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10.05.1991 - 

Für viele Einsatzfälle gibt es langfristig kaum eine Alternative zu OS2

Eine Bestandsaufnahme von OS/2 aus Anwendersicht

Ein Artikel im Wall Street Journal vom 28. 1. 91 zu Microsofts OS/2-Strategie war der Auslöser für zahlreiche Veröffentlichungen, die sich mit den Zukunftchancen von OS/2 beschäftigten. Mit wenige prophezeiten bereits das Ende des umstrittenen Betriebssystems - vermutlich voreilig. Denn nicht erst die jüngste ACE-Initiative läßt erwarten, daß seine Zukunft erst begonnen hat.

Kernpunkt der Diskussion sind die divergierenden OS/2-Strategien von IBM und Microsoft, die beeinflußt wurden durch den auch für Microsoft unerwarteten Markterfolg von Windows 3 (3 Millionen in den ersten sechs Monaten). Verglichen damit nehmen sich die Verkaufszahlen von OS/2 (zirka 600 000 in drei Jahren) recht bescheiden aus.

Zum besseren Verständnis der scheinbar unverständlichen "Auseinandersetzungen" um die beiden Systeme ist ein kurzer Rückblick hilfreich.

Im Jahr 1985 begannen IBM und Microsoft im Rahmen einer Entwicklungsvereinbarung mit den Planungen zu OS/2 als PC-Betriebssystemplattform für die 90er Jahre. OS/2 sollte die bekannten Schwächen von MS-DOS beheben und die Leistungsfähigkeit der Intel 80286-CPU in der damals neuen PC-Generation IBM AT unterstützen.

Die geringe Akzeptenz von OS/2 hat Gründe

Stichworte hierfür sind die Ausnutzung des "protected mode" mit fein aufeinander abgestimmten Schutzmechanismen, prioritätengesteuertes, pre-emptive Multitasking für die Parallelisierung von Anwendungen und die Überwindung der "640KB-Barriere" von DOS, also die lineare Adressierung von 16 MB Arbeitsspeicher.

Zur Sicherstellung der DOS-Investitionen sollte zusätzlich der "real mode" (reale, Physische Adressierung) des 80286 verwendet werden, der die weitere Nutzung der DOS-Anwendungen ermöglicht und damit einen Investitionsschutz und zugleich einen Migrationspfad in die neue Betriebssystemwelt darstellt.

Wichtige Design-Merkmale von OS/2 waren das "Multithreading", ein Koroutinen-Konzept in einer Prozeßümgebung mit wesentlich kürzeren Taskwechselzeiten (wie es auch den Mach-Kernel des neuen Unix-Betriebssystems OSF/1 auszeichnet), und die Modularität in Bezug auf Applikationsschnittstellen (API).