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Neue Speichertechnologien/DLW AG setzt auf Konsolidierung

Ein zentraler Speicher-Pool hält Daten für alle Plattformen vor

28.08.1998

Das Herzstück der IT bei der DLW bilden IBM-Produkte: zwei "System/390 Server 9672-R24" und -"R11" unter OS/390, Version 2. Als wichtigste betriebswirtschaftliche Anwendung kommt SAP R/2 zum Einsatz, auf das rund 500 Anwender aus Konzerngesellschaften an sieben Standorten zugreifen. Auf einem "HP- 9000"-Server ist R/3 für die Lagerverwaltung und Versandabwicklung installiert. Die SAP-Standardsoftware wurde für die branchenspezifische Konfektionierung von Bodenbelägen vor dem Versand modifiziert. Da jeder Vorgang durch einen konkreten Kundenauftrag angestoßen wird, ist die Verfügbarkeit der Daten ausgesprochen zeitkritisch. Eine weitere HP-9000-Maschine ist als produktionsnahes Testsystem im Einsatz, ein anderer HP-Server wird für andere Tests verwendet. Zusätzliche NT-Server dienen als File-Server, SNA-Gateway sowie als Kommunikations-Server.

Bei der Produktauswahl stand die Forderung im Vordergrund, daß das neue Plattensubsystem für alle vorhandenen Plattformen zugänglich sein mußte. DLW will künftig die Massenspeicher vom Prozessor trennen. Ein zentraler Speicherpool soll als Datenplattform für alle vorhandenen Server dienen.

Die heute übliche Praxis, für jede Server-Plattform dedizierte Platten vorzuhalten, ist schon allein aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt, daß bei jedem Prozessor-Upgrade neue Platten notwendig werden. Insofern war die Entscheidung auch aus Investitionsschutz-Gesichtspunkten richtig.

Zur Debatte standen EMCs "Symmetrix" und IBMs "Serial Storage Architecture" (SSA). Ausschlaggebend war im Sommer 1997 schließlich die von IBM vorgestellte "Seascape"-Architektur, da DLW aus Kapazitätsgründen die Mainframe-Platten ablösen mußte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ein Plattensubsystem notwendig, auf das vom S/390- bis zum NT-Server alle Systeme zugreifen konnten.

Die Entscheidung hatte noch weitere Gründe: Der I/0-Durchsatz ist im Vergleich zum herkömmlichen Small Computer System Interface (SCSI) wesentlich höher. SSA ist als Online-Speichermedium flexibler: Der Datenpool läßt sich jederzeit beliebig erweitern. Zudem ist die Lösung unabhängig von der CPU. Hinsichtlich der Hochverfügbarkeit liegen die Wartezeiten bei einem Plattenausfall deutlich unter denen einer Raid-5-Architektur. Auch die Einstiegskosten sind geringer. Starten kann man bereits mit einer kleinen Lösung, die dann je nach Anforderung skaliert werden kann. Ein weiteres Argument war die wesentlich größere mögliche Entfernung zwischen Subsystem und Rechner von bis zu 2,4 Kilometern.

Die Entscheidung fiel schließlich im August 1997. Der erste Loop wurde im Oktober desselben Jahres an einen der HP-9000-Server mit SAP R/3 angeschlossen, ein zweiter folgte kurze Zeit später. Die SSA-Stränge sind über eine PCI-SSA-Adapterkarte an den Server angebunden. Einen Monat später wurde ein "Proliant"-NT-Server von Compaq mit einem weiteren SSA-Loop ausgestattet. Der Rechner arbeitet als File-Server, auf dem die gesamten Benutzer- und Abteilungsdaten gesichert werden und für den Zugriff aus dem Netzwerk bereitstehen sollen.

Alle Plattensubsysteme laufen heute produktionsnah und mit guter Leistungsfähigkeit. Die Konfiguration unter Unix wie unter Windows NT war relativ einfach zu bewerkstelligen. In Tests erreichten die Subsysteme auf dem SCSI-Bus der HP-Maschine einen Durchsatz von 18 MB/s. Hier hätte man mit SCSI-Platten aufgrund des Overheads bestenfalls die Hälfte erzielen können. Derzeit sind insgesamt 154 GB Daten installiert.

Im Hinblick auf die Zukunft ist die Installation Teil einer zentralisierten IT-Strategie, bei der ein konsolidierter Speicherpool Daten für alle Plattformen vorhalten wird. Bis zum Jahr 1999 soll dieses Ziel erreicht sein. Im Zuge der Konsolidierung soll auch R/3 unter der OS/390 Open Edition in der Mainframe-Umgebung laufen.

So werden nicht nur die Daten, sondern auch die Anwendungen auf eine zentrale Plattform verlagert. Die mittelfristig angestrebte Migration von R/2 auf R/3 wird zusätzlich erheblichen Kapazitätsbedarf mit sich bringen. Auch hier könnte die freie Skalierbarkeit des neuen Systems die Arbeit entscheidend erleichtern.

DLW AG

Was bei den Deutschen Linoleum Werken einst mit Linoleum begann, ist heute ein internationaler Konzern mit vielfältigen Geschäftsfeldern: Die DLW Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Bietigheim-Bissingen ist in den Sparten Bodenbeläge, Büromöbel und Systemtechnik tätig. Die Unternehmensgruppe umfaßt 5540 Mitarbeiter, die in 16 Werken und Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Mark erwirtschaften.

Angeklickt

Die Installation eines einheitlichen Speicherpools war Teil der zentralistischen IT-Strategie des Bodenbelagsunternehmens DLW in Bietigheim. Bis zum Jahr 1999 sollen Daten für alle Plattformen auf diese Weise vorgehalten werden können. Im gleichen Zuge soll auch R/3 unter OS/390 Open Edition in der Mainframe-Umgebung laufen. Auch die Anwendungen liegen dann auf einer zentralen Plattform.

Peter Beckel ist kommisarrischer IS-Leiter der DLW AG in Bietigheim-Bissingen.