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08.12.1995

Eine gemeinsame Basis schafft Synergien

Christoph Witte

Die erneut auflebende Diskussion ueber Sinn und Unsinn zentraler DV-Organisationen ist aergerlich und ueberfluessig. Ab einer gewissen Groesse braucht jedes Unternehmen eine Schaltstelle, die fuer eine reibungslose Informationsverarbeitung sorgt. Wie sonst laesst sich eine effektive, kostenbewusste IT betreiben, wenn nicht durch eine DV-Abteilung, die Standards festlegt und fuer deren Einhaltung sorgt, die den Support auch fuer heterogene Systeme organisiert und die bestimmt, welche Applikationen eingekauft oder entwickelt werden?

Es ist nicht damit getan, die zentrale IS-Abteilung abzuschaffen, den Fachabteilungen ein eigenes IT-Budget zu geben und sie dann sich selbst zu ueberlassen. Das Ergebnis waere ein Nebeneinander inkompatibler Systeme, deren addierte Kosten weit ueber den heutigen DV-Ausgaben der Unternehmen liegen wuerden. Ausserdem kaeme es binnen relativ kurzer Zeit zur Herausbildung von IS-Teams innerhalb der Abteilungen, die fuer ihren Bereich genau das gleiche machen, was eine zentrale Organisation frueher fuer das gesamte Unternehmen getan hat.

Es gibt hierzulande genuegend Beispiele von Konzernen, die ihre verschiedenen Geschaeftsfelder in weitgehend eigenstaendige Profit- Center oder auch Tochterunternehmen nebst eigener DV umgewandelt haben. Wie gross die Eigenverantwortung dieser Toechter auch sein mag, ueber ihnen spannt sich immer eine Dachorganisation, die die einzelnen Aktivitaeten ueberwacht und steuert. Dasselbe gilt fuer die DV-Organisationen der ausgelagerten Bereiche. Je nach Unternehmenspolitik werden ihnen unterschiedliche Freiheiten eingeraeumt. Einige faellen ihre Einkaufsentscheidungen selbst, gleichgueltig ob es um den Erwerb eines Grossrechners oder eines PCs geht. In anderen Haeusern wiederum muessen sie ihr Equipment aus Kostengruenden ueber den zentralen Einkauf des Konzerns bestellen.

Aber in den Unternehmen, deren DV auch nur annaehernd das Attribut "effizient" verdient, bemueht sich eine zentrale IS-Abteilung um die Definition von Standards und die Koordination aller DV- relevanten Aktivitaeten. Dabei spielt es keine Rolle, welche Strategie verfolgt wird, ob das Unternehmen auf dezentrale Systeme, auf Client-Server-Architekturen oder eine Host-zentrierte Datenverarbeitung setzt. Es geht darum, welche Betriebssysteme unterstuetzt, welche unternehmenskritischen Anwendungen eingesetzt, wie Daten uebertragen, wo und wie konzernrelevante Informationen konsolidiert werden und so weiter.

Erst eine gemeinsame Basis schafft die Voraussetzung fuer dezentrale, kosteneffektive und vor allem funktionierende DV- Landschaften innerhalb eines Unternehmens. Angesichts immer kuerzer werdender Produktzyklen und jaehrlich wechselnder Herstellerstrategien duerfte die Bedeutung der zentralen IS- Abteilungen eher zu- als abnehmen. Es gilt, zusammen mit Fachabteilungen geeignete DV-Strategien zu entwickeln. Wer dann die Systeme einkauft, implementiert und betreut, spielt solange keine grosse Rolle, wie die definierten Standards eingehalten werden.