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Hobby-Computer in New York:


27.10.1978 - 

Eine Fülle von Varianten

In New York Coliseum fand vom 15. bis 17. September die zweite Personal-Computer-Show für den New Yorker Markt statt. Obwohl es sich um eine lokale Show handelte, waren über 68 Hersteller, die ihre Systeme zu den Hobby-Computern beziehungsweise Privat-Computern zählen, vertreten.

Diese Computer-Systeme von in Deutschland noch fast unbekannten Herstellern erfreuen sich in den USA bereits steigender Beliebtheit. Personal-Computer-Systeme auf der Basis der bekannten Mikro-Prozessoren (Intel 8080) gibt es in den verschiedensten Preisklassen von 300 Dollar für ein komplettes System bis 4000 Dollar für ein Computer-System, das über eine Speicherkapazität von 48 K verfügt; es kann auf zwei Floppy-Disks sowie auf Magnetbandkassetten zurückgreifen, Drucker und Bildschirm sind angeschlossen.

Deutlich wurde die Vorrangstellung der Firma Commodore, die am Eingang der Ausstellungshalle ihren großen Stand aufgebaut hatte. Der PET von Commodore war auch auf anderen Ständen mit diversen peripheren Geräten zu sehen.

Daß jedoch der PET (PET war der erste Personal-Computer der zweiten Generation in den USA) zusehends Konkurrenz bekommt, wird bei einem Rundgang durch die Messe deutlich. Der Apple II-Computer besticht durch farbige Graphiken auf dem Bildschirm und sehr leistungsfähige Kleinplatten; sein Preis jedoch ist für einen Hobby-Anwender kaum noch erschwinglich. Das System TRS 80 von Radio Shack dagegen wartet mit einem System auf, das zwar nicht eine kompakte Einheit darstellt, das heißt, zusammengesetzt werden muß, jedoch dem Commodore PET recht nahe kommt.

Daß die Basic-Sprache der TRS 80 noch nicht so ausgereift ist wie die des PET, wird einen privaten Anwender erst nach einigen Monaten Einarbeitung stören. Andere Systeme, wie zum Beispiel Intercolor für über 1000 Dollar, IMSAI mit 800 Dollar, SOL, C2 - 4 P oder Osy-80, hatten eine Fülle von Varianten zu bieten. Sehr auffallend ist die Peripherie, die längst nicht vor den bekannten Geräten der großen Systeme halt gemacht hat. Gerade bei Hobby-Computern scheint sieh ein völlig neuer Bereich der peripheren Geräte anzukündigen. So können beispielsweise 250 verschiedene Worte einer Sprache in ein System eingetastet werden, und es antwortet in einer von 65 Sprachen - je nach Wunsch des Anwenders.

Viel Interesse erweckte bei den Besuchern das Music Board, das für knapp 60 Dollar zu haben ist. Dieser Musikprozessor kann an Hobby-Computer angeschlossen und über Basic-Befehle so programmiert werden, daß er Melodien, Rhythmus und beliebige Geräuscheffekte erzeugt.

In Kalifornien besteht bereits ein Datenübertragungsnetz für Hobby-Computer, und im Jahr 1980 wird es - wenn die Voraussage stimmt - in den USA 10 Millionen Anwender dieser Systeme geben.

In Deutschland ist ein Anfang gemacht. Die Electronica in München wird zeigen, daß auch bei uns ein großer Markt für Hobby-Computer vorhanden ist.

*Klaus Jamin ist Professor an der FHS-München