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Nixdorf-Vision für das Büro nach 1985:


29.02.1980 - 

Eindeutige Schnittstellen zwischen den Netzen

PADERBORN (CW) - Betrachtet man die Situation mit ihren erkennbaren Trends, wie sie in den Büros von 1979 vorherrscht, bietet sich das Bild einer von unterschiedlichen Techniken gestützten Büroarbeit, wobei Ansatzpunkte für integrierte Lösungen kaum wahrgenommen werden können. Dennoch lautet die Prognose der Nixdorf Computer AG, Paderborn, Geschäftsbereich Bürokommunikation: Die Entwicklung universeller Bürosysteme ist im Kommen. Die technischen und organisatorischen Schnittstellen am Arbeitsplatz vermindern sich. Immer mehr Produkte nehmen zwei oder mehr Bürofunktionen in einem wahr.

In den vergangenen 100 Jahren fanden nur drei Hauptgerätetypen - das Telefon, die Schreibmaschine und der Kopierer - Eingang in das Büro. Erst seit Anfang der 60er Jahre zeichnet sich mit dem Angebot der Textverarbeitungssysteme ein Wandel des Büroarbeitsplatzes ab. Diese neue Technologie hat aber, nicht zuletzt wegen des gegenüber der konventionellen Schreibmaschine noch hohen Preisniveaus, bisher nur eine vergleichsweise geringe Verbreitung im Büro gefunden. 1979 sind erst etwa drei Prozent aller Sekretärinnen- und Schreibplätze in der Bundesrepublik Deutschland mit modernen Testsystemen ausgestattet.

1985: Ein Meer von Terminals

Die Bürowelt von 1985 wird größtenteils von Terminals bestimmt sein. Zu diesem Ergebnis zumindest kommen Prognosen, die größtenteils im Auftrag der Deutschen Bundespost erstellt wurden. So werden 60 000 Zusatzeinrichtungen zum Telefon Bilder und Dokumente faksimile übertragen, der Teletext-Dienst hat 200 000 Anwender gefunden, nur wenige Schreibmaschinen heutiger Prägung werden einem Textautomaten Platz machen, die Zahl der Datenendeinrichtungen, die die Leistungen eines zentralen Rechners an den Arbeitsplatz bringen, wird sich bis 1985 verfünffachen. Alles in allem bietet sich das Bild einer Ansammlung unterschiedlicher Komponenten und Einzelsysteme, so folgert Nixdorf, deren Integration kaum erkennbar ist.

Die Vision der Nixdorf ist eine Dezentralisierung der Techniken und die Entwicklung universeller Bürosysteme, die entsprechend den jeweiligen Anforderungen am Büroarbeitsplatz alle Formen der Büroarbeit technisch unterstützen.

Dies bedeutet eine Reduktion der technischen und organisatorischen Schnittstellen am Arbeitsplatz. Der Motor dieser Entwicklung liegt im Zwang zu mehr Effizienz. Das Hauptziel der Integration besteht darin, das Nebeneinander von spezialisierten Gerätetypen mit den sich zum Teil überschneidenden Funktionen abzubauen.

Vorgezeichnet wird der Trend zur Integration von der elektronischen Datenverarbeitung, wo sich das Endgerät für die dezentrale Datenerfassung und -verarbeitung immer mehr zum autonomen und universell nutzbaren Terminal entwickelt. Die Textverarbeitung wächst in den Verarbeitungsverbund mit der Datenverarbeitung hinein.

Intelligenzverstärker mit Zugriffsberechtigung

Der Sachbearbeiter wird über ein Mehrfunktions-Terminal verfügen, das in erster Linie zur Dateneingabe, Abfrage und Disposition bereitsteht. Zusätzlich benötigte Informationen können von elektronischen Archivsystemen und Sachgebietsdatenbanken abgerufen werden. Das modular konzipierte Terminal arbeitet im Verbund und autonom. Die freie Disposition über die gespeicherten Informationen wird letztlich nur durch spezielle Mechanismen zur Sicherung der Daten vor unberechtigtem Zugriff und vor unbeabsichtigtem Verlust begrenzt; das elektronische Medium hat die Funktion eines Hilfsmittels und wird zum Intelligenzverstärker des Sachbearbeiters.

Eine möglichst flexible Nutzung der verschiedenen Kommunikationsformen erfordert hausinterne Vemittlungseinrichtungen, die über eine digitale Leitung die heutigen Fernsprechnebenstellenanlagen und Telexnebenstellenanlagen in sich vereinen. Unterschiedliche Terminals, Text- und Informationsbanken, Datenverarbeitungsanlagen und Hochleistungsgeräte werden physikalisch durch ein zentrales Vermittlungssystem miteinander verkoppelt.

Das integrierte Vermittlungssystem übernimmt gleichzeitig die Zuordnung der verschiedenen analogen und digitalen Informationsflüsse differierender Übertragungsgeschwindigkeit auf die - noch getrennten - öffentlichen Fernsprech- und Datennetze. Künftigen Vermittlungssystemen wird dabei die Funktion zufallen, als Netzabschlußgeräte eine eindeutige Schnittstelle zwischen dem privaten und öffentlichen Bereich zu realisieren.