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27.12.1991

Eine Art von japanischem Siegeswillen?

"Ach Europa" ist der Zeitgenosse geneigt zu seufzen beim Thema Europa. Europa im Aufbruch? War Europa nicht immer im Aufbruch? Ist Europa nicht immer eine Ja-aber-Realität gewesen und gleichzeitig die Vision einer auf jeden Fall besseren Welt (als andere)?

Sicherlich ist das so. Was in der Tat relativ neu ist und dem Ausdruck "Aufbruch" Aktualität gibt, ist der gewollte und inzwischen jedermann selbstverständliche Konsens darüber,daß - einerseits eine möglichst einheitlich standardisierte Informations- und Kommunikationsstruktur innerhalb Europas das imaginäre Rückgrat der künftigen gewaltigen Wirtschaftsmacht Europa sein muß, und daß - andererseits eine eigenständige, starke und innovative - wie es die Tradition Europas eigentlich nahelegen würde - Informations- und Kommunikationstechnische Industrie für die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents notwendig wäre.

Da aber sieht Europa trotz Aufbruch, trotz aller privatwirtschaftlicher, trotz aller eurokratischer Anstrengungen der technologischen Aufholjagd und der wirtschaftlichen Diplomatie, trotz aller regionalen und überregionalen Fördergelder und individuell vereinbarter vorwettbewerblicher Kooperationsbemühungen, trotz Kapitalmacht und Ausbildungs-Power da sieht Europa ganz einfach alt aus.

Und der Wirtschafts- und Technologiekrieg ist im vollen Gange. Nicht nur, daß ganze Marktsegmente des europäischen Heimatmarktes längst nicht mehr europäisch dominiert sind. Hier haben es die Amerikaner den Europäern und Japanern als erste vorgemacht, wie man mit engmaschigen Niederlassungsnetzen und weitherzigen Geschäftspraktiken strategisches Areal besetzt. Auch das eigentliche Potential Europas, seine am besten ausgebildeten Menschen, kann den Verlockungen des großen Geldes und den wissenschaftlichen Herausforderungen, wie sie beispielsweise in Kalifornien anzutreffen sind, nur schwerlich widerstehen.

"Eine Art von Siegeswillen, der den Japanern eigen ist", mahnt in nebenstehendem Diskussionsprotokoll Falk D. Kübler, Geschäftsführer der Parsytec GmbH, an. Und: "Wir brauchen als Europäer nicht zu glauben, wir könnten es nicht."

Gut und schön. Nur: Sehr europäisch ist das nicht. Und außerdem sprechen die Tatsachen immer noch eine andere Sprache.