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30.04.1976 - 

Anwenderbericht: Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz:

Ein Prozeßrechner allein für die Datenbank

Datenbanken ermöglichen eine schnelle und vielseitige Nutzung komplexer Datenbestände. Ihr Einsatz ist daher eine konsequente Weiterentwicklung der EDV. Geeignete Systeme werden jedoch nur für bestimmte Rechnerklassen angeboten. So können etwa bekannte Datenbankprogramme wie IMS von IBM, Sesam von Siemens und Adabas von der Software AG nur auf Großanlagen laufen. Sie haben beim Anwender weitgehende die Meinung geprägt, daß alle Attribute, die für sie verwendet werden, als die von Datenbanksystemen überhaupt gelten. Zudem: Institutionen, die keinen Großrechner haben, können weder IMS noch Sesam, noch Adabas einsetzen. Deshalb gilt es den Nachweis zu daß es für einen Anwender durchaus sinnvoll sein kann, ein Datenbanksystem für ein Fachgebiet zu entwickeln und auf einem Prozeßrechner einzusetzen.

Demgemäß wurde es bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, als zweckmäßig angesehen, eine "gewässerkundliche Datenbank" aufzubauen. Damit sollten das Beschaffen von Informationen, die Übernahme auf Datenträger, das Prüfen und systematischen Speichern zentral organisiert werden. Die Anwendung kann dezentral erfolgen, für unterschiedliche Projekte und auf verschiedenen Rechnern.

Die Daten dienen als Basismaterial für Einzelabfragen, statistische Auswertungen, gewässerkundliche Forschungsvorhaben und Simulationsmodelle.

Das Gesamtprojekt kann in folgende Aufgabenbereiche untergliedert werden:

- Entwickeln eines Systems zum Erfassen, Aufbereiten, Wiedergewinnen und Weitergeben von Daten,

- Aufbauen, Fortschreiben und Dokumentieren des Datenbestandes,

- Bereitstellen von Programmen für Routineaufgaben.

49 K für die Datenbank

Für diese Arbeiten ist in Koblenz ein Dietz-Minicomputer vom Typ 621 mit 48 KB Hauptspeicher installiert. Gegenüber einem Großrechner-Rechenzentrum hat er den Vorzug der besseren Verfügbarkeit. Daraus ergeben sich Vorteile bei der Datenerfassung, der Benutzung peripherer Geräte und bei Testarbeiten. In einem großen Rechenzentrum könnte eine solche Datenbank eben nur nebenher und mit entsprechenden organisatorischen und zeitlichen Beschränkungen aufgebaut und betrieben werden. Ein Nachteil, von dem insbesondere der "kleine Anwender" betroffen wird. Denn die Effizienz einer Datenbank hängt außer vom Datenvolumen - nun einmal wesentlich davon ab, ob der potentielle Benutzer im Vergleich mit einer eigenen Datenorganisation Vorteile hat.

Bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde wurde deshalb versucht, die Benutzerwünsche nach einfacher Anwendung, Anpassungsfähigkeit und vielseitiger Ausgabe zu berücksichtigen - soweit es die technischen Möglichkeiten erlauben.

Berücksichtigung des Benutzerbedarfes

Die Verwirklichung der gewässerkundlichen Datenbank wurde darüber hinaus im wesentlichen durch folgende Maßnahmen ermöglicht: - Auf Datenbankfunktionen, für die kein Bedarf seitens der Benutzer bestand, wurde verzichtet. So ist weder Direktänderung noch privilegierter Zugriff (Datenschutz) möglich.

- Die Datenbankprogramme, einschließlich der Dateiverwaltung, können als normale Anwenderprogramme im Betriebssystem DBOS (Data Base Operating System) des Dietz-Rechners laufen.

- Den Anwendern können kleine Module für die jeweils gewünschten Funktionen zur Verfügung gestellt werden.

Auf Grund der Systemkonzeption wurde ein günstiges Verhältnis von Daten zu notwendigen Steuerinformationen erreicht.

Schließlich erwiesen sich der zentrale Änderungsdienst und die Speicherung der Meßdaten als Gleitkommazahlen als vorteilhaft.

Fazit: Datenbanken lassen sich sehr wohl auf Prozeßrechnern realisieren, wenn auf Möglichkeiten verzichtet wird, für die ohnehin kein Bedarf besteht.

*Dr. Manfred Schumacher ist EDV-Organisator in der Bundesanstalt für Gewässerkunde, Kaiserin-Augusta-Anlagen 15-17e 5400 Koblenz