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14.11.1975 - 

US-Timesharing-Service NCSS auf Partnersuche in der BRD:

Eine Million Dollar Mitgift gewünscht

MÜNCHEN - "Die BRD ist der interessanteste, aber schwierigste Markt für EDV-Dienstleistungen", erklärte Alan Brigish, der als "Managing Director" von London aus die europäischen Aktivitäten des US-Timesharing-Services National CSS, Stamford/Connecticut, leitet.

Der Deutsche neige nun einmal dazu - so Brigish - alles selbst im eigenen Hause machen zu wollen. Deshalb gäbe es auch nur hier so etwas wie die "Mittlere Datentechnik".

National CSS - das CSS steht für Computer Systems and Software - verfügt in den Vereinigten Staaten neben General Electric/Honeywell (Mark III) und Control Data (Cybernet) über eines der größten Timesharing-Netze, das sich Jedoch von diesen beiden durch IBM-Kompatibilität unterscheidet: NCSS war im Jahre 1968 das erste Unternehmen, das kommerziellen Timesharing-Service mit IBMs System 360 Modell 67 anbot. Brigish: "Wir kamen als einer der letzten und sind dann schnell gewachsen." Heute sind insgesamt drei 360er und eine 370 in Stamford und Sunnyvale/Kalifornien installiert. Das Unternehmen hat weltweit rund 5500 Kunden - interessanterweise hauptsächlich Großbetriebe -, die über Telefonleitungen an das NCSS-Netz angeschlossen sind. Umsatz im Geschäftsjahr 1974/75: 32 Millionen Dollar.

Das schnelle Wachstum - 1967 begann NCSS als eine 3-Mann-Beratungsgesellschaft - führt Brigish darauf zurück, daß konsequent die "Idee der integrierten Datenbank" verfolgt wurde und das Dienstleistungsunternehmen heute Datenbankpakete für alle kommerziellen Anwendungen wie Personal, Lager und Planung bieten kann. 1972 ging man nach Europa, "auf Wunsch einiger multinationaler US-Konzerne, die unsere Kunden sind, und europäische Tochtergesellschaften haben", wie der Europa-Geschäftsführer berichtet. Das Londoner Büro ist über ein Transatlantik-Kabel, das Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 9600 Baud zuläßt, mit dem Netz in den USA verbunden. Monatliche Kosten: l5000 Dollar. Es ist deshalb nur zu verständlich, daß Brigish in Europa auf "Freiersfüßen" geht. In Deutschland hat er den Durchbruch noch nicht geschafft: "Die Leitungen sind zu teuer", klagt Brigish, fügt jedoch sarkastisch hinzu, daß damit zumindest aus der Sieht der Deutschen Bundespost eine "gute Politik" betrieben werde. Als "Untermieter" auf dem Hazeltine-Stand hatte Brigish auf der Systems '75 in München ausreichend Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen. Idealer NCSS-Partner in Deutschland wäre für ihn ein großer Benutzer, der bereits über eigene Communication-Lines verfügt. Brigish denkt dabei an Banken, große Beratungsgesellschaften oder Service-Rechenzentren. Welche Vorleistungen ein deutscher Interessent erbringen müßte, der bei der NCSS einsteigen möchte, läßt Brigish nicht im dunkeln: Die Mitgift sollte etwa 1 Million Dollar betragen. Brigish: "A big problem." Er ist trotzdem zuversichtlich. de