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02.11.1990

Eine Messewoche, die Klarheit schaffte

Er ist ein Dynamo für das bundesdeutsche Messe-Wesen: Bei der Münchener Messe- und Ausstellungsgesellschaft (MMG) verhalf Werner Marzin unter anderem der "Systems" gegen härteste Konkurrenz wie der CeBIT in Hannover zum Durchbruch. Auf ihre internationalen Mikroelektronik-Verbundmessen Productronica und Electronica kann die Messe München uneingeschränkt stolz sein. Jetzt sorgte Martin mit einer Aussage über die Zukunft der Institution Messe für Diskussionsstoff: "Es gibt keine Messemüdigkeit, allenfalls schlechte Messen. Die sterben dann auch schnell." Der MMG-Chef hat recht - die gerade zu Ende gegangene "Systec '90 - Produktion heute. Zukunft live", ein Münchner Eigengewächs für den CAD-Bereich, wird er freilich kaum gemeint haben. Anlaß dazu hätte er (Seite 1).

Arme Systec-Aussteller! Am ersten Messetag war das Standpersonal gewissermaßen unter sich; in fünf Tagen kamen insgesamt 38 000 Besucher zusammen - ein neuer Systec-Rekord zwar, aber gegenüber 1988, als man an vier Tagen geöffnet hatte, eigentlich ein Rückgang. Wenn Marzins Behauptung zutrifft, daß sich gegen den Markt nichts organisieren läßt, dann muß die Messe-Abstinenz der Fertigungsleute eine deutliche Sprache sprechen. Es sollte nämlich nicht unerwähnt bleiben, daß die, die kamen, von den Ausstellern persönlich eingeladen worden waren - Beweis dafür, wie sehr man auf die thematische Anziehungskraft der "Systec" vertraute.

Hat die "Systec" eine Zukunft? Die großen DV-Hersteller - gemeint sind IBM, Digital Equipment, Hewlett-Packard, Unisys, NCR etc. - halten es offenbar für gut, sich nicht so genau festzulegen, und der zurückhaltende Systec-Auftritt der Universalrechner-Anbieter dokumentierte dies: auch eine Antwort, wenn man so will. Dabei wird an der Notwendigkeit, DV-Messen selektiver zu gestalten, wie es das Systec-Konzept mit seiner CAD-Ausrichtung ja vorsieht, grundsätzlich nicht gezweifelt. Nur sind sich die Veranstalter selbst untreu geworden: Mit der zeitlichen Ausdehnung auf fünf Tage und der Auswalzung auf annähernd die Größe der "Systems", was die Fläche betrifft, haben die Münchner eine perfekte Nichts-Halbes-und-nichts-Ganzes-Lösung, die niemanden zufriedenstellt - die Besucher nicht, die kleinen und mittleren Ausstellerfirmen schon gar nicht.

Noch einmal das Wort des MMG-Managers: "Es gibt keine Messemüdigkeit, allenfalls schlechte Messen." Vielleicht ist die Systec '90 eine Lehre für Marzin. Jahrelang saßen die deutschen Messe-Macher auf dem hohen Roß. Der Systec-Dämpfer könnte durchaus positive Folgen haben, wenn die Messe-Verantwortlichen jetzt den Mut zur Selbstkritik aufbringen. Bei Marzin klingt es, mit Verlaub gesagt, noch nicht so.