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12.01.1979 - 

Die funktionelle Einheit von Hardware und Software beachten:

Eine Checkliste für die Systembeschaffung

BÖBLINGEN (ee) - in schöner Eindringlichkeit zeigt die Checkliste, die der Unternehmensberater Peter J. Worsch (Schweitenkirchen) ausgearbeitet hat, woran zu denken ist, wenn es um die "Grundlagen für die Entscheidungsfragen bei der Systemplanung und Systemauswahl geht". Diese Checkliste wurde an einem Praxisfall entwickelt.

Originalton Worsch: Ein funktionsfähiges DV-System - die Betonung liegt auf "System" - besteht aus Hardware, Betriebssystemen mit ihren Programmiersprachen, Dienst- und Hilfsprogrammen und den Benutzerprogrammen des Anwenders.

Vor dieser Pyramide sitzen die Computerhersteller gleichsam wie Frösche und blicken nach oben. Vor der Nase und in guter Sichtweite befinden sich die Teile der Hardware und Betriebssysteme, und je weiter sie nach oben blicken, um so ferner liegen die Benutzerprogramme und die Anwendungsprobleme. Der Anwender sieht dieses Modell aus der Vogelperspektive. Ihm am nächsten sind seine Probleme, die er per DV mittels Benutzerprogramm gelöst haben möchte. Mit welcher Maschine, also Hardware und Betriebssystem, dies realisiert werden kann, interessierte ihn vorläufig überhaupt nicht. Die Computerhersteller wollen in erster Linie ihre Rechner verkaufen, und die Anwender wünschen sich vorrangig die kostengünstige Losung ihrer Probleme.

Die Systementscheidung - und dies kann fairerweise nicht oft genug betont werden - gliedert sich in drei Hauptpunkte:

1. die richtige Auswahl der zu automatisierenden Aufgaben,

2. die wirtschaftliche Lösungsalternative,

3. die eigentliche Systemauswahl, also das Werkzeug, mit dessen Hilfe die unter Punkt eins und zwei genannten Voraussetzungen realisiert werden sollen.

Wenn die DV als derivatives Betriebsmittel angesehen wird, und nur so sollte sie unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden, steht außer Frage, daß sich das "Werkzeug Computer" mit seinen Lösungen dem Betrieb und nicht der Betrieb dem Computer anpassen muß. Diese banale Aussage ist allerdings nicht in allen Unternehmen eine Selbstverständlichkeit.

Wenn etwa die Aussage des Firmeninhabers lautet: "Ich will meinen ganzen Betrieb auf EDV umstellen. Schauen Sie mal, was sich da machen läßt!" Dann muß man dem Geschäftsmann klarmachen, daß dies keine klare Managementaussage darstellt: Wenn man dem guten Mann vorsichtig die geschätzte Größenordnung für die Umstellung des Gesamtunternehmens nennt - dann ist er schnell geheilt. Aber: Die meisten Anwender rechnen mit diesen Kosten nicht, zumal häufig von Vertriebsbeauftragten der Computerindustrie erzählt wird, daß sich ihre Probleme leicht lösen lassen würden.

An die Hardware-Hersteller schickte Worsch diese Aufforderung:

Bitte übersenden Sie uns Ihr Angebot wie folgt gegliedert.

1. Hardware-Angebot

1.1 Preis der Zentraleinheit (Basismaschine)

1.2 erforderlicher Ausbau des Hauptspeichers

1.3 Festspeicher, falls erforderlich

1.4 Peripherie-Geräte

1.5 Miet- beziehungsweise Leasing-Sätze für

1.5.1 12 Monate

1.5.2 24 Monate

1.5.3 54 Monate

1.5.4 60 Monate

1.6 Kosten und Umfang der Wartungsleistungen bei Abschluß eines entsprechenden Vertrages

1.7 Stundensätze bei Einzelreparaturen

1.8 Garantiedauer und Umfang

1.9 Transportkosten, Versicherungskosten, Installationskosten

2. Hardware-Beschreibung

2.1 Zugriffszeit auf Stellen/Byte/Wort

2.2 Anzahl. der Kanäle

2.3 Leistung der Kanäle

2.4 Leistung der anzuschließenden Peripherie-Geräte

2.4.1 Magnetplatteneinheit Kap/Lw mittlere Zugriffszeit

2.4.2 Magnetband-Einheit Schreibdichte Aufzeichnungsverfahren

2.4.3 Drucker Zeilen/min. Schreibstellen Zeichenvorrat

2.4.4 Bildschirme Zeilen/BS Zeichen/ Zeile Zeichenvorrat

2.5 Ausbaumöglichkeit der ZE

2.6 Ausbaumöglichkeit der Peripherie-Geräte

2.7 Task management und -scheduling

2.7.1 Wie viele Tasks können sich gleichzeitig im Hauptspeicher befinden?

2.7.2 Wie groß kann maximal eine Task sein?

2.7.3 Gibt es eine Prioritätenvergabe?

2.7.4 Wie viele Prioritäten sind möglich?

2.7.5 Wird automatisch eine Warteschlange gebildet, wenn sich mehrere Tasks gleicher Priorität im Hauptspeicher befinden?

2.7.6 Wie lange (ms) dauert eine "Zeitscheibeneinheit" (time slice)?

2.7.7 Kann deren Länge vom Anwender beeinflußt werden? (Programmparameter)

2.7.8 Reentrant-Fähigkeit der Tasks (Prozedur-, Datenteil)?

2.7.9 Gibt es dynamische Partitions?

2.7.10 Gibt es eine dynamische Speicherplatzverwaltung?

2.8 Klimaanlage, Teilklima

3. Software-Angebot

Bitte nennen Sie uns hier:

3.1 Preis für die Entwicklung der erforderlichen Anwender-Software (Festpreis)

3.2 Kosten für Progamm-Module, die eventuell zum Einsatz gelangen

3.3 Kosten für eventuell verwendbare Standard- oder Bibliotheks-Programme

3.4 Kosten für Programmbefehl

3.5 Kosten pro Manntag, -woche, -monat

3.6 Änderungsdienst

3.7 Umfang und Kosten der Softwarewartung bei Abschluß eines entsprechenden Wartungs-Vertrages

3.8 Dauer der Software-Garantie (kostenlose Beseitigung von Programmfehlern, die Sie zu vertreten haben)

4. Lösungs-Vorschlag

Der Lösungsvorschlag soll Bezugnehmen beziehungsweise umfassen:

4.1 Aufgabenstellung

4.2 Mengengerüst

4.3 Grobkonzeption

4.4 Datenflußpläne

4.5 Belegung der verwendeten Datenträger

4.6 Darstellung des Outputs

4.7 Strukturen für die Datenbank

4.8 geschätzter benötigter Zeitaufwand für die Abarbeitung der einzelnen Programme

5. Technischer Service

5.1 nächster Stützpunkt Ihres TKD

5.2 nächste vergleichbare Installation (Ausweichmaschine)

5.3 24-Stunden-Serviceja nein Kosten

5.4 Wochenend-Serviceja nein Kosten

5.5 Installationspläne und Zusatzvorschriften

6. Intellektueller Service

6.1 Ausbildung (Dauer, Kosten)

6.2 Einführung (Kosten Pro Manntag)

6.3 Umstellungshilfen

6.4 Testzeiten

wie viele Stunden kostenfrei kostenpflichtig

6.5 Handbücher

7. Zahlungskonditionen und Lieferzeit

8. Referenzen beziehungsweise ähnliche Installationen

9. Bindefrist des Angebots

NB. Falls es Ihnen nicht möglich sein sollte, ein Angebot abzugeben, bitten wir um eine kurze Benachrichtigung!