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04.05.1984 - 

Äußerer Blitzschutz reicht Versicherungen nicht:

Ein Unglück kommt selten allein

MÜNCHEN (CW) - Die Elektronik reagiert auf relativ kleine Überspannungen mit verheerenden Folgen. Normaler Blitzschutz nach den allgemeinen Blitzschutzbestimmungen reicht in einem solchen Fall nicht aus. Diese Erfahrung mußte im Herbst des vergangenen Jahres ein Kölner Maschinenbauunternehmen machen.

Der folgende Schadensfall wird von dem auf "inneren Blitzschutz" spezialisierten Krefelder Unternehmen Wilhelm Lambertz berichtet: Das Kölner Maschinenbauunternehmen hatte zwar den üblichen Gebäudeblitzschutz, nicht aber einen speziell auf die Elektronik abgestimmten Überspannungsschutz (inneren Blitzschutz) installiert. Im Herbst des letzten Jahres passierte dann das Naturereignis: Ein Blitz schlug ein.

Doch ein Unglück kommt selten allein - die Versicherung wollte nicht zahlen. Neben dem Bürogebäude, so schildert Lambertz den Fall, standen einige hohe Bäume, einen davon traf der Blitz. Das in der Nähe verlaufende Erdkabel bekam einen starken Stromstoß ab, der ins Unternehmen geleitet wurde und dort einen Hardwareschaden von über 300 000 Mark an der Computeranlage und - fast noch schlimmer - an der Telefonvermittlung auslöste. Die moderne Telefonanlage, die mit einem Rechner ausgestattet war, gab ihren Geist auf, und das Unternehmen konnte eine Woche lang keine Gespräche führen. Die Beschaffung von Ersatz, auch wenn sie unter Hochdruck durchgeführt wurde, nahm einige Zeit in Anspruch. Der Umsatzausfall des Unternehmens wird nach vorsichtiger Schätzung mit rund 500 000 Mark angegeben. Der Grund für diesen hohen Ausfall: Die Mitarbeiter des Unternehmens

waren nicht erreichbar, und durch den Ausfall des Rechners konnten Aufträge in der Produktion nicht ordnungsgemäß abgewickelt werden.

Die Versicherung die den Hardwareschaden begleichen sollte - Folgeschäden sind nicht versichert, wenn eine Überspannung die Datenverarbeitung lahmlegt - stellte fest, daß nur der äußere Blitzschutz stimmte. Sie lehnte die Zahlung rundweg ab. Nur zähe Verhandlungen - das Unternehmen war ein guter Kunde - führten zur Zahlung. Allerdings erhielt die Firma die Auflage, unverzüglich Maßnahmen einzuleiten, die die Elektronik gegen Überspannungen schützt. Auch die anderen Versicherungsgesellschaften reagieren zunehmend sensibler auf Blitz- und Stromschwankungsschäden. Sie gehen davon aus, daß es preiswerte Geräte gibt, die die Hardware schützen. So verbreiten die von dem schnell anwachsenden Schadensberg geplagten Versicherungen die Parole: Erst sichern, dann versichern. Auf der Datenschutz-Fachtagung der GDD e. V. war diese Formel im letzten Jahr die zentrale Aussage des Vertreters einer Versicherungsgesellschaft.