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01.11.1991

Eine Messe, die keinen satt macht

Das Urteil des Kolumnisten, was die Besucherresonanz auf die Systems '91 betrifft, fällt eindeutig aus: Rätselhaft bleibt, was sich die vielen Schaulustigen - offenkundig keine DV-Spezialisten- von dieser Messe versprochen hatten und ob die Erwartungen erfüllt wurden. Die Messegesellschaft wird wieder von einer "hohen fachlichen Qualifikation der Besucherschaft" sprechen und auf den "großen Anteil der Entscheider" verweisen Man weiß ja, was davon zu halten ist. Klar auch, worauf die Aussteller ihre Hoffnungen setzten: auf ein gutes Messegeschäft - Rhabarber, Rhabarber. Und diesbezüglich ist man recht anspruchslos geworden: keine Rede mehr, im Systems-Zusammenhang jedenfalls, von unternehmensweiten Lösungen für Mittel- und Großbetriebe, von Integrationsangeboten, die den Anwendungsstau auflösen könnten. Statt dessen PCs, PCs, PCs, PCs - und die Erkenntnis: 1800 Systems-Aussteller können nicht irren.

Und doch geht die Messe-Rechnung nicht auf. Irritationen bei den Verantwortlichen müssen drei Fragen auslösen, die von Industrievertretern gestellt werden: Zum einen geht es um die zunehmende Messekonkurrenz. Kann der bundesdeutsche DV-Markt zwei große Computermessen vertragen? Brauchen wir neben der CeBIT, der unangefochtenen Nummer eins, eine Systems, die ihrem internationalen Anspruch - die niedrige Auslandsbeteiligung ist ein Indiz dafür - auch nicht annähernd gerecht werden kann? Das Problem läßt sich nicht wegdiskutieren; einige Universalanbieter haben wohl auch schon für sich selbst eine Antwort gegeben - durch reduziertes Systems-Engagement nämlich. Man studiere nachträglich den Messe-Katalog.

Zum zweiten zeigt sich die Zwitterrolle, in die die Systems von den Anbietern hineingedrängt wird, insbesondere darin, daß in München kaum Neuvorstellungen stattfinden. Bei allem Respekt vor Leuten, die Innovation, so sie sich denn nur noch in der puren Steigerung von Mikroprozessor-Leistungen ausdrückt, zumindest für fragwürdig halten: Ein bißchen Computer-Science-fiction, ein Fingerzeig, wo die Reise technologisch hingeht, möcht schon sein auf DV-Messen - ein "Pentop-PC"-Prototyp (Hersteller: Momenta) ist zuwenig.

Sich um die Zielgruppen-Definition herumzudrücken - damit wären wir beim dritten Punkt - ist Ausdruck der Hilflosigkeit einer Messegesellschaft, die sich von einer nicht minder hilflosen DV-Industrie im Stich gelassen fühlt: War nicht der System-Samstag für das breite Publikum eine Idee von Siemens, Nixdorf&Co. ? Nestbeschmutzung?. Nein, ein Appell an die Veranwortlichen, die Systems nicht zu einem Jahrmarkt der Eitelkeiten verkommen zu lassen. Die CeBIT muß ja nicht unbedingt ein Vorbild sein.