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06.11.1987 - 

Operatorloser Betrieb verlangt gewisse Voraussetzungen:

Eine gute RZ-Organisation ist das A und O

Rechenzentrumsautomatisterung bedeutet in letzter Konsequenz den operatorlosen Betrieb. Zwar geben viele RZ-Leiter die Kontrolle nicht gern aus der Hand. Doch für die Nacht oder das Wochenende werden die "Geisterschichten" gern akzeptiert. Falk Brauckmann hat die organisatorischen Bedingungen zu organisatorischen Bedingungen zusammengetragen, unter denen ein solcher Mischbetrieb möglich ist.

Wichtige und komplexe Produktionsabläufe in der Industrie werden heute von Prozeßrechnern gesteuert und Überwacht. Die hierbei erreichte Genauigkeit und Zuverlässigkeit könnte durch menschliche Leistung in dem Maße nicht erbracht werden.

Auch auf den Rechenzentrums-Produktionsbetrieb läßt sich dieses Szenario übertragen: So taucht in fast allen Rechenzentren die Forderung nach operatorlosem Betrieb oder einer "Geisterschicht" auf. Viele DV-, Org- und RZ-Leiter scheuen sich jedoch, den Schritt der Automatisierung bis zur letzten Konsequenz zu gehen, da immer noch das gewisse Unbehagen gegenüber einer nicht durch Menschen gelenkten Steuerung die Situation bestimmt.

Die Überwachung eines Rechenzentrums ohne oder mit nur geringer personeller Kontrolle ist jedoch möglich. Sie hängt allerdings von den jeweils laufenden Anwendungen und von den Auswirkungen bei einem Ausfall ab. Durch die Komplexität der Rechenzentrums-Vorgänge ergibt sich, daß jeweils unterschiedliche Spezialisten oder Personenkreise bei einem Ausfall benachrichtigt werden müssen.

Wiederholungsläufe machen den RZ-Alltag zum Greuel

Konsequenzen der manuellen Steuerung sind jedoch - meist bedingt durch fehlerhafte Bedienung oder Vorbereitung - umfangreiche Wiederholungsläufe, die den RZ-Alltag zum Greuel werden lassen. Welcher Rechenzentrumsleiter möchte daher nicht seine Produktionssicherheit im RZ verbessern, die komplette Nachtzeit und das Wochenende mit operatorlosem Betrieb nutzen und dennoch das Gefühl haben, daß im Rechenzentrum alles fest im Griff ist?

Dieser Forderung muß ein System gerecht werden, das die automatische Überwachung eines Rechenzentrums übernimmt. Es gilt also alle Maßnahmen, die durch das RZ-Personal nach vorgegebenen Anweisungen bei Ausfällen durchgeführt werden, an das Überwachungs-System zu übergeben.

Der Weg zu einer umfassenden RZ-Automatisation ist kein leichter. Es sind eine Menge organisatorischer Voraussetzungen notwendig, um die eingesetzten technischen Hilfsmittel optimal nutzen zu können: Zunächst ist die Abschaffung von manuellen Eingriffen für die RZ-Automatisation eine unabdingbare Voraussetzung.

Ein PC-gestütztes System vermag beispielsweise nicht Bänder einzuhängen oder sie zu wechseln. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Datensicherung auf Platten vorzunehmen und das Kopieren der Sicherungsdaten auf Bänder in die von Operatoren besetzte Zeit zu verlegen. Da ein PC-gestütztes System ebensowenig Papier einlegen und wechseln kann, ist es notwendig, die Druckausgabe in die jeweiligen Fachabteilungen zu verlagern. Das erweist sich heute aufgrund der preiswerten Laser-Drucker als sinnvoll und möglich. Es hat darüber hinaus den Vorteil, -daß die Nachbearbeitung von Listen entfällt, da Laser-Drucker meist A4- oder A3-Papier verarbeiten.

Während der operatorlosen Zeit dürfen keine Konsolmeldungen auftreten, die nur durch einen Mitarbeiter beantwortet werden könnten. Einem PC-gestützten System müssen alle auftretenden Meldungen bekannt sein. Solche, die der PC nicht beantworten kann oder darf, sollten ebenfalls definiert werden, damit ein Notruf ausgelöst werden kann.

Eine wesentliche Einflußgröße auf die RZ-Automatisierung ist das Mitwirken der Fachabteilungen. Wenn Abläufe automatisch, zeitgesteuert erfolgen sollen, ist es unerläßlich, daß notwendige Eingaben durch die Fachabteilungen bis zu den vorgesehenen und festgelegten Terminen abgeschlossen sind.

Um eine effiziente Bearbeitung von Konsolmeldungen zu ermöglichen, müssen Meldungen, Dateinamen sowie Jobabläufe standardisiert werden. Nur so ist es möglich, gleiche Kategorien von Meldungen automatisch zu bearbeiten, ohne für jede einzelne eine Reaktion zu definieren und zu pflegen.

Produktionssicherheit darf auf keinen Fall leiden

Bei der Einführung von Komponenten zur RZ-Automatisierung ist es notwendig, diese zunächst in solchen Systemen, die die RZ-Produktion nicht beeinflussen, zu testen. Nur nach sorgfältiger Prüfung dürfen automatische Steuerungssysteme in die Fertigung übernommen und bedienerlos gefahren werden.

Bei jeder Anpassungsmaßnahme der Hardware wie Installation neuer Geräte oder Veränderungen der Konfiguration sowie bei jeder Veränderung im Bereich der Systemprogramme, zum Beispiel Release-Wechsel, Tuning oder Integration neuer Tools, muß durch die Systemprogrammierung sichergestellt werden, daß auch die Auswirkungen auf die Automatisierungskomponenten berücksichtigt werden.

Bevor neue Anwendungssysteme in die Produktion übernommen werden können, sollten diese auf ihre Eignung zum bedienerlosen RZ-Betrieb überprüft werden. Meldungen, die nicht den festgelegten Standardisierungskriterien entsprechen, müssen angepaßt werden.

Um Eingriffe durch Bedienungskräfte zu gewährleisten, ist es sinnvoll, Interventionen von außen über Telefonwählleitungen zu ermöglichen. Ein derartiger Eingriff muß sowohl auf Initiative eines Mitarbeiters als auch veranlaßt durch das Steuerungssystem möglich sein.

Zur Überprüfung der Meldungen aller Systeme und zur Überwachung aller Maschinen eines Rechenzentrums ohne ständiges Logon und anschließendes Logoff ist es notwendig, daß ein Software-Produkt installiert ist, mit dem sämtliche Konsolmeldungen auf einen beliebigen Bildschirm umgelenkt werden können.