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12.03.1993 - 

Mips will im Dschungel der Unix-Derivate Ordnung schaffen

Eine einheitliche SW-Schnittstelle fuer die Mips-Architektur definiert

Der Trend zur weiteren Standardisierung und damit zu Vereinfachungen fuer Softwarehersteller in Unix-Umgebungen hat nun auch jene Gruppe erfasst, die sich auf Prozessoren von Mips stuetzt. Mussten die Software-Entwickler bisher ihre Programme auf die jeweiligen Unix-Derivate der verschiedenen Hardware-Architekturen um Mips-Prozessoren portieren, so werden sie demnaechst nur noch eine Applikation zu schreiben haben. Diese wird dann unveraendert in allen Mips-Umgebungen laufen.

Das jedenfalls ist das Ziel des neuen Industriekonsortiums "Mips ABI". Mitglieder der Gruppe sind die Rechnerhersteller AT&T Federal Systems Computer Division, Concurrent Computer Corp., Control Data Systems Inc., Mips Technology Inc., NEC Corp., Olivetti S.A., Pellucid Inc., Pyramid Technology Corp., Siemens- Nixdorf Informationssysteme AG, Silicon Graphics Inc., Sony Microsystems Company und Tandem Computers. Ausserdem gehoeren der Gruppe Unix International sowie Frame Technology, Novell, Oracle, SAS Institute, Unisoft und Unix System Laboratories (USL) an.

Die Gruppe hat sich auf ein Application Binary Interface geeinigt. Diesem muessen die verschiedenen Unix-Derivate der Anbieter von Mips-basierten Rechnern entsprechen. Betriebssystem- Basis ist dabei Unix System V, Release 4, Referenz-Plattform ist der Rechner "Magnum 3000" von Mips. Ein gemeinsames ABI hat zur Folge, dass Applikationen nicht mehr auf die verschiedenen Rechner mit den 32-Bit-Prozessoren R3000 oder den 64-Bit-Prozessoren R4000 von Mips zu portieren sind, sondern unmodifiziert, "shrink- wrapped", in solchen Umgebungen laufen.

Fuer die Offenheit auf der Hardwareseite sorgt das "Executive Advisory Board" von Mips. In diesem zwoelfkoepfigen Gremium, das massgeblichen Einfluss auf die kuenftige Weiterentwicklung der Mips- Prozessoren hat, sind unter anderem Mips-Eigner Silicon Graphics, SNI, Olivetti und - als Relikt aus der ACE-Zeit - auch Microsoft vertreten.

Das Mips-ABI sieht entsprechend seiner Ausrichtung auf Unix SVR4 eine Uebereinstimmung mit den Posix-Definitionen der IEEE vor. Mittels einer

"Verification Suite" soll sich die Uebereinstimmung von Rechner-

architektur, Unix-Umgebung und Anwendungssoftware mit dem Application Binary Interface testen und bestaetigen lassen.

Die an der Mips-ABI-Gruppe Beteiligten erhoffen sich von der Initiative, dass Unsicherheiten um die Zukunft der Architektur ausgeraeumt werden. Statt dessen erwarten sie eine weitere Verbreitung der Mips-Architekturen gegenueber denen der Konkurrenz. Nach Mitteilungen aus der Initiative sind im vergangenen Jahr 59 000 Systeme auf Mips-Basis verkauft worden. Damit sieht sich die Gruppe auf Platz zwei hinter jenen Herstellern, die auf die Sparc- Architektur von Sun setzen. Auf den Plaetzen folgen die RISC- Architekturen "Precision Architektur" von Hewlett-Packard, "Power/RS" von IBM und "88000" von Motorola. R3000-Nutzer Digital Equipment ist bisher nicht Mitglied der Gruppe; DEC setzt auf den eigenen Alpha-Chip.