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27.03.1975 - 

Zwischen IBM 3 und 370 - Rank Xerox 530 DBS

Ein System für die Lücke?

MÜNCHEN/DÜSSELDORF- Mit der Bezeichnung DBS (Data Business System) kündigt Rank Xerox jetzt einen Computer an, der nach Angaben des HerstelIers für Aufsteiger von Magnetkonten- und Kartensystemen, mittlere Unternehmen und als Satellitenrechner für große Organisationen konzipiert wurde (siehe Seite 1). Das Xerox-DBS ist ein terminal-orientiertes Rechnersystem für gleichzeitige Batcn- und Realtime-Verarbeitung.

Die Hardware basiert auf dem 16-Bit-Rechner Xerox 530 der im dritten Quartal 1973 erstmals ausgeliefert und bisher fast ausschließlich im technisch-wissenschaftlichen Bereich eingesetzt wurde.

Mit DBS sollen dem Benutzer für kommerzielle Anwendungen, so Rank Xerox, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und das Preis-/Leistungsverhältnis eines Minicomputers zur Verfügung stehen. "Der Kopiergigant mit Ambitionen in einer höheren Fakultät" bietet den 530-Rechner in zwei Versionen an, die sich lediglich in der kleinstmöglichen Hauptspeicherkapazität und den anschließbaren Magnetplattenspeichern unterscheiden: Die Systeme DBS-K und DBS-P. K steht für Kassetten-Wechselplattenspeicher - gemeint ist eine der IBM 5444 vergleichbare Platte, die sich in einer Kassette befindet. Hinter dem P verbirgt sich schlicht und einfach die Platte: sicher keine besonders glückliche Lösung, weil sich der Eindruck aufdrängt, daß an das Modell DBS-K im Gegensatz zum DBS-P keine Platten angeschlossen werden können Sei's drum.

Das DBS-K arbeitet mit einem 48 K Bytes Kernspeicher, der in Stufen von 16 K Bytes auf 128 K Bytes ausgebaut werden kann. Die Hauptspeicherkapazität des Modells DBS-P reicht von 64 bis 128 K Bytes.

Bei der K-Version ist der kleinere der beiden vorhandenen Magnetplattenspeicher einsetztbar: Speicherkapazität 4,9 Mio.-78,4 Mio. Bytes (8 Platteneinheiten mit je 9,8 Mio. Bytes), je eine Fest- und eine Wechselplatte pro Einheit, Übertragungsrate 312 KB/Sek.

Für zeitkritischen Massenbetrieb von Terminals empfiehlt Rank Xerox an Stelle der Wechselplatten den Anschluß schneller Trommelspeicher (1,31/2,62 Mio. Bytes, 755 KB/Sek., 8,5 Mikrosekunden Zugriff). Die Trommeln (bis zu acht) sind allerdings nur für das DBS-K verfügbar.

Der mit dem Modell DBS-P verfügbare Plattenspeicher beginnt mit einer Kapazität von 25 Millionen Bytes und kann bis auf 100 Millionen Bytes erweitert werden (maximal 4 Drives).

Beide Modelle haben gemeinsam:

- Die Zykluszeit des Hauptspeichers beträgt 800 Nanosekunden; eine Addition braucht durchschnittlich 1,9 Mikrosekunden,

- einen eingebauten Mikrorprogramm-Speicher der fest vorprogrammiert und deshalb für den Benutzer nicht zugänglich ist,

- zwei Ein-/Ausgabe-Prozessoren bedienen die Peripheriegeräte,

- zwei DMA (Direct Memory Access) - Kanäle und 28 Anschlüsse über Multiplexer sind Standard,

- Für Datenstationen ist eine Steuereinheit zuständig, die einen Interrupt in der Zentraleinheit verursacht, sobald die Datenpuffer der Terminals voll sind,

- die erste Steuereinheit für vier Terminals ist bereits im Grundsystem enthalten bis zu 64 Terminals können insgesamt angeschlossen werden,

- DFÜ zu Xerox 530/550/ 560, IBM- und Siemens-Anlagen ist möglich,

- Online- und Offline-System-Diagnose,

- Standard-Peripherie:

Bis zu 8 Magnetbandstationen (800 und 1600 bpi, 36/72 KB/Sek. Übertragungsrate). Zeilendrucker (135, 300 und 1250 Zeilen/Min.). Kartenleser, 300 Karten/Min.

- Eine DBS-K-Kontiguration mit 48 K Speicher, Konsolschreibmaschine mit Lochstreifenleser/-stanzer und einer Steuereinheit für vier Terminals sowie zwei Magnetplatten mit je 4,9 Mio Bytes, Drucker mit 135 Zeilen/Min und drei Bildschirm-Terminals kostet 310 381 Mark.

- Ein mittleres System DBS-P mit 96 K Speicher, erweiterter Terminal-Steuereinheit, Bildschirmkonsole statt Schreibmaschine, zwei Plattenstationen mit je 25 Mio. Bytes, 18 000-Zeilen-Drucker sowie acht Displays beläuft sich auf 517 102 Mark.

Die Wartungskosten betragen 0,625 Prozent der angeführten Preise pro Monat. Im System-Preis inbegriffen ist die Basis-Software, die aus zwei Operating-Systemen sowie aus den Programmiersprachen ANS Cobol, ANS Fortran und RPG II besteht.

TOS (Time Sharing Operating System) unterstützt bis zu zwölf Terminals und belegt 24 K Bytes im Hauptspeicher Das Betriebssystem IDEN (Interactive Data Entry Network) wird im starken Terminal-Betrieb eingesetzt und belegt 40 K Hauptspeicher.

IDEN ist für Datenbanken ausgelegt, allerdings kann nach Aussagen von Rank Xerox eine Datei nicht rückwärts verkettet werden.

Die Kombination folgender Kriterien soll das Rank Xerox Data Business System zu einem System der Superlative machen, gemessen an Anlagen der gleichen Größen- und Preisklasse:

- Terminalorientiert (64 Datenstationen)

- Basis ist ein Prozeßrechner deshalb schnelle Verarbeitungszeiten

- Mikroprogrammspeicher

- zwei Ein-/Ausgabeprozessoren

- Trommelspeicher

- Realtime-Verarbeitung

Es erhebt sich nur die Frage, ob das, was in den Prospekten dem Anwender angeboten wird, sich im Vergleich zu Konkurrenzprodukten im harten Praxistest bewähren wird.

Sollte die Ankündigung des kommerziellen Xerox Computers einigen Mitbewerbern schlaflose Nächte bereiten?