Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.03.1999 - 

Windows 2000

Ein wirklich aktives Verzeichnis

19.03.1999

Angenommen eine Windows-Anwendung bereitet Schwierigkeiten. Sie kennen sich mit PCs einigermaßen aus und wollen sich mal kurz um die Konfiguration des störrischen Programms kümmern. Es stellt sich bloß die Frage, wo Sie diese finden! Sind die Einstellungen in einer Ini-Datei im Verzeichnis der betreffenden Applikation oder in einem Unterverzeichnis davon? Oder im Windows-Verzeichnis? Im System-Verzeichnis? Im System32-Verzeichnis? Oder doch in der Registrierdatenbank? In einigen Fällen kann es eine Kombination von diesen Möglichkeiten sein.

Diese Unübersichtlichkeit ist der Preis dafür, daß NT mit DOS und Windows 3.1 kompatibel sein muß. Im Gegensatz dazu entspricht ein typischer Unix-Verzeichnisbaum klaren Konventionen. Zwar gibt es geringe Unterschiede zwischen den verschiedenen Unix-Derivaten, aber wer mit diesen Standards vertraut ist, wird sich auch auf einem neuen System schnell zurechtfinden.

Beinahe jeder Unix-Rechner hat die folgende Verzeichnisstruktur:

- Wurzelverzeichnis

- dev Repräsentation der Geräte

- bin ausführbare Systemdateien

- sbin Programmdateien für die Systemverwaltung

- usr/bin Standardprogramme, die nicht zur Boot-Zeit benötigt werden

- usr/sbin Administrationsprogramme, die nicht zur Boot-Zeit benötigt werden

- usr/lib Gemeinsam genutzte Funktionsbibliotheken

- usr/include Gemeinsam genutzte Header-Dateien für den C-Compiler

- usr/local Verschiedene Anwenderprogramme

- usr/X11R6 Startverzeichnis für den X-Window-Verzeichnisbaum

- etc Konfigurationsdateien

- var/log Log-Dateien

- var/spool Spooler für Drucker, Mail, News

- var/mail Mail-Dateien

- mnt Mount-Verzeichnis

Vergleichen Sie dies mit der standardmäßigen NT- Verzeichnisstruktur:

C:

Boot-Dateien, einige Konfigurationsdateien für den Boot- Vorgang

C:

temp Temporärverzeichnis für die Installation

C:

winnt NT-Systemdateien, Boot- und Programmkonfiguration, Dateien zur Benutzerkonfiguration und Zugriffskontrolle, "Zubehör"-Programme

C:

winnt

system NT-Systemdateien, Treiber, gemeinsam genutzte Funktionsbibliotheken (DLLs), Konfigurationsdateien.

C:

winnt

system32 Systemdateien, gemeinsam genutzte DLLs, Programme, Konfigurationsdateien.

C:

winnt

system32

drivers Weitere Treiber

C:

winnt

system32

drivers

etc Weitere Konfigurationsdateien

C:

winnt

temp Temporärdateien

C:

winnt

help Hilfedateien

C:

winnt

media Multimedia-Daten

C:

winnt

cursors Cursor-Dateien

C:

winnt

profiles Benutzerprofile, individuelle Desktops und Menüstruktur

C:

Programme Vom Benutzer installierte Anwendungen, gemeinsam genutzte DLLs, Konfigurationsdateien

C:

Recycled Papierkorb

D:

Beliebig

D:

Recycled Papierkorb für das D:-Laufwerk

Vielen IT-Abteilungen werden die Konsequenzen dieses chaotischen Designs erst allmählich klar. Es macht die Konfiguration von PCs zum Alptraum. Verschlimmert wird dies durch den Umstand, daß Anwendungen ihre DLLs installieren, wohin sie wollen. Einige überschreiben DLL-Versionen, wie sie sich gerade zufällig im Winnt-, System- oder System32-Verzeichnis befinden. Andere speichern sie im Programmverzeichnis oder darunter. Wieder andere kombinieren diese beiden Möglichkeiten. Das Ergebnis sind mehrere verschiedene Versionen einer DLL, verstreut über das ganze System. Sie können noch dazu alle den gleichen Dateinamen haben.

Aber wahrscheinlich liegt das nur daran, daß sich die Anwendungsentwickler nicht um die Microsoft-Vorgaben scheren? Von wegen! Office 97 installiert 114 DLL-Dateien unterhalb des Winnt- Verzeichnisses, 84 davon in das System-Verzeichnis. Bei dieser Gelegenheit erneuert das Büropaket eine Reihe von NT- Systemdateien, unter anderem solche für OLE Automation und die Microsoft Foundation Classes (MFC) - besonders bei letzteren ist es sehr wahrscheinlich, daß sie bei der Installation der nächsten Anwendung erneut überschrieben werden. In der Praxis ist Office 97 genauso gut in das System integriert, wie dies Microsoft aus rechtlichen Gründen für den Internet Explorer behauptet.