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16.12.1988 - 

Vielfältige Anwendungsbereiche für Thermotransferdrucker:

Ein Schritt in Richtung Offset-Qualität

Nicht jeder Farbausdruck, der aus den modernen Printern kommt, stellt den Betrachter zufrieden. Das Offset-Verfahren bestimmt immer noch die Maßstäbe für Druckqualität. In Verbindung mit Seitenbeschreibungssprachen wie PostScript liefern Thermotransferdrucker heute Ausdrucke von hoher Qualität: bei schwarzweißen wie auch farbigen Ausdrucken.

Farbdrucker bieten weit mehr als bloßen ästhetischen Reiz. Was aber noch viel wichtiger ist: Mit computererzeugten Farbausdrucken kann man problemlos experimentieren. Dies hilft zum Beispiel, technische Zeichnungen übersichtlicher und verständlicher zu machen. Am meisten profitieren von dieser Technik Grafik und Werbung. Verschiedene Entwürfe und Vorschläge können mühelos in beliebig vielen Farbvariationen erstellt und beurteilt werden.

Aber gerade diese Einsatzbereiche stellen besondere Anforderungen an die Qualität der Farbverarbeitung. Für den gesamten Bereich der Präsentationsgrafik müssen die Auflösung möglichst hoch und die Farben möglichst exakt zu bestimmen sein. Nur so können unliebsame Überraschungen nach dem Druck vermieden werden.

Für die Gestaltung von farbigen Ausdrucken stehen Tintenstrahl, Matrix-, Laser-, Thermotransfer- und Offset-Drucktechniken zur Verfügung.

Tintenstrahl- und Matrixdrucker arbeiten mit Farbdruck-Techniken, die sich vor allem im Low-Cost-Bereich bewährt haben. Farb-Tintenstrahl-Drucker besitzen mehrere Farbdüsen; Matrixdrucker verwenden mehrfarbige Schreibbänder.

Farbmischungen sind mit diesen Techniken nur sehr begrenzt möglich. Eine weitere Einschränkung: Die Auflösung ist mit 150 mal 150 Zeichen pro Zoll (dpi) nicht besonders gut. Bei beiden Druckertypen ist außerdem die Toleranz des Druckwerks relativ hoch. Jeder Ausdruck weicht geringfügig vom anderen ab. Matrix- und Tintenstrahl-Farbdrucker sind deshalb ungeeignet für Reproduktionen und Farbseparationen. Andererseits sind sie im Gegensatz zu Laser- oder Thermodruckern relativ preisgünstig.

Höheren Qualitätsansprüchen genügt die Laser- und Thermotransfer-Technik. Die derzeit höchste Qualität liefert die Offset-Technik. Sie bringt beste Farbqualität, absolute Genauigkeit und höchste Auflösung - bis zu 2400 mal 2400 dpi.

Außer der teuren Offset-Technik eignen sich für Desktop-Publishing-Ausdrucke vor allem Thermotransfer- und Laserdrucker. Die Auflösung ist relativ hoch, die Positioniergenauigkeit exakt. Für DTP-Ausdrucke ist wichtig, daß der Drucker die Seitenbeschreibungssprache PostScript versteht.

Laserdrucker leisten bis zu 600 mal 600 dpi

Die Laserdruck-Technik ist die jüngste, modernste Drucktechnik. Ein Laserstrahl zeichnet Punkt für Punkt das im Computer generierte Bild auf eine Trommel. Von der Trommel wird das Bild anschließend aufs Papier übertragen.

Die Vorteile der Laserdruck-Technik liegen in der hohen Positionierungsgenauigkeit und Geschwindigkeit. Die Auflösung ist mit bis zu 600 mal 600 dpi wesentlich höher als bei Matrix- und Tintenstrahldruckern, die Bildqualität deutlich besser.

Farblaserdrucker gibt es bisher noch nicht auf dem Markt - die Technik ist zwar im Prinzip vorhanden, aber noch zu teuer. Farbschattierungen und Farbnuancen durch Punkte-Raster sind beim Laserdruck kein Problem. Schwieriger könnte es jedoch mit den Vollton-Mischfarben - zum Beispiel grün oder violett - werden. Die Mischeigenschaften des bisher für Laserdrucker verwendeten Toner-Pulvers sind schlecht.

Die Thermotransfer-Technik zählt zu den älteren, bewährten Drucktechniken. Neu auf dem Markt sind postscriptfähige Thermotransfer-Drucker, die Farbausdrucke mit hoher Auflösung liefern.

Thermotransferdrucker auch mit Postscript

Das wichtigste Element im Druckwerk eines Thermoprinters ist eine Thermoschiene mit vielen quadratischen Halbleiterelementen, die die Druckauflösung bestimmen. Jedes Halbleiterelement auf der Thermoschiene kann separat angesteuert werden; dabei entsteht ein der Ansteuerung entsprechendes Hitzemuster. Träger der Farbsubstanz ist eine Polyesterfolie, die - immer in der Länge einer Druckseite - abwechselnd mit den verschiedenen Grundfarben beschichtet ist. Beim Vierfarbdruck sind das Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Die erhitzten Thermoelemente schmelzen die Wachsfarben auf der Farbfolie. Eine Druckwalze überträgt die Farbe aufs Papier.

Mit den Wachsfarben kann man aus den vier Grundfarben alle anderen Farben und jede beliebige Mischfarbe durch Übereinander- und Nebeneinander-Drucken von Punkten erzeugen. Theoretisch sind 100 Millionen Farbschattierungen möglich. In der Praxis lassen sich zum Beispiel mit einem Thermotransferdrucker wie dem QMS ColorScript 100 über

17 500 Farben darstellen.

Der Druck erfolgt in vier Durchgängen, bei denen die Farben in der Reihenfolge ihrer Helligkeit aufgetragen werden. Nach jeder Farbe wird das Papier wieder in seine Ausgangsposition gebracht, bevor der Druckvorgang für die nächste Farbe beginnt. Für jede Farbdruckseite werden vier Folienseiten verbraucht, unabhängig davon, ob alle vier Farben benötigt werden oder nicht.

Die Grundfarben werden durch einmaliges Aufdrucken oder Übereinanderdrucken desselben Farbpunktes erreicht. Farbnuancen und Farbschattierungen erzielt man durch Nebeneinanderdrucken der Farbpunkte. Soll beispielsweise ein 25prozentiges Hellgelb gedruckt werden, so wird auf der Trägerfolie nur jeder vierte Farbpunkt angesteuert und bedruckt.

Je nach Ansteuerung und verwendeter Farbfolie dauert der Ausdruck einer DIN-A4-Seite bis zu einer Minute. Thermotransfer-Farbdrucker sind langsamer als Laserdrucker. Sie eignen sich also nicht für hohe Druckauflagen, sondern für hohe Farbdruckqualität: Ein Thermotransferdrucker ist eine "Präsentationsmaschine", während die schnellen Laserdrucker und natürlich auch Offsetdrucker "Produktionsmaschinen" sind.

Die Produktion farbgenauer Vorlagen für Farboffset-Drucke, zum Beispiel bei der Präsentation verschiedener Entwürfe, stellt ein Anwendungsgebiet des Thermotransfer-Printers dar. Mit ihm können in diesem Bereich die Kosten für einen Vierfarb-Offset-Ausdruck von rund 800 Mark eingespart werden. Thermotransfer-Ausdrucke können für unter zehn Mark hergestellt werden.

In Zukunft auch Farblaserdrucker

Ein Thermotransfer-Farbdrucker ist darüber hinaus für den Bereich Präsentation geeignet. Damit können Originale oder Entwürfe in der Grafik, Werbung, Kunst, Wissenschaft und Technik sowie in der Kartografie und Meteorologie produziert werden.

Desktop-Publishing ist sicherlich nur ein Anwendungsbereich für einen postscriptfähigen Thermotransfer-Farbdrucker. Darüber hinaus kann er überall dort eingesetzt werden, wo mit Farben gearbeitet wird.

Die Auflösung unterliegt technischen Grenzen des Thermotransferdruckers. Sie ist von der Offset-Qualität immer noch weit entfernt. Da eine hohe Auflösung aber enorm viel Speicherplatz und vor allem auch Rechenzeit kostet, wird auch in Zukunft kaum eine höhere Auflösung genutzt werden.

Künftig noch keine Offset-Qualität möglich

Was die weitere Entwicklung anbelangt, so werden wahrscheinlich innerhalb der nächsten Jahre sämtliche Farbdruck-Techniken besser und billiger. Vor allem erwartet man Farblaserdrucker - allerdings im High-End-Bereich des Preisspektrums. Momentan bietet der postscriptfähige Thermotransferdrucker sicherlich die beste Möglichkeit, Farbausdrucke in hoher Qualität zu erstellen.