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Mikroprozessoren und Arbeitsmarkt:


05.08.1977 - 

Eine Chance für qualifizierte Kreative

NÜRNBERG (ee) - "Wie jede Innovation führt auch der Mikroprozessor

über neue Anwendungsgebiete und Markterschließungen zu Komplementäreffekten und zusätzlichen Herstellungsprozessoren - neben nachweisbaren arbeitssparenden Konsequenzen", resümieren Werner Dostal und Klaus Kostner in einer jetzt vorgelegten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zum Thema "Mikroprozessoren - Auswirkungen auf Arbeitsplätze".

Nachdrücklich warnen die Autoren vor einer Dramatisierung des Mikroprozessor-Einsatzes als Ursache für die "Arbeitsplatzvernichtung". Denn der bisher durch Mikroprozessoren ausgelöste Strukturwandel betraf Industriezweige, in denen die Feinmechanik vorherrschte. "Feinmechanische Geräte waren", so die Studie, "für den

Ingenieur schon immer ein Indiz für verzögerten Strukturwandel." Jetzt besteht die Gefahr, daß dem Mikroprozessor auch Auswirkungen der schrittweisen Rationalisierung und des sonstigen technischen Fortschritts zugesprochen werden, die letztendlich wenig mit der Mikroprozessor zu tun haben. Die Studie folgert: Wieweit sich nun Zunahme und Abnahme bestimmter Berufe zahlenmäßig auswirken, läßt sich nur dann feststellen, wenn das Produktspektrum und das Produktionsvolumen sich nicht oder nur unwesentlich ändern.

Als Betroffene listen Dostal und Köstner auf:

- Arbeitskräfte, die Mikroprozessoren herstellen,

- Arbeitskräfte, die Produkte herstellen in denen Mikroprozessoren enthalten sind,

- Arbeitskräfte, die Teile herstellen, die jetzt durch die Einführung von Mikroprozessoren nicht mehr gebraucht werden ,und

- Arbeitskräfte, die mit Geräten arbeiten, in denen Mikroprozessoren enthalten sind.

Die Studie zieht eine Parallele zur Einführung der Datenverarbeitung in den sechziger Jahren und resümiert: dort haben sich die befürchteten Freisetzungen nicht ergeben, da ein Großteil der Arbeitskräfte für neue Aufgaben eingesetzt wurde. Dostal und Köstner vermuten: "Die größten Veränderungen wird es im Bereich der Bürotätigkeiten geben, wo jetzt allmählich das, papierlose Zeitalter beginnt"

Eine neue Qualität der Automatisierung entsteht nicht durch Mikroprozessoren, doch stelle sich jetzt vermehrt die Frage nach der erforderlichen Qualifikation der Arbeitskräfte. Denn durch die Mikroprozessoren finde zunächst Software in viele Bereiche Eingang, Zur Erstellung der Software sind im Normalfall aber höhere Qualifikation und Kreativität notwendig, analysieren die Autoren die über das Vordringen der Mikroprozessoren mutmaßen es könne auch daran liegen, daß wegen weltweiter

Unterauslastung der Bauelemente-Industrie mangels Rüstungsaufträgen und zurückgeschraubter Weltraumfahrt "für Mikroprozessoren neue Verwendungsbereiche gesucht würden".