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12.07.2002 - 

20 Jahre Compact Disc

Ein Schelm, wer Böses darauf brennt

MÜNCHEN (js) - Am 17. August ist es so weit: Die CD feiert ihren 20. Geburtstag! Um die Umstände, unter denen der Silberling das Licht der Welt erblickte, ranken sich zahlreiche Legenden.

Sie glänzt silbern, hat einen Durchmesser von zwölf Zentimetern und ist heute weder aus der heimischen Stube noch aus der Computertechnik wegzudenken: die Compact Disk, kurz CD. Als sie am 17. August 1982 mit dem Album "The Visitors" und Abba und einer Chopin-Aufnahme von Claudio Arrau zum ersten Mal in Erscheinung trat, glaubte noch keiner, dass damit sowohl das Ende der guten alten Schallplatte und auch der Beginn einer neuen Ära der Wechselmedien eingeläutet würde.

Wem wir den Silberling zu verdanken haben, ist fast klar: Philips. Oder Sony. Oder beiden. Meist wird Philips als Erfinder genannt, die Länge von 74 Minuten geht in den Sagen jedoch oft auf das Konto der Ehefrau von Akio Morita, dem Mitbegründer des Sony-Konzerns. Sie wollte, so die Erzählung, Beethovens Neunte in einer Einspielung Herbert von Karajans ohne das lästige Plattenumdrehen genießen - anderen Erzählungen zufolge war es der Dirigent selbst, der Beethoven an einem Stück wünschte. Auch Sony-Präsident Norio Ohga schieben einige Quellen den Beethoven unter.

Sogar das Deutsche Patent- und Markenamt in München muss bei der Frage, wer nun genau für die kleinen Scheiben verantwortlich ist, passen: "Es ist nicht einfach, die Frage zu beantworten, wer denn nun die CD erfunden hat. Sowohl Sony als auch Philips waren daran beteiligt", teilt eine Sprecherin der Behörde mit. Fest steht jedoch, dass beide Unternehmen seit den 70er Jahren an optischen Platten werkelten. Schließlich erblicken die beiden ersten bespielten CDs bei Polygram (heute Universal Music) in Hannover-Langenhagen das Laserlicht der Welt. Entsprechend schreibt sich das Plattenlabel auch das Verdienst auf die Fahne: "Philips und Polygram bringen die Compact Disc weltweit auf den Markt", heißt es auf der Universal-Website zum Jahr 1982.

Hatte die CD in den 80ern und 90ern einen großen Einfluss auf das Hörverhalten einer ganzen Generation, startete die CD-ROM 1984 recht verhalten - kein Wunder, denn damals musste man für ein Laufwerk sehr tief in die Tasche greifen. Dafür gab es zahlreiche sinnlose Applikationen zu erwerben, zum Beispiel die kompletten Bibliotheken der damals so beliebten Shareware-Händler auf einem Datenträger - zig Megabyte mit Biorhythmusprogrammen und dergleichen.

Die richtige Revolution begann 1990 mit der Verabschiedung des Orange-Book-Standards: Die beschreibbare CD-R tauchte aus den Philips-Laboren auf. Endlich gab es ein großes, preiswertes Medium zur Datensicherung - sowohl am Computer als auch an der Stereoanlage. Damit hätte Schluss sein können mit den unzähligen Backup-Disketten und den selbst aufgenommenen Musikkassetten. Es dauerte jedoch noch bis in die späten 90er, bis sich das CD-Brennen zum Volkssport entwickelte und nun - glaubt man der Phonoindustrie - in der unseligen Verbindung mit MP3 eine ganze Branche in den Ruin und Künstler wie Madonna in Armut stürzt.

Sie hat viel verändert, die unscheinbare CD. Und trotzdem läuft auch ihre Zeit ab: Die DVD ist dabei, mit ihrer Speicherkapazität die kleine Schwester dauerhaft verschwinden zu lassen. Aber auch die gute alte Vinyl-Schallplatte konnte nicht ganz verdrängt werden - scratchen Sie einmal mit einer CD, dann merken Sie gleich, warum ein echter Hip-Hopper lieber Platten auflegt. Die Langspielplatte unserer Jugend wird heuer übrigens 51 Jahre alt.