tun. Karriereberaterin Svenja Hofert erklärt, wie Sie Ihre Forderungen durchsetzen können.

www.computerwoche.de/598686.

Die Studie

Die Vergütungsstudie "Führungskräfte und Spezialisten in der IT-Wirtschaft 2008/2009" kann zum Preis von 539 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkostenpauschale) per E-Mail bestellung@personalmarkt.de, telefonisch unter 040/41 34 54 30 oder online auf der Personalmarkt-Website bestellt werden. Die Studie richtet sich an Geschäftsführer, Personalleiter und Personalverantwortliche aus der IT-Wirtschaft sowie an Personal- und Unternehmensberater.

Wer hat mitgemacht?

  • An der Studie haben sich 63 Unternehmen aus der IT beteiligt und Gehaltsdaten zu 545 Positionen geliefert.

  • Weitere 15 694 Datensätze stammen aus Direktbefragungen von Fach- und Führungskräften. Insgesamt sind so 16 239 Datensätze in die Studie eingeflossen.

  • Jeweils ein Drittel der Daten stammt von Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern, mit 100 bis 1000 Mitarbeitern und von Konzernen mit mehr als 1000 Beschäftigten.

Zur Methode

  • Personalmarkt hat Höhe und Struktur der Gehälter nach 26 Funktionen ausgewertet.

  • Innerhalb dieser Funktionen wurde differenziert: "IT-Berater" etwa sind vom einfachen Consultant bis hin zum Manager mit Personalverantwortung analy-siert worden.

  • Alle Funktionen wurden unterschiedlichen Firmengrößen zugeordnet.

  • Personalmarkt hat das Gesamt- und das Grundgehalt sowie alle Nebenleistungen berechnet.

Am besten verdienen Projektleiter, am schlechtesten Web-Entwickler.
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