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30.06.1978 - 

Graphische Datenverarbeitung in der Kommunalverarbeitung:

Eine Datenbank verwaltet die Figuren und Symbole

Seit den frühen 60er Jahren setzen die Kommunalverwaltungen Datenverarbeitungsanlagen zur Rationalisierung ihrer Aufgaben ein. Schwerpunkte für die Datenverarbeitung lagen zunächst in der allgemeinen Verwaltung, wo Massenverarbeitungsprobleme mit Hilfe der Datenverarbeitung gelöst wurden. Schnell wurde die Bedeutung von Datenverarbeitungsanlagen für den technischen Bereich erkannt. Ein sinnvoller automatisierter Verfahrensablauf "Konstruieren -Rechnen - Zeichnen" konnte nur unter Mitwirkung einer neuen Datenverarbeitungskomponente, nämlich der "Grafischen Datenverarbeitung", erreicht werden.

So installierte die Stadt Düsseldorf 1975 eine automatische Zeichenanlage Aristomat 8320 für die zeichnerische Ausgabe. Im Jahre 1976 wurde ein Digitalisiergerät Aristogrid für die Erfassung von Kartenwerken in Betrieb genommen. Der Systemkern, ein interaktives grafisches Subsystem (Tektronix 4081) wurde im Februar 1978 in Betrieb genommen und ist derzeit die jüngste Komponente im Bereich der grafischen Datenverarbeitung der Stadt Düsseldorf.

Das interaktive grafische Subsystem ist über drei V24-Schnittstellen mit der

Zeichenanlage, dem Digitalisiergerät und dem Großrechner IBM 370/158 verbunden. Die

Übertragungsgeschwindigkeit beträgt 9600 Baud. Das System erlaubt die gleichzeitige Darstellung von bewegten Objekten (Refresh-Mode) und von festen Objekten

(Storage-Mode). Es ist somit möglich, Backgroundinformationen die keiner Veränderung unterliegen, im Storage-Mode und Foregroundinformationen, die einer Interaktion unterliegen, im Refresh-Mode darzustellen. Diese verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten werden beispielsweise für die interaktive Digitalisierung genutzt. Der Operator digitalisiert seine Vorlage im Refresh-Mode.

Das interaktive System wird mit einem Graphic-Operating-System (GOS), welches die speziellen Anforderungen der grafischen Datenverarbeitung erfüllt, betrieben. In einer Programmbibliothek (Run-Time-Library) stehen Module für die grafische Grundsoftware zur Verfügung. Ein speziell entwickeltes grafisches Datenbanksystem erlaubt die Selektion und 2 Veränderung von grafischen Daten im direkten Zugriff. Die Größe des Datenbestandes hat für die Zugriffszeiten zur grafischen Datenbank keinerlei Bedeutung. Eine Picture-Data-Base erlaubt die Verwaltung von Figuren und Symbolen. Die Strukturierung der Systemsoftware entspricht im wesentlichen den zur Zeit erarbeiteten Normungsvorschlägen für ein interaktives grafisches Kernsystem (GKS). Durch die Systemstrukturierung ist es möglich, das System im Local-Betrieb ohne Großrechneranschluß oder im Online-Betrieb als intelligentes grafisches Terminal am Großrechner zu betreiben.

Für den Batch-Betrieb des Zeichentisches wurde das Programmsystem EZS (Einheitliche Zeichenschnittstelle) von Aristo auf dem Großrechner implementiert.

Für die einzelnen Fachämter sind verschiedene Programme im Einsatz,

- Punktnumerierungsübersichten

- Lagepläne im Straßenbau

- Kanalbestandspläne

- Kanallängsschnitte

- Stadtgrundkarte

- Verkehrsströme an Straßenkreuzungen

- Streckenbelastungspläne im Verkehrswesen

- Erreichbarkeitsübersichten im öffentlichen Nahverkehr

- Planungsrelevante Daten

- Längsprofile im Straßenbau

- Interaktive Digitalisierung

- Interaktive Berichtigung von Zeichnungen

Die stärksten Impulse für die Weiterentwicklung der grafischen Datenverarbeitung werden vom Forschungsvorgaben "Automatisierte Liegenschaftskarte" zu erwarten sein. Nach Erfassung der geographischen Daten und deren Verknüpfung mit Fachdateien erschließen sich Anwendungsmöglichkeiten für die grafische Datenverarbeitung, die bisher schwierig oder überhaupt nicht lösbar waren.

Lothar Brandenburger ist Leiter der Arbeitsgruppe Grafische Datenverarbeitung am Institut für automatisierte Datenverarbeitung der Stadt Düsseldorf.